Produkttest: Kneipp Arnika Franzbranntwein

Von der Firma Kneipp habe ich das Arnika Franzbranntwein Spray zum Testen bekommen.

Seit vier Wochen habe ich den Franzbranntwein nun schon mit bei Wettkämpfen. „Wirkt wohltuend bei Sport und Muskelkater zur Erfrischung bei Hitze und Müdigkeit nach körperlichen Aktivitäten.“ – wird von Kneipp behauptet. Dem stimme ich absolut zu!

Franzbranntwein kannte ich bis jetzt nur in Schüttflaschen. Eine transparente Flasche mit Sprühkopf hatte ich nicht erwartet. Sehr praktisch – denn so fällt die Fummelei mit einem Schraubverschluss weg. Außerdem ist es eine Erleichterung wenn man für das einmassieren sofort freie Hände hat und nicht erst die Flasche wieder verschließen muss.20160618_160616 Etwa 10 Pumpstöße auf Oberschenkel und Waden, etwas einmassieren und trocknen lassen. Nach etwa 5 bis 10 Minuten kann man förmlich spühren wie sich die Muskeln beginnen zu entspannen. Die sehr erfrischende Kühlung ist angenehm. Gerade bei Läufen im Sommer. Der Typische Geruch von Franzbranntwein ist nicht ganz so stark wie ich es erwartet hätte. Die von der Wirkung Vergleichbare Creme von STYX oder das Öl von Lavit, die ich bis jetzt verwendet habe, waren durch einen sehr sehr starken Minzgeruch auch nicht besser. Im Vergleich mit diesen kommt der Kneipp Franzbranntwein sogar am besten weg.

Das vegane Kneipp Arnika Franzbranntwein Spray enthält wertvollen Arnika-Extrakt sowie natürliche ätherische Öleaus Latschenkiefer, Fichte, Tanne und Orange. Das Spray ist u.a. im Kneipp Onlineshop erhältlich und kostet 4,49 € /150 ml.

Fazit:
Kneipps Arnika Franzbranntwein Spray hat einen festen Platz in meiner Sporttasche. Die schnelle Wirkung hat mich überzeugt und die Pumpflasche macht das ganze noch praktisch! Es wirkt entspannend und wohltuend auf die Muskulatur. Mein Haupt-Pluspunkt ist die erfrischende und lang anhaltende Kühlung nach längeren Läufen im Sommer oder nach Wettkämpfen. Von meiner Seite her sehr empfehlenswert!

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Willkommen im ABC-Hotel

Das ABC-Hotel liegt an einer gut befahrenen Fernverkehrsstraße. Mitten im grünen gelegen, waren Wanderer und Touristen die häufigsten Gäste während der ersten Jahre nach der Eröffnung 1964. Später wurde das Hotel wegen der billigen Übernachtungspreise hauptsächlich von LKW Fahrern genutzt. Ein Betreiber-Ehepaar sind die ersten Inhaber die sich finden lassen. Sie wollten sich damit ihren Lebenstraum erfüllen. Sie erbten das Hotel zu einem Zeitpunkt, als sich noch viele wanderbegeisterte Stammkunden jählich einmieteten. Finanziel lief es jedoch nie super bei ihnen. Die Frau betreute die Gäste und kümmerte sich um die Gaststätte, ihr Mann war für die Küche zuständig. Das ABC-Hotel machte sich so über die Grenzen des Landes hinaus einen guten Namen. Zwischen 1990-1995 kaufte ein Holländer das Hotel. 1998 ging es dann Pleite und starb nur 11 Jahre später im Nachbarort.

Nach fast 20 Jahren als „Lost Place“ hatten wir keine hohen Erwartungen. Im Restaurant war es teilweise so feucht, dass auf den Tischen kleine Biotope enstanden sind. In den Lagerräumen und in der Küche überwiegt durch die offenen Getränke und Konserven ein permanentes Ekelgefühl. Honig und Marmelade scheinen sehr großzügig eingekauft worden zu sein. Dutzende Kisten davon findet man im Lager. Eine schmierige Zucker/Fett-Mischung überzieht den Boden. Bei jedem Schritt bleibt man fast kleben. Die Hotelzimmer sind ein einziges Chaos. Die vielen zurückgelassenen Sachen machen das Hotel interessant. Das Durcheinander und der Vandalismus lassen dafür nur wenige reizvolle Fotomotive zu.

