VEB Stra Cervisia

Im Jahr 1923 gründet sich in dieser Kleinstadt ein Spinnstoffbetrieb. Das Haupterzeugnis lag in der Fertigung von Spinnstoffen aus Kunstseide und Zellwolle. 1946 wird das Unternehmen enteignet und in das Volkseigentum überführt. Der Betrieb wird führend in der textilen Kunststoffverarbeitung – europaweit. Mit der deutschen Wiedervereinigung wird ein Großteil der Belegschaft erst entlassen. Dann gelingt die Umwandlung in eine GmbH und man setzt die Fertigung fort. Das Zurückgewinnen der ehemaligen Belegschaft gelingt nur in wenigen Fällen. Doch 2006 meldet das Unternehmen Insolvenz an und stellt die Fertigung ein. Bei mehreren Zwangsversteigerungen gab es keinen einzigen Interessenten. Keiner bot Geld für das autobahnnahe Areal in bester Lage.

Im Gebäude liegen noch zahlreiche Unterlagen aus allen Zeitabschnitten. Diese Location ist durch das Labor, die Büros, Werkstätten und die verbliebenen Werkstoffe sehr interessant. Beim Besuch des alten VEB ereignete sich noch etwas sehr Mysteriöses. Wir befanden uns im 2. OG, in einem verlassenen Büro. Plötzlich klingelte im Gebäude ein Telefon. Vom Klang her ein sehr altes Exemplar mit Wählscheibe. Nach Rücksprache ereilte auch andere Urbexer dieses Phänomen. Was war da los? Wie kann in einem seit Jahren leerstehenden Gebäude, in dem kein Strom mehr anliegt, ein Telefon klingeln? Da wir zu der Zeit schon wieder auf dem Weg nach unten waren, entschieden wir uns das Gebäude umgehend zu verlassen. Ein Lost Place bei dem man sich durch die vorbeiführenden Straßen eh schon beobachtet vorkommt.

HO-Gaststätte Goldener Kronleuchter

Die HO-Gaststätte „Goldener Kronleuchter“ liegt am grünen Rand einer grauen Stadt. Zu DDR-Zeiten war hier ein Naherholungsgebiet was sogar Urlauber in diese Industriestadt zog. (Dazu später mehr) Der „Goldene Kronleuchter“ wurde im Jahre 1882 errichtet und liegt … ähm … lag sehr zentral zwischen einem künstlichem Stausee, einem Tierpark sowie einem Wildtiergehege und einer Burg. Damals gab es um den Stausee mehrere Zeltplätze, ein Kino und sogar eine Bungalowsiedlung, die bei den Urlaubern sehr begehrt waren. Eines der wenigen Hotels war der „Goldene Kronleuchter“. Nach der Wende blieben zuerst die Urlauber weg. Eine Burg und ein künstlicher Stausee lockt nun niemanden mehr in die graue Stadt. Die Gaststätte, mittlerweile privat geführt, hat das Ausbleiben der Urlauber aber ganz gut weggesteckt. Der Große Saal und das Restaurant waren eine gefragte Location für Tanzstundenbälle, Hochzeiten, Jugendweihen oder sogar Konzerte. Aufgrund von Anwohnerbeschwerden wurde der Tanzsaal Mitte der 90er Jahre geschlossen. Lediglich die Gaststätte wurde bis ins Jahre 2002 weiter betrieben. Bis 2005 war es nur noch der Biergarten der an vereinzelten Tagen geöffnet hatte. Seit 2005 gehört das Gebäude einem bekannten Gastronom der Stadt. Vermutlich ohne Konzept verfällt es seit dem. In den Kreisen der Urbex Gemeinde ist der Gasthof bekannt durch den von der Decke gefallenen und auf dem Boden liegenden goldenen Kronleuchter. Nach dem Kulturpark Plänterwald und dem FDGB Hotel Dunker im Harz, war dies nun schon die dritte Urbex-Location wo ich selbst ein Zeitzeuge bin. 1982, mit 6 Jahren, war ich mit meinen Eltern hier im Urlaub. Erinnerungen habe ich an den „Goldenen Kronleuchter“ leider nicht, dafür aber an die übrigen touristischen Highlights in der Nähe. Im Haus, oder besser gesagt im Büro, liegen noch sämtliche, alte Kalender mit Reservierungen und Buchungen der Räumlichkeit. 1982 war ich als 6jähriger hier im Naherholungsgebiet. Klar, dass ich beim Terminplaner für das 2. Quartal hängen geblieben bin. Darin finde ich zum Beispiel:

