Etappe 9: Meraner Hütte – Meran

Der letzte Tag unserer Alpenüberquerung zu Fuß führt uns nur noch hinab nach Meran. „Nur“ ist gut – es sind noch einmal fast 20 Kilometer und 5 Stunden Gehzeit. Wir starten bei 1960 m ü.NN und müssen runter auf 325 m über Null. Wehmut kommt auf, als wir zum Frühstück gehen.

Date Etappe 9

Die Rucksäcke stehen zum Aufbrechen bereit. H & P verabschieden wir nach dem Frühstück. Der Fernwanderweg E5 führt an der Meraner Hütte vorbei und geht hinab nach Bozen. Diesen Weg gehen H & P, um von Bozen aus mit dem Zug nach München zurück zu fahren. Wir verlassen die Hütte in die entgegengesetzte Richtung nach Meran. Auf uns wartet dort morgen früh ein Bus der uns nach Oberstdorf zurückbringt.
8.15 Uhr stehen wir vor der Meraner Hütte. Stolz auf das Geschaffte und traurig da wir den letzten Tagesabschnitt starten. Die Verabschiedung dauert etwas länger. Ein Wanderer, der uns angeboten hat uns zu fotografieren, bereut das Angebot schnell. 4 Personen die dieses Erinnerungsfoto gern hätten … das sind 4 Kameras und nochmal 4 Handys. 😀 Man sieht sich immer zweimal im Leben! :´-(

H, P, Antje und ich.

Eigentlich hätten Antje und ich es so einfach haben können. Die Bergstation des Meran 2000, eine supermoderne Bergbahn, ist nur 2 Kilometer von der Meraner Hütte entfernt. Wir sind in Oberstdorf zu Fuß gestartet, so wollen wir auch zu Fuß in Meran ankommen.

Zum ersten Mal müssen wir auf der Karte schauen wie wir ins Tal laufen könnten. Der Fernwanderweg E5 war durchgängig gleich ausgeschildert. Heute wechseln wir zwischen verschiedenen Wanderwegen um talwärts zu kommen. Der Weg führt uns entlang der Abfahrtspisten und der Schlepplifte, bis wir in den Wald kommen. Soweit ging es noch ganz entspannt abwärts. Wir kommen zum Schluss zur „Katzenleiter“ die noch einmal sehr steil wird. An deren Ende ist die Talstation der Meran 2000-Seilbahn auf 670 Meter ü.NN. Von hier aus ist das Stadtzentrum von Meran mit 1 Stunde ausgeschildert. Es wird mächtig heiß. Die Sonne brennt wieder und wir laufen entlang einer Straße. Vorbei an Apfelplantagen und sogar ein Pfirsich lässt sich stibitzen 😀
Das es heiß war, haben wir gespürt. Etwas erschrocken bin ich aber als wir an einem Thermometer vorbeikommen, was 38°C anzeigt. Entlang der Passerpromenade fallen wir mit unseren schweren Rucksäcken etwas auf. Der Großteil sind Einheimische und luftig gekleidete Flip-Flop-Touristen.
Es ist 13.00 Uhr. Wir wollen schnell zur Jugendherberge. Duschen, Pizza essen und einen Stadtrundgang machen. Wir sind heute schnell unterwegs gewesen. Klar, ging es ja fast nur bergab.

AM ZIEL IN MERAN!

Erfrischt und endlich auch in luftigen Klamotten geht es in die Stadt. Weit ist der Weg nicht. Die Jugendherberge ist nur 300/400 Meter vom Bahnhof entfernt. Da haben wir es morgen früh nicht weit. 😉 Eis, Pizza und etwas Sightseeing. Wir sind am Ziel!

Am nächsten Morgen stehen wir kurz vor 8 am Bahnhof. Der Bus, der E5 Wanderer zurück nach Oberstdorf fährt, ist schnell gefunden. Es ist ein Kleinbus und mit uns sind 12 .. 15 (?) E5ler auf dem Heimweg. Unser Fahrer ist ein Südtiroler der uns interessante Geschichten über seine Heimat berichtet. Wir fahren über den Reschenpass durchs Inntal und noch einmal vorbei an Zams. Mir blutet das Herz.
Das Allgäu und Oberstdorf empfängt uns so wie es uns verabschiedet hat. Es regnet. Der Bus hält nur 100 Meter von unserem Parkplatz entfernt. Wir haben doch gerade erst die Rucksäcke aus dem Kofferraum genommen und sind gestartet – und jetzt schon alles vorbei? Ich glaube je aufregender das Vorhaben, umso leerer die Zeit danach.

Wir sind einmal zu Fuß über die Alpen gegangen. Warum verbringt man seinen Urlaub so? Ich habe anfangs geschrieben, weil ich schon länger mal ein großes Stück Strecke zu Fuß zurücklegen wollte. Aber dafür über die Alpen? Den besagten TV Bericht, 2016, habe ich nur als einen Bericht gesehen. Ein Bericht über etwas völlig verrücktes, trotzdem ebenso spannendes. Damals standen derartige Vorhaben für mich nicht zur Debatte. Unvorstellbar. Nicht wegen der fehlenden Fitness oder Kondition, denn am Marathon war 2016 schon der Haken dran. Manche Urlaubsplanungen sind halt teilweise nicht denkbar. Trotzdem habe ich bei Freunden von diesem Bericht erzählt. „Das war spannend. Das war spektakulär. Das ist der Wahnsinn!“ Die Bedingungen haben sich seit 2016 geändert. Eine dieser Freunde, denen ich vorgeschwärmt habe, ist nun seit April meine Frau. Antje war es, die mich sofort daran erinnert hat, dass wir uns unsere Träume erfüllen wollen – wir uns gegenseitig zeigen wollen, wofür wir brennen. Nicht nachdenken! Machen! Und so war eine Alpenüberquerung das Vorhaben für unseren ersten, gemeinsam geplanten Urlaub. Antje hat den Stein ins Rollen gebracht und wenn ich auf 2019 vorausschaue, ist er nun nicht mehr zu stoppen. DANKE für das Erinnern an alte Träume! DANKE für das Wahrwerdenlassen! DANKE, dass ich dies mit dir erleben durfte und dass du bei mir bist! Wir haben viel Neues gesehen und erlebt. Nervenkitzel, Schmerzen, Freude und jetzt Stolz. So viele Erinnerungen die wir festhalten werden. Es war nicht nur landschaftlich sehenswert und es war auch mehr als nur eine Herausforderung an unsere Kondition. Es war ein Abenteuer wie wir es uns erträumt hatten! Wir fahren nach Hause um eigentlich schnell wieder das Nächste zu planen. Ich will nicht sagen, dass es die Sucht ist, etwas erleben zu wollen. Viel mehr das Gefühl von Freiheit! Frei von Tagesabläufen oder gesellschaftlichen Ordnungen zu sein. Das bzw. DIESES Leben ist ein ganz anderes Miteinander. Es hat nichts mit den Alpen oder den kennengelernten Leuten zu tun, trotzdem stell ich mir seitdem die Frage: Wozu sich für fremde Menschen mühen, wenn man von vornherein nur als Gegenstand gesehen wird. Ich hätte auf diesem Weg nichts getan, was ich nicht will. Wieso muss ich es dann zu Hause tun? Dieses Abenteuer ist beendet, dieser Weg ist gegangen und trotzdem – Fortsetzung folgt!