Bevor das Hotel erbaut wurde, stand an dieser Stelle ein Bauernhof der abgebrannt war. Dies gehört allerdings zu einer zweifelhaften Geschichte die man im Netz immer wieder findet. Es lebte dort eine Familie. Die Eltern konnten sich in der Nacht des Feuers retten. Nur das Kind starb in den Flammen. Für mich klingt dies viel zu „gemacht“ für einen verlassenen Ort wie diesen. Wer aber interesse an diesem Märchen … ähm … Geschichte hat, ganz unten – unter den Fotos könnt ihr euch selbst ein Bild davon machen. Klingt für mich nach einer Geocacher Geschichte. Jedenfalls als Ursprung der Story.  Bei den Geocachern selbst habe ich über dieses Hotel nichts gefunden. …  … weiß jemand mehr?


„1964 öffnete das Hotel XXXXXX in XXXXXX seine Türen. Eines Tages, bei stürmischem Wetter, schaute die Frau gedankenverloren zum Fenster hinaus und bemerkte eine kleine Gestalt die um das Hotel schlich. Sie war verwundert, denn das Hotel nahm zur dieser späten Stunde eigentlich keine Gäste mehr auf und eine späte Lieferung war ihr auch nicht bekannt.
Sie schaute von der Küche aus ins Bistro und sah dass dort niemand mehr saß und sie allein war. Ein mulmiges Gefühl beschlich sie. Da sie wusste dass ihr Mann unten im Keller das Inventar überprüfen wollte beschloss sie nach unten zu gehen. Unten angelangt, findet sie ihren Mann wie er dabei ist den Weinkeller zu inspizieren.
Sie berichtete ihm von ihrer Beobachtung und ihr Mann beschloss sofort der Sache auf den Grund zu gehen. Die Flasche, die er in der Hand hielt, legte er sorgfältig hinten im Regal ab und ging zum Garagentor. Mit einem Krachen öffnete er das Tor und starrte in die graue verregnete Landschaft hinaus. Ein Blitz durchzog die Nacht und eine kleine schwarze Gestalt nur wenige Meter vor dem Tor wurde sichtbar. Was willst du fragte der Mann angespannt. Die kleine Gestalt antwortete nicht sondern hob nur den Kopf. Ein kleines verdrecktes Mädchen starrte das Ehepaar mit traurigen Augen an.
Sie nahmen das kleine Kind mit nach oben ins Bistro, der Mann versuchte mehr Informationen aus ihr rauszuholen, während die Frau in der Küche ein kleines Brötchen mit Erbeermarmelade zubereitete. Nach mehreren Versuchen das Mädchen zum Reden zu bringen, sagte die Frau er solle das Mädchen nicht drängen und brachte dem Kind die Mahlzeit. Es verzehrte das Brötchen mit großen Bissen. Sie stellte sich neben ihren Mann und sah mit einem wärmenden Blick auf die kleine Mary hinab. Einige Tage vergingen, das Ehepaar und Mary wuchsen fast wie eine kleinen Familie zusammen, die Stammkunden lernten sie lieben und spielten oft mit ihr, doch trotzdem blieb das kleine Mädchen zurückhaltend.
Die Stammkunden, die mehrmals im Jahr ein Zimmer reservierten, beschäftigten sich sehr viel mit Mary.
Eines ihrer Lieblingsspiele war Räuber und Gendarm. Mal war Mary Räuber doch am liebsten war sie Gendarm. Dabei liefen Mary und einer der Stammkunden öfters durch das ganze Gebäude. Meist wurde der Bandit im zweiten Stock gefangen genommen und musste seine Fingerabdrücke auf einem Stück Papier hinterlassen. An einigen Tagen sah man Mary fast nicht. Sie war den ganzen Tag in ihrem eigenen Reich und spielte mit Puppen, manchmal sogar bis spät in die Nacht hinein. Eines Tages passierte etwas Unerklärliches. Mary war wie vom Boden verschluckt. Das Ehepaar durchsuchte alle Räume des Hotels, doch das kleine Mädchen war nirgends zu finden. Anfangs dachten die Hotelbesitzer sie würde sich verstecken, doch als sie am Abend noch immer nicht aufgetaucht war, gerieten sie in Panik. Auch die Gäste des Hotels hatten Mary nicht gesehen. Die letzte Hoffnung des Ehepaares war ein älterer Herr, ihr einziger Nachbar. Sie suchten ihn unverzüglich auf.
Da sie kein Foto von Mary hatten, beschrieben sie das Mädchen bis ins kleinste Detail. Der Mann wirkte nachdenklich, forderte sie auf Platz zu nehmen und einen Moment zu warten. Er verließ den Raum und kehrte mit einem alten vergilbten Foto zurück. Sie konnten ihren Augen kaum trauen als sie Mary auf dem Foto wiedererkannten. Aufgewühlt fragte das Paar den alten Mann wie er in den Besitz des Fotos gekommen sei. Der Mann erzählte ihnen, dass das Hotel früher ein Bauernhof war, der fast ganz durch Brandstiftung abbrannte. Er schilderte, dass er die frühere Bauernfamilie gut gekannt hat. Er fügte hinzu, dass das Bauernpaar den Flammen entkommen konnte, doch ihre Tochter Mary starb damals ,in der Scheune, im Inferno.
Bis heute weiß keiner wer damals Schuld an dem Feuer hatte und so sieht Mary jeden als Täter der nicht seine Fingerabdrücke hinterlassen will.“