  • 2. Mai 1982 – Carl Bobach Oberschule – Jugendweihe – ca. 300 Personen – 11.00 Uhr Einlass – 12.00 Uhr Mittagessen – 15.30 Uhr Kaffee – 18.30 Uhr Abendessen – dazu welche Familien Sonderwünsche hatten wie eine Bowle für Familie Gnaß für 60 Mark – Schichtplan des Bedienpersonals, Küche, Garderobe und Bar
  • 11. Mai 1982 – 1. Turnus Urlauberanreise – 75 Personen im Saal
  • 15. Mai 1982 – Hochzeit Scheffler – inkl. bestellter Speisen und dem Zeitplan von 11.00 bis 0.00 Uhr – Blumendeko wird selbst gebracht – Taxis bezahlt
  • 1. Juni 1982 – Betriebskindergarten ROBOTRON – 10.00 Uhr – 60 Kinderportionen und 10 Erw.-Portionen Eis

Es ist reichlich 5 Jahre her, dass ich zum ersten Mal um den Gasthof geschlichen bin. Danach in regelmäßigen Abständen immer mal wieder und immer umsonst. Kein Weg hinein. Bis jetzt.

Tante Erikas Erbe

„Tante Erikas Erbe“ oder manchmal auch „Oma Erikas Erbe“ ist eine Urbex Location die in den Letzten Wochen und Monaten sehr begehrt war, da dieses Haus noch fast unberührt war bzw ist. Ein Haus welches, wenn man es betritt, eine positive Stimmung ausstrahlt. Tante Erika war wohl eine gute Seele. In der Tat ist das Haus von Tante Erika noch verschont geblieben von Kabeldieben, Sprayern oder hirnlosen Urbexern. Die Wohnräume sind liebevoll dekoriert und (für ein leer stehendes Haus) sauber. Im Vergleich zur Urologen Villa der Anna L. fehlt hier etwas DER Hingucker. Was für Tante Erikas Haus aber keineswegs abwertend gemeint ist! Erika scheint eine lustige Dame gewesen zu sein. An der Toilettentür hing ein Kärtchen mit der Aufschrift: „Bei Gefahr bitte umdrehen!“. Neugier siegt selbstverständlich. 🙂 Auf der anderen Seite der Karte stand: „Bei Gefahr du Esel!“. Leider war Erika vermutlich an Demenz erkrankt, denn über jeder Tür stand was sich dahinter befindet. Die Kalender im Haus sind aus dem Jahr 2011, was vermuten lässt, dass Erika und ihr Mann oder Lebensgefährte das Haus Ende 2011 verlassen haben. Das würde auch den Weihnachtsschmuck erklären. Im Haus fanden wir ein paar selbst verfasste Gedichte von Tante Erika. Ein Gedicht von ihr, wodurch wir erst ihren Namen kennen. Und dies soll ihr Erbe sein:

##### unten letztes Haus, da schaut die Erika heraus. Die Fenster sind nicht groß, sind eher klein, ihr Konterfei passt wunderbar hinein. Wanderer, schau nur etwas genauer hin, du siehst nicht nur ihr schönes Kinn. Doch geh von dannen ich sag es dir, im Garten sitzt der Ralf beim Bier. Wanderer da gibt es nichts zu pennen, da hilft nur eins: rennen … rennen … rennen! 1999

 

Das Haus Elisabeth

Das kleine Fachwerkhaus finden wir in einem ruhigen Dorf am Rand einer Kleinstadt. Bis zur nächsten Großstadt sind es keine 50 Kilometer. Das verlassene Haus ist nicht wirklich versteckt, ohne einen Insider hätten wir es aber vermutlich übersehen. Vermutlich? Definitiv! 7 Jahre lang haben wir nämlich keine Notiz von Elisabeths Haus genommen.