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Etappe 8: Pfandler Alm – Meraner Hütte

Der Wecker klingelt kurz vor 5 Uhr. Es ist noch fast dunkel. Der letzte komplette Tag in den Alpen. Heute gehen wir über die Obere Hirzer Scharte zur Meraner Hütte. Noch einmal auf einer „schwarzen Route“, einmal „über den Wolken“ und ein letztes mal über den Berg. Ab der Meraner Hütte geht dann nur noch eine Etappe hinab nach Meran. 5.30 Uhr stehen H, P und wir vor der Pfandler Alm und marschieren los.

Daten Etappe 8

Langsam! Denn es geht sofort so steil weiter wie es gestern hier endete. Unser Plan, vor der Hitze der Sonne zu fliehen, war sicher richtig. Zwar ist noch alles im Nebel, aber davon war im Wetterbericht ja keine Rede. Wird schon gleich weg sein. Dachte ich, denn auch an der Hirzer Hütte zum Frühstück wird der Nebel noch nicht ganz weg sein. Trotzdem war es gut so früh zu starten. Denn mit 8 Stunden Gehzeit ist es noch einmal ein längerer Tag.
Bis zur Hirzer Hütte (1983 m ü.NN) müssen wir wieder reichlich 600 Höhenmeter aufsteigen. Der Weg dahin ist durch die eingeschränkte Sicht relativ langweilig. Ein reines Kilometer abspulen. Kurz vor der Gompm Alm beginnt sich der Nebel ganz langsam zu lichten. Es ist nun nicht mehr weit und wir warten hier bis wir wieder zu viert sind. An der Hirzer Hütte sind wir willkommene Frühstücksgäste. Schließlich sind die eigenen Übernachtungsgäste gerade fertig.

Weiter geht es mit dem Aufstieg über den „Gebirgsjägersteig“. Die ersten Meter sind noch locker, dann wir es steil. Es geht von Beginn an über Geröllfelder. Die Besteigung ist ab hier wieder eine alpine Unternehmung. 😀 Trittsicherheit, Orientierungsvermögen und Absturzgefahr finde ich bei der Nachlese im Internet. Die letzten 200 Meter haben es auch noch einmal in sich. Der Pfad an den Felskanten ist teilweise nur noch einen Fuß breit. Ohne Einsatz der Hände nicht machbar. Belohnt werden wir aber mit einem der besten Ausblicke unserer Alpenüberquerung. Wir haben endlich Sonne und blauen Himmel. Der Nebel wird ins Tal gedrückt und wir können über den Nebel hinweg die hinter uns liegenden, schneebedeckten Berggipfel sehen. Die Südseite des Hirzers ist nebelfrei. Wir genießen die Sonne hier oben während einer ausgiebigen Pause. Der Hirzer ist 2.781 Meter hoch. Die Obere Scharte liegt bei 2683 Meter Höhe. Auch hier kletter ich die paar Höhenmeter noch hoch um die 2700 noch einmal auf der Uhr zu haben. Tsja … geschafft, nun müssen wir nur noch runter. :´-( Die zweite Hälfte der Tagesetappe geht die ersten 3 Kilometer steil bergab. Wieder so ein schmerzhafter Abstieg über grobes Geröll. Es folgt ein flaches Stück, bis es danach immer im Uhrzeigersinn am Berg entlang geht.

Abkühlung im Kratzberger See

Im Vorfeld habe ich im Internet ein Foto gesehen. Es ging um die Alpenüberquerung auf dem E5. Ein Bericht wie dieser hier. Darin fand ich ein Foto von einem Wanderer der in einem kleinen Bergsee lag in dessen Umfeld Schnee lag. Am Rechner damals hab ich mir gesagt „so ein Foto will ich auch“. Gletscher- und Bergseen hatten wir unterwegs reichlich. Beim ersten war noch meine Ausrede „Ich hab doch gar kein Badetuch“. Dann war mal einer fast zugefroren. Kurz, ich hatte immer einen Grund gefunden, nicht in das kalte Wasser zu müssen. Auf der Karte zeigte sich dann mit dem Kratzberger See eine letzte Chance. „I think we should do this“ … unser Running Gag der Tour (einer davon 😀 ). Nun ist es im Vorfeld immer ein fester Wille gewesen, der dann beim Anblick der Seen verschwunden war. Also war ich wieder bei meiner „nicht nachdenken – nicht nachdenken – nicht nachdenken“ Mantratechnik die schon einmal funktioniert hat. Rucksack runter – Klamotten runter – Kamera bereit? – PLATSCH! REIN! – Foto! – raus! Am anderen Ufer lag noch Schnee, darum hatte ich es kälter erwartet. Nicht angenehm aber eine willkommene Erfrischung. Die letzten Riegel und Nüsse aus dem Notproviant werden noch verputzt und wir gehen weiter. In diesem Moment kommen auch P und H. Wir berichten davon und P ist von der Idee begeistert. Wir sind gerade am See vorbei … PLATSCH! P ist im See und H macht ein Foto. 😀 Die Berge um Meran sind ein begehrtes Skigebiet.

Abkühlung im Kratzberger See

Dementsprechend ist auch auf dem letzten Stück vor der Meraner Hütte alles mit Schlepp- und Sesselliften verbaut. Jetzt weiden hier Kühe und Pferde.
Dann ist es soweit. Unser letzter Check-In in einer Alpenvereinshütte. Der Weg zum Bett ist auf den Hütten etwas anders als in einem Hotel.
Man kommt durch den Schuhraum in die Hütte. Dort werden die Wanderstiefel ausgezogen und die Hüttenschuhe angezogen. Die Wanderschuhe werden zum trocknen in ein Regal gestellt. Meist grenzt an den Schuhraum gleich der Trockenraum. Regennasse oder gewaschene Kleidung wird ausschließlich hier (oder im Freien)getrocknet. Ein Raum, eine Box oder einfach nur Haken sind für die Stöcke vorgesehen. Dann geht es zur Anmeldung und man bekommt einen Schlafplatz zugewiesen. Die Schlafplätze sind alle nummeriert, also gab es nie Schwierigkeiten diese zu finden. Meist wird auf diese Schlafplatznummer am Abend dann abgerechnet. Alles was gegessen und getrunken wird, geht auf eine Karte. Nur Bargeld wird auf den Hütten zur Zahlung angenommen. Wie soll es auch sonst gehen ohne Telefon oder Internetverbindung. Wenn man ankommt, schreibt mann sich in das Hüttenbuch ein. Name, Tag der Ankunft, Tag der „Abreise“ und das Ziel der nächsten Etappe. Falls man auf der kommenden Etappe abstürtzt oder verloren geht, kann das Hüttenbuch eine Hilfe für die Bergretter sein.
Auf der Meraner Hütte ist es alles ebenfalls so. Geduscht und die nassen, gewaschenen Sachen beim Trocknen, setzen wir uns auf die Terasse und warten auf H & P die nur kurz nach uns fertig sind. Das ist unser letzter E5 Abend zusammen und wir wollen ein wenig feiern. Während wir beim Zielbier uns durch alle angebotenen Hüttenschnäpse probieren, beginnt es zu gewittern. Nun haben wir auch das noch miterlebt. Plötzlich Gewitter und Regen – eine halbe Stunde später alles vorbei als wäre nix gewesen. Wir vermissen C und vermuten, dass er an der Hirzer Hütte die Etappe geteilt hat und dort die Weizenbiere abbeißt. Wir genießen diese kleine Abschiedsfeier und verabreden uns zum Frühstück. H & P laufen morgen hinab nach Bozen und wir nach Meran. Fortsetzung folgt

Gesammelte Hüttenfotos:

Etappe 7: Moos – Pfandler Alm

Wir kommen unserem Ziel in Meran näher. Die Passer, die auch durch Meran fließt, ist in Moos fast in Hörweite. Luftlinie sind es ca. 25 Kilometer bis Meran. Wir holen aber noch einmal aus und kommen quasi von hinten nach Meran. Zum Glück, denn eigentlich würden wir alle noch wochenlang weiterlaufen wollen.