 

Maison Barbelen

Beim recherchieren zu diesen Beitrag über Maison Barbelen kommt mir immer wieder ein Liedtext in den Kopf.

„In leer gelebten Räumen,
ist nichts mehr zu hör’n,
die unwegsame stille,
droht alles zu verzehren,
der ewig lange schatten,
hat sich alles einverleibt,
kein Stern steht mehr am Himmel,
doch die frage bleibt.
Was bleibt von uns übrig,
wenn der letzte Ton verklingt…“

Sehr wenig wissen wir über Familie Barbelen. Namen, Geburts- und Sterbedaten. Viel mehr nicht. Dies aber auch nur, weil Ausweise und die Rechnung über den Grabstein im Haus zu finden sind. Herr B. lebte nach dem tod seiner Frau (1983) bis zum Schluss allein im Haus. Ob aus Bequemlichkeit oder der Gebrechlichkeit im Alter, steht sein Bett direkt neben dem Esstisch im Wohnzimmer. Die persönlichen Dinge sind noch reichlich im Haus. Kleidung, Sparbuch & Bankdokumente, Geschirr, Fotos … trotzdem kein Hinweis über die letzten Jahre im Maison Barbelen.
Ungewöhnlich fand ich den Aufgebrochenen Boden im eigentlichen Schlafzimmer. Das Haus ist nicht unterkellert. Irgendwer hat im Schlafzimmer die Dielen herausgenommen und etwa einen Meter tief gegraben. (Am Ende ist das Bernsteinzimmer irgendwo in Luxembourg😀 ) Betreten haben wir das Haus über einen Seiteneingang der früher mal ein Stall war. Vom Stall aus stehen wir direkt in der Küche. Daneben ist das Wohn- und Schlafzimmer. In der oberen Etage sind zwei großzügige … Abstellkammern?! Reichlich gefüllte Kleiderschränke und Kisten mit zum Teil noch Original verpackten Sachen. Gefühlsmäßig war dieses Haus für mich, trotz der vielen persönlichen Dinge, leer. In fast allen besuchten Locations nehme ich irgendein Gefühl auf wenn ich ein verlassenes Haus betrete. Hier leider gar nicht. Die Fotomotive hier waren dennoch sehr zahlreich und somit kommt Maison Barbelen in meine persönliche Rubrik „Erfolgreich/Sehenswert“.

 

 

Maison Kirsch

Maison Kirsch zum zweiten. Es ist 6.30 Uhr und die Sonne ist eben aufgegangen. Ein kühler Sonntag Morgen. Das kleine Dorf schläft noch tief und fest. Im vergleich zu unserem ersten Besuch (ohne einlass) nicht mehr wieder zu erkennen. Unser Auto hält. Wir sind mittlerweihle so geübt, dass wir innerhalb von wenigen Sekunden unsere Ausrüstung packen und in Gänsereihe loslaufen. …ähhm, oder kennt ihr die Olsenbande? Egal. – Die Maison Kirsch ist einst eine Brennerei gewesen. Unzählige Flaschen und eingekochtes Obst in großen Kellern bestätigen dies auch. Das Haupthaus wurde schon 1791 erbaut. Ein angrenzender Stall und eine Scheune kamen erst später dazu. Die Möbel im Haus erinnern sehr an ein Museum oder einen Antikhändler. Jede Ecke im Maison Kirsch birgt für sich eine neue Überraschung mit reichlich Fotomotiven. Bei jedem Schritt durch`s Haus knarren die Dielen. Wir bewegen uns trotzdem extremst leise. Wir wollen vermeiden Herrn Kirsch zu begegnen!! Es gibt Berichte von anderen Urban-Explorern, dass ihnen Herr Kirsch recht gewaltbereit erschienen ist.

Keine Angst, das wird hier nicht zu einer Geistergeschichte! Aber im Ernst. Herr Kirsch ist not amused wenn „Gestalten“ durchs Haus laufen.😀 … WTF? Der Nachbar der Maison Kirsch heißt … Herr Kirsch. Verrückt was?! OK, es Handelt sich um einen Sohn der ehemaligen Besitzer der auf dem Nachbargrundstück neu gebaut hat. Die logische Frage, warum räumt er nicht die Wertvollen Möbel und die persönlichen Dinge aus seinem Elternhaus?

Folgendes hat natürlich niemand von ihm persönlich erfahren. Herr Kirsch, (der Sohn) ich nenne ihn jetzt mal Frank, hat keinen Kontakt mehr zu seiner Schwester. Der Moment, in dem der Kontakt zu seiner Schwester abbrach, war als Frank ihr sagte, dass es wohl nichts zu erben geben werde. Mitte der 60er Jahre war Vater Kirsch verstorben und hinterließ seiner Wittwe ein kleines Vermögen. Kirsch Junior, also Frank, stieg allerdings nicht in den väterlichen Betrieb ein und die Brennerei des Vaters beendete die Produktion. Seine Mutter wohnte bis zuletzt allein im Haus. Die letzten Jahre ihres Lebens war Mutter Kirsch ein Pflegefall. Frank übernahm die Pflege, da seine Schwester schon in den 80ern nach Belgien zog. Durch den Tot der Mutter, nach dem er sie fünf Jahre lang gepflegt hatte, kam wohl die gesamte Familie wieder zusammen. Vom Kirsch-Vermögen war zu diesem Zeitpunkt noch genug übrig, um ein schönes Begräbnis zu bezahlen. Viel mehr allerdings auch nicht, denn der Rest war für ihre Pflege draufgegangen. Die Familie der Schwester konnte das nicht glauben. Sie unterstellten dem Bruder, er habe sich an der Mutter bereichert. Den Rest regelten die Anwälte. …oder tun dies immer noch.

Maison Greiveldinger

Am Ende eines langen Urbex-Tages stand eine Location auf unserem Plan, welche unser Highlight werden sollte. Ein Parkplatz war nach kurzem hin & her schnell gefunden. Die Location sah von außen schon vielversprechend aus. Auf unserem Location-Notitz-Zettel stand als Info. „Früh einsteigen, da direkt gegenüber der Kirche.“ Hm .. ob 15 Uhr noch früh war?? Direkt vor dem Haus schraubte ein Anwohner an seinem Auto. Im Nachbargrundstück läuft ein Hund frei und vor der Kirche eine Gruppe Touristen die endlos Fotos vom besagten Gotteshaus machten. Pfhh Kirchenfotografen😛 SHIT! NO WAY! Das war uns ein klein wenig zu aufregend. Dann also doch morgen früh vor dem Gottesdienst rein und heute brechen wir hier ab. (*Fotos und Bericht zur Maison Kirsch)
Die letzte Location an diesem Tag ein Reinfall? Ne! Zum Glück gab es noch unsere Notlösungsliste. Eine Location in der Nähe war schnell gefunden, auch wenn aufgrund der Planänderung keiner mehr super gelaunt war.