Daten Etappe 7

Der 7. Tag ist mit knapp über 3 Stunden Gehzeit ein Tag zum Erholen. Wir starten in Moos in Passeier (1140 m ü.NN) entlang der Passerschlucht nach St. Leonhard in Passeier (689 m ü.NN). Von dort an geht es nochmal nach oben zur Pfandler Alm auf 1.350 m über dem Meeresspiegel. Also auch anhand der Zahlen ein „Ruhetag“.

… morgens um 9 in Südtirol ;-D

Wir starten zu viert, nach einem gemütlichen Frühstück, vom Café Maria aus zur Passerschlucht. Die Schlucht wurde vor nicht allzulanger Zeit begehbar gemacht. Über Treppen und Stahlstege geht es durch die Schlucht. Wenn man den ungebändigten Fluss hier sieht, versteht man die monströsen Staustufen, die wir am Vortag gesehen haben. Die Sonne gibt schon am Vormittag ihr Bestes. Auf unserem Weg entlang der Passer haben wir es noch angenehm kühl und teilweise schattig. An einem ehemaligen Kraftwerk machen wir eine Pause und trinken unser mitgenommenes italienisches Dosenbier… früh um 9 😀 .  Fast kommt sogar Partystimmung auf. Wir vier passen gut zusammen haben wir festgestellt. Wirklich schade, dass wir morgen schon zur Meraner Hütte laufen.

St. Leonhard ist schnell passiert. Ein Brunnen schenkt etwas Abkühlung und wir füllen nochmal unsere Trinkflaschen nach. Es ist warm. Vor allem unter dem Rucksack. Mit meinen 10 Kilo Gepäck bin ich etwas über dem Durchschnitt. Der Großteil hat 8 bis 10kg auf dem Rücken. Ein paar wenige sogar bis 12kg. Man sagt als grobe Formel 10% des eigenen Körpergewichts. Danach bin ich überladen. Es gibt ein paar Dinge, die ich nicht wieder einpacken würde. Thermoklamotten oder einen Regenponcho (zusätzlich zur Regenjacke) hätte ich mir sparen können. Nicht benötigt aber trotzdem nicht überflüssig sind Blasenpflaster oder die Gamaschen. Der „normale“ Schlafsack wäre nicht unbedingt nötig. Ein Hüttenschlafsack (ein „ungefütterter Schlafsack der einem einfachen Bettbezug ähnelt) hätte gereicht. Pro Person ein Kissen und 2 Decken hat man in jedem Schlaflager. Ein Hüttenschlafsack, der weniger als ein Viertel eines normalen Schlafsacks an Platz braucht, ist lediglich aus Hygienegründen Pflicht. Schwer aber sinnvoll war auch die Solarpowerbank. Uhren haben wir täglich nachgeladen und die wenigen Steckdosen auf einer Hütte sind heiß begehrt. …Musst du dein Handy laden, musst du darum kämpfen… ;-D Über Sinn oder Unsinn der Stöcke habe ich ja schon berichtet.

Etwa 4 Kilometer nach St.Leonhard kommen wir zur Hofschenke Pfeiftal. Etwas früh für die Mittagspause aber weit ist es nicht mehr. 3 Kilometer sind es noch bis zur Pfandler Alm. Allerdings auch noch reichlich 600 Höhenmeter. Es wird also noch einmal steil.
Der Weg von St.Leonhard zur Pfandler Alm ist nicht nur der E5 sondern auch Teil des Andreas Hofer Rundwegs. Auf Tafeln am Wegrand erhält man Informationen zu den wichtigsten Häusern und Orten die mit dem bekannten Freiheitskämpfer Tirols in Verbindung stehen. Die Pfandler Alm ist die letzte Zufluchtsstätte des Freiheitskämpfers Andreas Hofer. Dieser hatte sich dort versteckt um der Gefangenschaft durch Napoleon zu entgehen. Er wurde jedoch verraten und im Januar 1810 von den Franzosen gefasst und kurz danach in Mantua hingerichtet. Auch seine dramatischen letzten Wochen werden entlang des Weges beschrieben.

Das letzte Versteck Andreas Hofers

Gestärkt und mit vollen Wasserflaschen nehmen wir den Schlussanstieg in Angriff. Schon nach wenigen Metern läuft der Schweiß über die Stirn. Zwischendurch geht der Weg immer wieder über Felder. Kein Schatten, kein Lüftchen und trockene Hitze wie im Backofen. Die Steigung ist wie Treppensteigen. Anstrengend. Jeder läuft und keuchte für sich den Berg hoch. Ab und zu bleibe ich stehen um auf Antje zu warten. Sie ist im Gesicht so rot wie im Ziel vom Oberelbe Marathon. Auch ich muss mehrfach mein Stirnband auswringen. Ich musste hier an C denken, der heute nicht nur zur Pfandler Alm will, sondern sogar noch zur Hirzer Hütte. Das sind noch einmal 3 Stunden Gehzeit! Mit dem letzten Tropfen Wasser in den Trinkflaschen kommen wir kurz vor 14.00 Uhr zur Pfandler Alm. Die Sonnenterasse begrüßt uns sehr einladend. Trotzdem setzen wir uns in die kühle Gaststube und bestellen ein gut gekühltes Radler. Ein Genuss!! Gleich hinter uns kommen H & P und wir checken ein. Ein 4 Bett Zimmer. Warmes Duschwasser und Steckdosen. 😀

Frisch geduscht gibts Kaffee und Kuchen. Es gibt keinen Wäscheservice und so werden die verschwitzten Klamotten kurzerhand im Waschbecken der Gaststubentoilette gewaschen. Fragende Blicke der Gäste inklusive. 😀 Der Nachmittag wird extrem gechillt. Auch C kommt mit hochrotem Kopf und geht nicht weiter. Alles andere wäre auch unvernünftig gewesen. C setzt sich auf die Sonnenterrasse und chillt ebenfalls mit einem Weizen … zwei Weizen … drei … auch die Gespräche werden „seltsamer“.