Die Koordinaten endeten in einer Sackgasse. Marode Häuser waren durch dichtes Gestrüpp erkennbar. Viel hab ich mir nicht versprochen an dieser Stelle. Diese Maison war sehr unscheinbar von außen. Zugang war kein Problem, da alle Türen offen standen. Mit dem ersten Schritt durch die Tür das erste OHHH und die Zeitreise begann. Die schweren Betten und Schränke im Haus zeigten, dass die einstigen Bewohner in beruhigendem Wohlstand lebten. Die größte Überraschung waren die Fahrzeuge in der Garage. Drei Baugleiche Vauxhall Cresta PC bzw. Viscount und ein Zweitürer … vermutlich ein amerikanisches Fabrikat. In einer zweiten Garage fanden wir ein weiteres Fahrzeug was wir bis jetzt nicht identifizieren konnten. Über die letzten Bewohner haben wir auch nicht viel gefunden. Nachdem der letzte Besitzer verstorben war, stand das Grundstück zum Verkauf. Es wurde allerdings bis heute niemand gefunden, der hier wohnen wollte. Maison Greiveldinger verfällt seit dem und wurde über die vielen Jahre vergessen.

Maison Anna

Bei so mancher Geschichte über einen verlassenen Ort ist es angebracht nicht alles zu glauben. Im Netz kursieren zum Teil mehrere Geschichten über ein und das selbe Haus. Auch ich habe schon ab und an eine solche Geschichte aufgegriffen und „weitererzählt“. Wenn ich das getan habe, habe ich immer erwähnt, dass es nur eine „mögliche“ Version der Geschehnisse ist. Bei der Maison Anna habe ich im Netz fast gar nix gefunden. Außer das folgende. Zwar kann man sich aufgrund der vielen Hinweise im Haus das Leben sehr gut zusammensetzen … über das Verschwinden von Anna kann man aber nicht viel belegbares finden. Maison Anna ist ein kleines Haus in einem Dorfe im Norden von Luxemburg. Anna war eine Frau die sehr gläubig gewesen ist. Eine Ordensschwester die allein lebte und oft auf Hilfsmissionen im Ausland, meist Afrika, unterwegs war. Soweit die Fakten. Im Wohnzimmer hängt über dem Ofen ein Portrait von Papst Johannes Paul dem zweiten, der 2005 verstarb. Es liegt also nahe dass Maison Anna seit etwas über 10 Jahren leer steht, sonst hätte Anna ihr „Popstarportrait“ mit Sicherheit aktualisiert. Meine Netzfund-Geschichte sagt, dass Anna im Januar 2005 mit ihrem Hilfswerk nach Thailand flog um ihrem „Dienst an den Menschen“ nachzukommen. Wo genau sie den Tsunami Überlebenden half ist leider nicht erwähnt. Nur soviel, dass sich mit ihrem Abflug nach Bangkok alle Spuren verlieren und sie nicht wieder zurück kommt. Zustimmen kann ich jedenfalls dass es im Haus definitiv aussieht als ob dessen Bewohnerin wieder zurück kommen wollte. Neben dem Ofen ist Brennholz zurecht gelegt (passt zu Januar). Wollknäuel, Stricknadel und angefangene Arbeiten liegen noch wie „kurz zur Seite gelegt“. Geschirr ist abgewaschen aber nicht weggeräumt. Viel Spaß beim weiter Spekulieren …😀

OK. Zurück zu unserer Ankunft. Wir haben zu jeder Location eine (wir nennen es Reiseunterlagen) Informationskarte. Andresse für`s Navi, Koordinaten, Anfahrtskarte, falls vorhanden eine Außenaufnahme und wenn wir haben – zusätzliche Infos. Bei der Maison Anna war notiert „sehr kleines Haus“. Ja; und tatsächlich haben die Chemnitzer Verkehrsbetriebe teilweise größere Wartehäuschen an Straßenbahnhaltestellen. Von außen ist es nur ein unscheinbares Haus, welches bereits Einsturzgefährdet aussieht und doch betritt man eine vergangene Welt wenn man in das Haus eintritt. Das es hier ein solcher Glücksgriff ist, wussten wir allerdings noch nicht. Es war kurz vor der Mittagszeit und die Anwohner, rund um das Haus, waren recht fleißig in ihren Vorgärten bei der Arbeit. Ziemlich ungut für uns wenn wir unauffällig, durch den verwachsenen Garten, hinters Haus wollen. Wir waren der Meinung, dass wir mit Stativen, Fototaschen u.s.w. noch auffälliger sind, also gingen wir dummerweise mit geringen Erwartungen und ohne großes Zubehör ins Haus. Noch einmal dümmer fanden wir, dass der einzig mögliche Parkplatz direkt neben dem Haus war. Na Klasse – vier fast komplett in schwarz gekleidete deutsche steigen aus ihrem Auto und verschwinden in einer belebten Siedlung in einem leer stehenden Haus. Sehr unauffällig. Also rein – Fotos – raus. HA! … dachten wir.