Hüttenstempel Pfandler Alm

Als Übernachtungsgäste der Alm dürfen wir abends „à la carte“ bestellen. Außerdem gibt es auch unser Zielbier UND den Hüttenschnaps. Übrigens war der Zirbenschnaps auf der Pfandler Alm der beste unserer Tour bzw Hüttenschnäpse. C sehen wir an den nächsten 2 Tagen nicht wieder. Ich hoffe er ist gut in Verona angekommen. Als es langsam dunkel wird, planen wir den kommenden Tag. Es geht gleich erstmal weiter steil nach oben. Von 1.350 m ü.NN zur Hirzer Hütte (1983 m ü.NN) und weiter nach oben über den „Gebirgsjägersteig“ zur oberen Hirzer Scharte (2683 m ü.NN). Von dort an geht es etwas talwärts zur Meraner Hütte (1960 m ü.NN) Bei den angesagten Temperaturen streichen wir uns das Frühstück. 5.30 Uhr wollen wir ein wenig Vorsprung vor der Sonne haben und an der Hirzer Hütte frühstücken. Soweit unser Plan. Fortsetzung folgt

 

Etappe 6: Talhütte Zwieselstein – Moos in Passeier

Daten Etappe 6

Die Daten der 6. Etappe sagen einen langen Tag voraus. Von Zwieselstein (1.472 m ü.NN) aus geht es erstmal für knapp 10 Kilometer bergauf zum Timmelsjoch (2.474 m ü.NN). Dort überschreiten wir die Grenze nach Italien und steigen ab nach Moos im Passeiertal (1140 m ü.NN). Mit 25 Kilometern wieder ein längerer Tag.

Eine komplette Nacht bei offenem Fenster schlafen war ein Genuss. 😀 Dementsprechend gut haben wir geschlafen. Strahlend blauer Himmel macht die Laune noch besser. Für das Frühstück haben wir heute (Selbstversorgerhütte sei Dank) keinen Stress. Wir treffen uns in der Küche mit H und P. Mit jedem Kilometer Richtung Italien wurde bisher der Kaffee besser. Ein einfacher Filterkaffee zum Frühstück ist trotzdem ein Genuss! Seit gestern gehört auch die Tube Voltaren von H mit an jeden Tisch an den wir uns setzen. Fürs zweite Frühstück unterwegs sind sogar noch Brötchen übrig. H und P binden sich noch ihre Wanderschuhe zu und wir starten schonmal. Wir sind bis zur Meraner Hütte in den gleichen Unterkünften und sehen uns spätestens in Italien wieder. 1000 Höhenmeter auf einer Strecke von 10 Kilometern klingt für uns mittlerweile entspannt. Das war es auch! Bei schönstem Sonnenschein und noch angenehmer Morgenfrische geht es bergauf. Der Weg führt über felsige Wiesen. Die schneebedeckten Berge rund um uns herum bieten eine gute Ablenkung. Obwohl gloddsn (übersetzt: In die Ferne schauen) nicht geht während man weiterläuft. Um das Panorama anzusehen, bleibe ich stehen. „Lernen durch Schmerz“ denn anfangs bin ich oft genug abgerutscht oder umgeknickt beim laufen und gloddsn. 😀 Die Passstraße ist stets in Hörweite.

Schmugglerdenkmal

Wir kommen an das Schmugglerdenkmal und freuen uns, so schnell voran zu kommen. Der Pfad führt jetzt weg vom Timmelsbach und wir machen die letzten Meter zum höchsten Punkt des heutigen Tages. 9.30 Uhr verklebe ich eine Ente an der Markierung des höchsten Punktes. Ich gehe auch noch einmal runter zur Passstraße um eine Ente an das Passschild zu kleben. Wir genießen die ausgezeichnete Fernsicht an diesem Tag und machen eine etwas längere Fotopause. Wir sind in Italien! Wir haben keinen Schimmer was für ein Wochentag ist und unser Auto steht 5 Tagesmärsche weiter nördlich. FREIHEIT!

Passschild am Timmelsjoch. Na, wo ist die Ente? 😉

Die Touristen, die an der Passstraße kurz anhalten und aus den Autos steigen, wirken fast suspekt auf uns. Irgendwie sind wir „anders“. Wir haben noch nicht Halbzeit für diesen Tag und beginnen gut gelaunt den Abstieg.
(Bei „Halbzeit“ fällt mir ein: … Am ersten Abend, auf der Kemptner Hütte ist mir ein E5ler aufgefallen, der neben seinen Stöcken eine Deutschlandfahne rumgetragen hat. In der Skihütte Zams haben wir erfahren, dass Deutschland bei der Fußball WM ausgeschieden ist. Der Fahnenmann wird die Idee mittlerweile selbst bescheuert finden … oder das Stück Stoff samt „Fahnenmast“ heimlich entsorgt haben.) 😀
Nach dem ersten steilen Bergabstück kommen wir zum alten Zollhaus, was fast vom Schnee eingeschlossen ist. Die Ruine am Berg war lange mit Zöllnern besetzt die auf Schmugglerjagd waren. Heute führt der Europawanderweg E5 daran vorbei. Wie passend. Es geht etwas gemäßigter bergab durch eine Herde Ziegen und über ein weiteres großes Schneefeld. Kurzärmlig und in kurzen Hosen. Es ist sehr warm geworden mittlerweile und wir halten unsere Trinkflaschen immer schön gefüllt. Wir haben gelernt. 😉
11.30 Uhr teilen wir uns das 2. Frühstück und suchen auf der Karte nach einer Alm für die Mittagspause. Soviel Chancen kommen nicht mehr. Wir finden nur ein Gasthaus Hochfirst, wo wir gegen 13.00 Uhr am Tisch sitzen. Gerade in Italien angekommen und schon essen wir beide Pasta. 😀 Als wir weitergehen denken wir an H & P von denen wir den ganzen Tag noch nichts gesehen haben. Überhaupt haben wir den ganzen Tag noch keinen anderen Wanderer gesehen – seltsam wie ruhig der E5 plötzlich ohne Bergschulen ist.
Nach dem Gasthof führt der Weg Richtung Rabenstein durch einen Wald und wir entkommen der Sonne ein wenig. Interessant und kurzweilig machen die entlang der Route aufgestellten Tafeln. Hier erfährt man von Sagen und Geschichten aus dem Ort Rabenstein. Dort angekommen müssen wir für 3 Kilometer auf der Straße entlang. Die Hitze auf dem Asphalt ist durch die schweren Bergschuhe spürbar. Neidisch schauen wir auf die Wassersprüher rechts und links mit denen die Bauern ihre Wiesen bewässern. Wir merken auch an den Temperaturen dass wir in Südtirol angekommen sind.
Das letzte kurze Stück Strecke führt immer entlang der Passer bis nach Moos. Die imposante Kraft des Wassers kann man an den zahlreichen Staustufen sehen. Es wird hier versucht die großen Steinbrocken und Baumstämme zurückzuhalten, die sonst unkontrolliert ins Tal gerissen werden. Nach einem Steinbockgehege (vielleicht leben hier manchmal sogar welche – gesehen haben wir keinen) kommen wir 15.30 Uhr nach Moos. Ein italienisches Bergdorf wie man sich es vorstellt. Italienisches Eis, Pizza, Kirche und einer Einkaufsmöglichkeit – alles keine 100 Meter von unserer Unterkunft entfernt. In Moos haben wir keine Hütte oder Alpenvereinsunterkunft. Wir übernachten hier in einem Café mit dem Luxus eines Doppelzimmers. WC, Dusche, Wäscheservice und ein Balkon am Schlafzimmer. La dolce Vita! 😀
Wir sind etwa eine Stunde da und gerade auf dem Balkon Wäsche aufhängen als H & P ankommen. Wow! Soviel Vorsprung sollen wir uns erlaufen haben? Nicht ganz. H hat immer größere Probleme mit ihrem Knie. Zum Glück wird die nächste Etappe zur Pfandler Alm eine sehr entspannte. Auch C kommt nach kurzer Zeit an und die Runde ist komplett. Als alle geduscht haben, sitzen wir zu fünft vor dem Cafè Maria und gönnen uns das volle Programm. Kaffee, Kuchen, Eis und später Pizza mit Zielbieren und (auch hier) Hüttenschnaps. Wir lernen C besser kennen. Er ist ein Sportlehrer aus der Pfalz und er will den E5 sogar noch bis ans Ende nach Verona gehen. C feiert seine Alpenüberquerung mit relativ viel Weizenbier und Weißwein wie wir beobachten können.
Die nächste Etappe führt über St.Leonhard zur Pfandler Alm. Aufgrund der Knieprobleme von H planen wir durch die Passerschlucht nach St.Leonhard zu gehen. Von unserer Wirtin erfahren wir, dass der Weg dort angenehmer zu gehen ist. So wird die entspannte 7. Etappe noch entspannter. Wir verabreden uns zum Frühstück und planen morgen als 4er Gruppe gemeinsam zu laufen. Fortsetzung folgt

Etappe 5: Braunschweiger Hütte – Talhütte Zwieselstein

Daten 5. Etappe

Es war eine unruhige Nacht in der Braunschweiger Hütte (2759 m ü.NN). Wir waren in einem Raum mit nur 7 Lagerplätzen und trotzdem war ich ständig wach. H war mit uns in diesem Raum und die 4er Leipzig/Erfurt Gruppe. Das Einschlafen war, wie immer, nicht schwer. Auch Ohropax habe ich in dieser Nacht keine gebraucht. Trotzdem war ich bei gefühlten 30 Grad Zimmertemperatur und geschlossenem Fenster ständig wach. Unser Plan war wieder, VOR allen anderen zu starten und als erste über`s Pitztaler Jöchl (2996 m) zu gehen. Für das Frühstück hatten wir uns das Gletscherrestaurant am Rettenbachgletscher ausgesucht. In der Nacht musste ich dummerweise auch noch 2 mal zur Toilette. Bei meinem ersten „durch die Hütte wandeln“ habe ich noch etwas ängstlich nach draußen geschaut ob es regnet oder schneit. Gar nix! Zum Glück! Als Erste starten, wenn alle Wegmarkierungen vom Schnee bedeckt sind, sowas hätten wir nicht geschafft. Bei meinem zweiten Gang habe ich sogar die Sterne funkeln sehen. Das hat mich dann noch mehr beruhigt. Mittlerweile sind wir schon geübt im lautlosen Schlaflagerverlassen. Der Besuch im Waschraum war wieder eine Katzenwäsche. Auf der Braunschweiger Hütte sind alle Wasserhähne mit Sparaufsätzen versehen die den Wasserstrahl fein zerstäuben. Es dauert ewig bis man zwei volle Hände mit Wasser aufgefangen hat. :-/
Wir staunen über den Trockenraum. Der hat es tatsächlich über Nacht geschafft, alle regennassen Klamotten aller Hüttengäste zu trocknen. TOP!

Braunschweiger Hütte

Wir starten kurz vor 6.00 Uhr. Die Leipzig/Erfurter gehen als Erste gerade zum Frühstück. Draußen erwartet uns ein blauer Himmel. Sonne sehen wir noch nicht, weil die Braunschweiger Hütte von Bergen eingerahmt ist. Das Panorama und die Gletscher wären sicher auch beim Aufstieg gestern eine gute Ablenkung gewesen. Naja … wenigstens scheint heute wieder die Sonne, auch wenn wir mit Handschuhen aufbrechen. Erstmal geht es noch rund 250 Höhenmeter aufwärts bevor es den Rest vom Tag bergab geht nach Zwieselstein (1472 m ü.NN) etwas südlich von Sölden.

Direkt hinter der Hütte stampfen wir schon das erste Mal durch ein Schneefeld. Durch den Schneeregen und die Kälte in der Nacht sind die Steine über die wir klettern alle mit einer dünnen Eisschicht überzogen. Nur nicht ausrutschen! – Das hätte mächtig weh getan. Ich hatte wieder die „PRO & CONTRA Stöcke Liste“ im Kopf. Einzig auf den Schneefeldern hatte ich ein Gefühl, dass mir die Wanderstöcke mehr Sicherheit geben – sonst nicht. Die Meter hinauf zum Pitztaler Jöchl und dann hinab zum Gletscherrestaurant sind die letzten, die ich bei dieser Tour mit Stöcken gehe. Ich kann nicht sagen ob ich sie vermisst hätte wenn ich keine dabei gehabt hätte. Bei unserer nächsten Tour in Spanien bleiben sie zu Hause. Fakt!

Der Schnee wird tiefer, der Weg wird felsiger und steiler. Die letzten ca. 300 Meter vor dem Jöchl werden wieder zur Kletterpartie. Wieder fluche ich auf die Stöcke. Ein Joch oder Jöchl ist eine Bezeichnung für den niedrigsten Abschnitt des Kammes zwischen zwei Berggipfeln. Das Pitztaler Jöchl ist mit 2996 Metern über dem Meer nicht ganz auf 3000. Weil dieser Punkt das „Dach“ unserer Tour ist, klettern wir die paar Höhenmeter noch nach oben um die 3000 auf der Uhr zu haben. Wieder sind wir hier oben allein. Um 6.45 Uhr morgens. WIE GEIL!! Wir haben vergessen welcher Wochentag ist und was wir um diese Zeit eigentlich tun. Das hier beeindruckt uns. Dies werden wir nie im Leben vergessen können. Die ersten Sonnenstrahlen des Tages auf über 3000 Meter! Es soll an diesem Tag noch sehr heiß werden, noch tragen wir aber Handschuhe. Wir machen kurz Pause und fotografieren einmal rundum und genießen das Panorama. Dann starten wir den Abstieg zum Gletscherrestaurant an der FIS Skiweltcupstrecke von Sölden. Trotz der Steilheit lässt es sich überraschend angenehm laufen. Wir finden einen Bergschuh mit einer daran befestigten Todesanzeige. Aus dem Text geht hervor, dass der Verunglückte im Winter hier abgestürzt ist. Das hält mir schlagartig vor Augen wie gefährlich dieser wunderschöne Ort sein kann. Man, was hatten wir bis jetzt für ein Glück gehabt! Das Wetter hat es immer sehr gut mit uns gemeint! Wir hätten hier auch 20cm Neuschnee haben können wie im August 2017.

Das letzte große Stück vor dem Gletscherrestaurant geht durchgängig über ein Dauerschneefeld. Für mich als Nichtwintersportler spektakulär! Eine Schneeballschlacht im Sommerurlaub. 😀 Serpentinähnlich geht es über den Schnee bergab. Der „Weg“ ist gut gespurt von den E5-lern vom Vortag. Nur ein/zwei cm Neuschnee darüber. Wir sind immernoch die Ersten an diesem Tag. Wenn man nach vorn blickt – ein herrliches Gefühl!