Schon im Keller bereuten wir unsere Minimalausrüstung! Viele Bilder sind leider nicht entstanden aber sie zeigen Maison Anna recht gut.

 

-> Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente:-) *Insider

Maison Hommel

Wenn einer eine Reise macht …

… dann kann er was erzählen. Kommt er zurück nach Hause, hat ein mancher sofort wieder Fernweh. Auf jeden Fall bin ich mir aber sicher, mit den coolsten Leuten unterwegs gewesen zu sein die ich kenne!!! Um dies besonders zu verdeutlichen mit drei Ausrufezeichen.😀

Für unsere Luxembourg-Tour hatten wir viel zu viele Ziele recherchiert. So mussten wir im Vorfeld in „must-see“ und „Notlösung“ aufteilen. Zu viel ist nie genug! – Aber dazu komme ich sicher bei einer späteren Location nochmal.

Der Wecker klingelt kurz vor 5 Uhr. Wir starten immer vor Sonnenaufgang wenn wir ausländisch unterwegs sind. Immer so, dass wir kurz nach Sonnenaufgang an der ersten Location sind. Für mich ist die erste Location immer ziemlich wichtig. Ein Indikator für den ganzen Tag. Passt die erste … passen alle. Unsere erste Luxembourg Location war die Maison Hommel.
In einem kleinen Dorf, mitten in einer Siedlung neu gebauter Eigenheime steht das Haus was von der Anordnung der Gebäude her eher an einen kleinen Bauernhof erinnert. An das Hauptwohnhaus grenzten zwei Scheunen. Eine dritte, kleinere Scheune (heutzutage würde man Carport dazu sagen) bildete den Abschluss um den Hof.
Bewohnt wurde Maison Hommel – Achtung Überraschung – von Familie Hommel. Wobei im Haus auch Zahlreiche Dokumente einer Familie Müller zu finden sind. Mindestens zwei Hochzeiten zwischen beiden Familien hat es gegeben. François Hommel verstarb im Januar 1963. Die Kinder zog es in die Ferne, während die Witwe Hommel hier wohl ihren Lebensabend verbrachte und in den 90er Jahren verstarb.
Im Haus scheint (abgesehen vom dreck der vielen Besucher) seit fast 20 Jahren die Zeit stehen geblieben zu sein. Wir betreten das Haus und stehen direkt in einem … Musikzimmer?! … OK, reine Spekulation, das mit Schnitzereien verzierte Klavier ist aber eindeutig das Zentrum dieses kleinen Raumes. Schon hier fallen uns zahlreiche Dokumente und Briefe auf, die überall noch zu finden sind. Sehr interessant, denn so lernen wir Familie Hommel ein wenig kennen. Das Besondere an dieser Location (was ich hierzulande vermisse) ist die fast komplett vorhandene Einrichtung. Dazu kommen die besagten Unterlagen, Briefe und Postkarten – zum Teil noch aus dem ersten Weltkrieg. Man hat das Gefühl als sei dieses Anwesen fluchtartig verlassen worden. Ein merkwürdiger Geruch ist im ganzen Haus allgegenwärtig. Eine undefinierbare Mischung aus Schimmel, Moder und … Fuchspi..e?!
Erste Bilder aus dem inneren des Hauses habe ich im Netz aus dem Jahr 2010 gefunden. Zwischenzeitlich (2011?) muss wohl auch ein Geocach im Haus gewesen sein, was die Unordnung erklärt. Das ist mehr als schade! Aber auch wenn wir hier leider „etwas spät“ sind, ist Maison Hommel ein gelungener Einstieg in diesen Tag! Die Highlights überwiegen und es gibt viele Fotomotive in dieser Location.

Nun lasst uns teilhaben am Leben der Familie Hommel…