Abkürzung über das Schneefeld

Wie steil ist so ein Hang talwärts? … Keine Ahnung, ich bin ein mieser Schätzer. Gut abschätzen kann ich nur, dass man ordentlich Geschwindigkeit aufnimmt, wenn man hier abrutscht. Ich kann es gar nicht ganz glauben als ich Antje sitzen sehe und mitbekomme, dass sie runterrutschen will. Wie bitte?? Ist das ein Scherz?! … … und schon rutscht sie auf dem Hintern durch den Schnee talwärts. Un-fucking-fassbar! …und hat hörbar Spaß dabei. Geschwindigkeit und Distanz kann ich nicht schätzen. Es ist alles weiss und mir fehlt ein Anhaltspunkt. Vermutliche 400 Meter Luftlinie nach unten kommt sie, zurück auf dem Weg, zum stehen. Hm … und ich? Laufe die 3-4 Kehren oder rutsche in ihrer Spur hinterher? Ich mach SOWAS doch nicht. Das ist so steil – bremsen unmöglich. „Nicht nachdenken“ – „Nicht nachdenken“ sage ich mir mantraartig und eine halbe Minute später bin ich mit unten. Noch 15 Minuten dauert der Weg zur Gletscherstube und wir schauen durch die Fenster. Hier macht heut niemand Frühstück! Mit Sicherheit ist hier an der Skiweltcupstrecke im Winter die Hölle los. Im Sommer eher nicht. Wir nehmen unsere Notfall-Müsliriegel und schauen auf die Karte. Etwa 2-3 Stunden, dann kommt Alm an Alm. Also weiter. Der Zielbereich der Weltcupstrecke ist im Sommer mit das Hässlichste in der Natur was es gibt! Eine derartige Betonwüste mitten in den Alpen wirkt abartig und unwirklich zugleich. Wie sehen zu, hier weg zu kommen. Während wir starten, treffen wir die Leipzig/Erfurt Gruppe, die einen kürzeren Weg gegangen sind. Das heißt, wir treffen zwei davon. Der Rest würde folgen und einer müsse sogar kniebedingt heute abbrechen. Wir verabschieden uns im Glauben, sie wiederzutreffen. Leider nein.

Der Weg ins Tal bleibt so angenehm. Stetig bergab aber nie schmerzhaft. Große Teile entlang von Skipisten und wir passieren zahlreiche Schlepplifte. Kilometer für Kilometer ins Tal wird es auch wärmer. Eben noch in Handschuhen, jetzt kurze Hosen und kurzärmelig. Nur die geschlossenen Almen nerven uns langsam. Im Winter ist da sicher alles brechend voll. Für uns gibt es aber wieder kein Frühstück. Wir laufen durch einen Zirbenwald ohne zu wissen was Zirben sind. Vom Zirbenschnaps erfahren wir erst an diesem Abend. Wie dumm. 😀 10.45 Uhr erreichen wir endlich eine offene Alm zum frühstücken und ich eskaliere. Kässpatzen mit Salatteller und als 2. Portion einen Kaiserschmarrn mit Apfelmus. Die Augen größer als der Magen – ja, ja. Und nein ich hab es bei weitem nicht geschafft! Auch P lächelt amüsiert als die Kellnerin bei uns auftischte. P kam allein, kurze Zeit nach uns und machte hier ebenso eine Pause. C war schon vor uns da und bestellte noch ein Weizen nach als wir hier wieder aufbrachen. C war mir am Abend auf der Braunschweiger Hütte zum ersten Mal aufgefallen. Die 25-Mann-Seilschaft UND die Jojo-Seilschaft überholten uns hier und auch H war ein paar Meter vor uns. Die „Seilschaften“ haben wir hier zum letzten Mal gesehen. Die Bergschulen gehen ab dieser Etappe einen anderen Weg und nichtmehr auf dem E5. Im Ötztal angekommen gehen die letzten Meter parallel zu einer Straße. Obwohl es erst 13.30 Uhr ist, sind wir froh endlich am Ziel zu sein für heute. Auf 19 Kilometer und 7,5 Stunden Gehzeit sind wir dennoch gekommen. Als erstes wollten wir alle unsere Sachen waschen und zum trocknen aufhängen. Die Hütte war jedoch erst ab 15.00 Uhr besetzt. Kurzerhand haben wir im Gebirgsbach neben der Talhütte unsere Klamotten gewaschen. Wie alte Waschweiber, jeder auf einem Stein.

Die Talhütte Zwieselstein ist eine Selbstversorgerhütte des Alpenvereins im Tal. Warmes Duschwasser und Steckdosen sind ein kleiner Luxus. Wir haben ein Vierbettzimmer. Mit uns ist wieder H und P hier sowie C, mit dem wir aber erst morgen ins Gespräch kommen.

Hüttenstempel

Das Selbstversorgen macht uns zu einer 4er Gruppe. Mit dem Bus zum einkaufen nach Sölden, gemeinsam kochen und dann kommt ja noch das Zielbier und der Hüttenschnaps. 😉 An diesem Abend, ohne Seilschaften und ohne Zeitdruck, sitzen wir zum ersten mal entspannt zusammen und erzählen. Für unsere Verhältnisse sogar relativ lang – bei Bier, Schnaps und Voltaren. Unser Zusammentreffen jeden Abend war bisher rein zufällig. H & P laufen allein und ohne Reservierungen in den Hütten. Als Alpenvereinsmitglied hat man den Vorteil nicht abgewiesen zu werden. Anders gesagt: eine Garantie in der Hütte bleiben zu können und wenn es ein Notlager ist. Wir verabreden uns noch zum gemeinsamen Frühstück. Es geht am nächsten Morgen von Zwieselstein (1.472 m ü.NN) hoch zum Timmelsjoch (2.474 m ü.NN) , über die Grenze nach Italien bis nach Moos (1.007 m ü.NN). Mit 25 Kilometern eine längere Etappe.  =Fortsetzung folgt=

 

Etappe 4: Skihütte Zams – Braunschweiger Hütte

Geschlafen haben wir wieder vor 20 Uhr. Irgendwie ticken die Uhren auf den Hütten anders. So sind wir aber auch wieder vor 6.00 Uhr wach und startklar. Die Nacht war erholsam. Zum ersten Mal hatten wir 2er Boxen im Lager. So viel Privatsphäre waren wir schon gar nicht mehr gewohnt. Das Abendessen in der Skihütte Zams war das beste was wir bisher hatten auf der Tour. Vor- & Hauptspeise plus reichhaltige Salatauswahl. Die Skihütte Zams kann es definitiv mit einem Hotel aufnehmen ohne sich verstecken zu müssen! Frühstück gibt es um 7.00 Uhr. Das ist uns allen fast ein wenig zu spät für den langen, vor uns liegenden Tag.

Daten Etappe 4

Es startet trotzdem niemand früher weil die Seilbahn, die uns wieder auf den E5 Wanderweg zurückbringt, erst um 8.00 Uhr fährt. Naja was soll`s … lässt sich ja nicht ändern. Kurz vor 8 stehen wir alle an der Mittelstation der Venetbahn und warten. Die Gondel kommt und wir steigen ein.

Drama in der Gondel: 😀 Um die Türen der Gondel an der Mittelstation (ein Zwischenhalt der nicht bei jeder Fahrt bedient wird) öffnen zu können, muß der Gondelfahrer mit einem riesigen Stahlriegel die Gondel mit dem Mast der Zwischenstation verbinden. Erst dann hat die Gondel den richtigen Abstand zum Mast, so dass man ohne Stufe oder Spalt im Boden einsteigen kann. Wir stehen also alle in der Gondel. Der Fahrer der Venetbahn zieht den riesigen Stahlriegel und die Gondel hängt wieder frei. Er legt den Riegel auf den Boden, stellt sich darauf und wippt 5-6 mal darauf herum. Spätestens jetzt wird er von allen Fahrgästen aufmerksam beäugt. Ich schreibe immer von „DEM“ einen Fahrer. Es hätten auch glatt 2 in einem Körper sein können. Ein Bär von Mann, groß und breit. Macht ne Menge Schatten der Typ der trotzdem einen sehr sympathischen Eindruck macht! Als nächstes stellt er den Riegel weg. Achnee!! Er versucht ihnr irgendwo reinzustecken! Auf dem Riegel wippen, Versuch einzustecken, wippen, Versuch einzustecken, Versuch zu biegen, wippen, Versuch einzustecken. EWIG. Bis wir langsam begreifen: das Ding ist der „Zündschlüssel“.

Gondel der Venetbahn

Ohne diesen Riegel bzw Schlüssel geht die Tür nicht auf und lässt sich die Gondel nicht bewegen. Er müht sich sehr. Er hat unser aller Mitleid und alle drücken die Daumen dass er es hingebogen bekommt. 😀 Lust auf zusätzliche Kilometer hat keiner. OK das Sport-Wander-Paar vielleicht schon. Als nächstes verbindet der Gondelfahrer unsere Gondel wieder mit dem Mast. Er öffnet ein Fenster und versucht uns mit der Gondel zum schwingen zu bringen. Alles wortlos! Ob wir uns sorgen oder lachen sollen weiß gerade keiner mehr. Das ganze wirkt sehr planlos. Er bekommt den Schlüssel auch nur mit Mühe wieder aus dem Mast der Zwischenstation heraus. :-/ Er geht in seinen Führerstand steckt den „Zündschlüssel“ ein und Zack! Drin! Er lässt sich auf seinen Sitz fallen und piepst ein lautes Phuhh! Applaus in der Gondel!! Die Gondel fährt mit uns also los – nach unten. WAAAS?? Nach unten um dort noch die Jojo-Seilschaft einzuladen. AHHH!!! Wir haben das Gefühl, gar nicht los zu kommen heute. 😦 Oben ausgestiegen macht sich dort auch noch die 25-Mann-Seilschaft auf den Weg. Die Glanderspitze (2512 m ü.NN) ist im Nebel und ab 14.00 Uhr soll es Regen geben. 😦 8.30 Uhr laufen wir endlich weiter um 10 Minuten später hinter der langsamen 25-Mann Bergschule zu klemmen. Das wird mein Tiefpunkttag! Zur Krönung bemerke ich nicht wie ich ausversehen meine GPS Aufzeichnung an der Uhr pausiere. :-/ Mir fehlen mindestens 7 Kilometer in der Aufzeichnung. Wir haben uns für einen kleinen Umweg, um den Berg herum entschieden. Vom Gipfel sieht man an diesem Tag eh nix. Dadurch gehen wir eine längere Strecke, haben aber auch ein paar Höhenmeter eingespart. J kommt erst mit uns, nimmt dann aber doch einen anderen Weg zum Gipfel. Am Tag zuvor war sie mit in dem 30 Minuten Stau hinter dieser Gruppe.

 

Bergschule auf dem E5

Nach etwa einem Kilometer haben wir das große Glück, uns an der Bergschule vorbeizuschummeln. Der Bergführer erklärt etwas, was man in der Ferne sieht. Das hätte mich bestimmt interessiert aber in DIESEM Fall so gar nicht. NULL!! Hauptsache vorbei und Platz zum laufen. Aufgefädelt wie eine Perlenkette laufen die Lemminge … äh … Kunden des Bergführers hintereinander her. Kein rechts vorbei – kein links vorbei möglich. Mich wundert nicht, dass der Großteil der „Alleingänger“ nicht gerade erfreut ist in so einer Gruppe gefangen zu sein. Wir haben schnell so viel Vorsprung dass wir die Gruppe bald nicht mehr sehen können. Ab der Gogles Alm kommt sogar die Gute Laune zurück. Wir laufen größtenteils über felsige Wiesen vorbei an Pferden und Kühen. Ab der Gaflunhütte wird der Weg ein Wirtschaftsweg. Hier treffen wir wieder auf den E5 und es geht durch den Wald hinab nach Wenns (962 m).

Zwischen Wenns und Mittelberg geht der Fernwanderweg entlang einer Landstraße durch das Pitztal. Wir entschließen uns, dieses Stück Straße mit dem Postbus zu fahren. Hinter dem Pitztaler Hof in Wenns ist die Haltestelle. Wir kommen ca. 12.30 Uhr dort an und der Bus fährt vor. ;-D Perfektes Timing! Im Wartehäuschen sitzen außerdem H, P, der Kaltduscher von der Kemptner Hütte (mit Frau) und das Sport-Wander-Paar. Während der Fahrt beginnt es zu nieseln. In Mittelberg angekommen wollen wir noch kurz etwas essen um danach den letzten 3h Anstieg in Angriff zu nehmen. Im Berghof Steinbock kommen wir mit dem Nachbartisch ins Gespräch. „Ihr wollt zur Braunschweiger? Bei dem Wetter? Oh-Oh“ – „Und morgen übers Pitztaler Jöchl??“ – „Übermorgen wär da besser“ Gut dass wir nicht jedem Glauben schenken. 😀 Wir packen uns wetterfest ein und dann auf in den Kampf! Wenn man unter den Ersten auf der Braunschweiger Hütte wäre, hätte man noch warmes Duschwasser. 😀

Anstieg zur Braunschweiger Hütte 

Der Aufstieg beginnt erstmal verhalten. Die groben Felsbrocken sind glitschig vom Regen. Die Sicht wird immer schlecher. Wir sehen nichts talwärts und nach oben ebensowenig. „Bei der Kletterei vielleicht auch besser“ rede ich mir ein denn es geht wirklich extrem steil bergauf. Die Braunschweiger Hütte (2.759 m üNN) ist das höchstgelegene Etappenziel des Fernwanderweges Nr. 5. Wir orientieren uns hier wieder an den noch zu bewältigenden Höhenmetern und nicht an der Strecke. Die Zeit vergeht unbemerkt. Wir singen NDW Lieder und versuchen uns am bayrischen Dialekt. „I brauch ka grosse Welt, i will ham nach Fürstenfeld“ Höhenkoller? 😀

Nach einiger Zeit hören wir hinter uns ein keuchen im Nebel. Vor uns hören wir Stimmen. Sehen können wir niemand. Laut Uhr sind es keine 200 Höhenmeter mehr. Mit einem mal geht es dann sehr schnell und es kommt zu einem kleinen „Gipfel“treffen. H, P, und das Kaltduscherpaar vor uns die wir überholen und zwei der Leipzig/Erfurt Gruppe die uns alle zusammen überholen. Keine 10 Minuten später stehen wir plötzlich auf der Terrasse der Braunschweiger Hütte. ENDLICH!!!

Hüttenstempel

Schuhe zum trocknen, die regennassen Klamotten in den Trockenraum und erstmal unser Bett im Lager suchen. 7 Betten in einem Raum. Die 4er Leipzig/Erfurt-Gruppe, wir beide und H. Mir beginnt das langsam richtig Spaß zu machen. Man trifft sich jeden Abend auf der Hütte und tauscht sich über den Tag aus. Was für ein unbeschwertes Leben. Und es sollte noch besser werden! Wir sitzen beim Zielbier und erst jetzt fallen die Bergschulen ein. Aus dem Regen draußen wird nach und nach Schneeregen. Wir sitzen auf 2759 Metern Höhe und wollen morgen Früh auf über 3000. Bitte keinen Schnee!!

 

 

 

 

Etappe 3: Memminger Hütte – Skihütte Zams

Kurz nach 5.30 Uhr stehen wir vor der Memminger Hütte (2242 m ü.NN) und brechen auf. Mit einem Apfel und Müsliriegel als Ersatzfrühstück zwischendurch.

Daten Etappe 3

Der Weg bis zur Seescharte (2599 m ü.NN) wird unsere erste abenteuerliche Erfahrung bei dieser Alpenüberquerung. Wir freuen uns und auch das Wetter verspricht wieder einen sonnigen Tag. Mein erster Sonnenaufgang so weit oben in den Alpen. Die Sonne scheint auf die Bergspitzen und lässt diese in einem warmen Goldton strahlen. Während die Bergschulen zum Frühstück gehen, sind wir die Ersten die an diesem Morgen starten.

Der Weg wird heute steiler. Erst felsig, dann über Schnee und Geröllfelder. Auf einem schmalen Pfad geht es am Berg entlang. Links Geröll nach oben, rechts nach unten. Wenn ich weiter nach oben blicke, sehe ich eigentlich nur Felsen. HM … ich dachte der E5 Wanderweg hat keine Kletterpassagen?! Ein traumhafter Blick zurück zur Memminger Hütte. Am Fels angekommen kann man anhand der Markierungen den zu gehenden Weg langsam erkennen. „Weg“ ist ansich der völlig falsche Begriff. Die Route trifft es besser. An Stahlseilen entlang und immer weniger Platz zum gehen. Konzentriert kommen wir der Scharte immer näher. Die Stöcke sind hier nur im Weg und ich überlege ob es überhaupt sinnvoll ist mit Stöcken zu gehen wenn es so steil wird. Ja! Das ist steil und genau das was ich mir vorgestellt habe. Es werden noch anspruchsvollere Stücke kommen, aber dieser erste Abschnitt ist schon das was unsere Abenteuerlust erfüllt. Die Scharte ist eng aber man kommt gut durch. Sich für ein Foto nochmal umzudrehen, wird mit dem Rucksack aber schwierig. Wir machen trotz der Enge reichlich Fotos. Der erste Blick in das nächste Tal ist für mich vergleichbar mit dem ersten Blick in ein Geschenk. Leider ist sowas auf Fotos nicht festzuhalten – sowas kann man nur erleben. Durch unseren zeitigen Aufbruch sind wir hier oben ganz allein! Um 7.00 Uhr morgens! Verdammt geiler Scheiß!

Route über die Seescharte

Es folgt der anstrengendste Abstieg der Tour, über 1800 Höhenmeter nach unten Richtung Zams (767 m ü.NN). Die meisten Abbrecher geben in Zams auf, erfahren wir später. Der Weg nach unten beginnt ebenso steil wie der Aufstieg zuvor. Über Geröll und so große Absätze, dass ein normaler Schritt nicht ausreicht. Hier finde ich meine Stöcke auf einmal ganz sinnvoll, denn so kann ich mich wenigstens etwas auf die Stöcke stützen und muss nicht mein ganzes Gewicht auf meine Knie übertragen. Nach einer Stunde sind wir immer noch in dem endlos scheinenden Zickzack über Geröll. Eine Alm können wir schon länger sehen aber kommen nur äußerst langsam näher.

An der Lochbachalm endlich angekommen geht es angenehmer weiter. Immer entlang des Bachs über Wiesen und später auch durch Wald. Rechts und links vom Lochbach geht es steil bergauf. Die Schneisen, die von den Lawinen ins Tal gerissen werden, zeigen beeindruckend die Kraft der Natur. Kurz nach halb 10 kommen wir endlich zur ersten (und einzigen) Jausestation vor Zams. ENDLICH Frühstück! Käsebrote, Kaffee und ein Bier … morgens halb 10 in Österreich. ;-D Kurz bevor wir weiter gehen, kommt die 4er Gruppe von der Spielmannsau und lässt sich ebenfalls nieder.
Unsere Trinkflaschen sind noch fast voll, deswegen verpassen wir, sie noch einmal aufzufüllen. Auf den kommenden 2,5 Stunden haben wir keine Möglichkeit mehr dazu. Auf dem Fernwanderweg E5 geht das Wasser eigentlich nie aus. Man muss keine großen Vorräte mit sich schleppen um versorgt zu sein. Wie gesagt: eigentlich. Der Weg geht erstmal so entspannt weiter. Man bleibt sogar fast auf gleicher Höhe während der Lochbach eine tiefe Schlucht in das Tal schneidet. Später sehen wir Landeck. Zams muss also gleich um die Ecke sein. Ja – gleich um die Ecke und noch mal 700 Höhenmeter runter? Ja! Es wird noch einmal abartig steil und langsam schmerzhaft in den Knien. Eigentlich sieht man ja den Gipfel und kommt einfach nicht näher – hier sehen wir das Tal und kommen nicht näher. Etwa 150 Höhenmeter vor Zams (ja, Distanzen haben wir nur noch mit Höhenmetern gesehen 😀 )  müssen wir noch einmal Pausieren. Sie Sonne tut ihr Übriges. Aber nein, lieber Hitze und Sonne als Regen!!

Lochbach

Die 4-Kerle-Gruppe überholt uns hier. Endlich unten angekommen stehen wir vor der Bäuerinnenkapelle und feiern den Trinkbrunnen davor. Die Kirche in Zams ist das Wahrzeichen des Ortes. Der Kirchturm steht nicht bei der Kirche selbst, sondern ein paar Meter entfernt. Die Ursache dafür liegt in einem Brand, der 1911 die Kirche in Asche legte und die alte Bausubstanz zerstörte. Der Turm blieb erhalten, während die Kirche etwa 50 Meter entfernt neu errichtet wurde. Wir setzen uns in den Schatten und gönnen uns ein Eis von der Tankstelle. Denn ansich sind wir am Ziel. Zur Skihütte Zams (1.780 m ü.NN), in der wir übernachten, bringt uns eine Seilbahn. Bis dahin haben wir noch fast eine Stunde Zeit.

Nach und nach kommt ein bekanntes Gesicht nach dem anderen. P, J, H, W, eine gemischte 4er Gruppe aus Leipzig/Erfurt die wir auch schon von der Kemptner Hütte kennen und das Sport-Wander-Paar.

Hüttenstempel

15.30 Uhr sind wir auf der Hütte. Warmes Duschwasser für alle, Steckdosen am Bett(!), WLAN (!!!) und WÄSCHESERVICE (!!!!11!1) 😀 alles kostenlos. Auf die unterschiedlichen Wäschewaschaktionen werde ich später noch eingehen können. Wir haben Zeit zum entspannen, rasieren und für das Zielbier.

Wir sind alle glücklich diesen Tag gut überstanden zu haben und kommen hier, wo wir „unter uns“ sind, erstmals ins Gespräch. Für die Bergschulen scheint die Hütte zu teuer da sie keine Alpenvereinshütte ist. Wir hören erstaunt von über einer halben Stunde Rückstau vor der Seescharte. Eigentlich nicht verwunderlich wenn ein Bergführer 25 Leute da durch führen soll. Wie die Lemminge, das werden wir am nächsten Tag live sehen. Die nächste Etappe geht über Wenns (962 m ü.NN) hoch zur Braunschweiger Hütte (2759 m ü.NN). Der Wetterbericht droht ab 14.00 Uhr mit Regen. 😦 Fortsetzung folgt.