Elisabeth hätte in ihrem Haus sofort wieder wohnen können. Alles war noch so, wie sie es verlassen hat. Das abgewaschene Geschirr ihrer letzten Mahlzeit steht noch an der Spüle. Der Mittagstisch scheint gedeckt und das restliche Geschirr steht wie eh und je in den Schränken. Selbst ein halber Kasten Bier und ein unangetasteter Pack Wasser stehen in der Vorratskammer. Die Terrasse ist unnutzbar zugewuchert. Die Möbel und der Sonnenschirm auf der Terrasse sind auch nur notdürftig abgedeckt. Im Jahr 2013 hat Elisabeth ihr Wohnhaus verlassen und ist in ein Altersheim gezogen. Ihre Kleidung, die persönlichen Unterlagen und Erinnerungen hat sie vermutlich mitgenommen, denn davon ist nichts mehr im Haus. 2014 ist Elisabeth verstorben. Nachfahren oder Erben gibt es keine. Das wissen wir ziemlich genau. Fakt ist auch, dass sich seit 2013 keiner mehr um ihr Haus gekümmert hat. Ihr vormals gepflegter Vorgarten ist vor lauter Gestrüpp kaum noch zu erkennen. Keine Erben Hm etwas ratlos stehen wir allerdings vor einem Kinderbett inklusive Kuscheltier in ihrem Schlafzimmer. Es gibt im Haus auch Window-Color Bilder von einem Kind in den Fenstern. Hat Elisabeth Baby-gesittet für Nachbarn oder Bekannte? Auf dem Altpapierstapel in der Küche liegt auf den lokalen Tageszeitungen von 2013, eine Tageszeitung aus München vom März 2014. Ich gebe den Ort natürlich hier nicht preis, aber München liegt 400 Kilometer entfernt.

 

Der Doggenzüchter (oder ‚Das Haus der Skelette‘)

Es ist bestimmt 2 Jahre her, dass ich im Internet zum ersten Mal auf Urbexfotos von dieser Location gestoßen bin. Auf dem Dachboden aufgehangene … ja was ist das? Skelette? Wirbelsäulen? … für einen Lost Place SO besonders, dass es im Hinterkopf bleibt. Bei einer Location wie dieser dauert es dann auch nicht lang bis man die nächsten Fotos bei einem anderen Urbexer findet. Vermutet hatte ich damals diesen Ort im Ausland. In den Benelux Staaten ist bekanntlich das Urbexparadies. So skurrile Orte findet man in Deutschland wohl nicht. O-Ton Kopf: “ Jaa. Eigentlich müssten wir wieder mal einen Wochenendtrip machen.“ Ich habe ja schon das eine oder andere Mal beschrieben wie ich meine Locations finde. Hier habe ich allerdings noch eine ganz neue Art. Der ZUFALL !!! Eine Unterhaltung zwischen zwei Arbeitskollegen von mir. “ … Freunde … Fotografieren … Hobby … Lost Places … Doggenzüchter … Wirbelsäulen … “ Hat bei mir ein wenig gedauert bis ich begriffen hatte um was es hier ging. O-Ton Kopf: „Wie??? Hier bei uns??“ Vermutlich habe ich das auch ausgesprochen denn Zack! hatte ich den Ortsnamen. Tatsächlich keine 25 Kilometer entfernt. Meine Fresse. Das Gute liegt dann doch so Nah. Die GPS Koordinaten waren dann ein Kinderspiel und im Handumdrehen rückte der Doggenzüchter ganz nach oben auf unserer Liste.

Einige der verbreiteten Fakten zur Geschichte des Ortes konnte ich anhand der im Haus gefundenen Dokumente nachvollziehen. Die Bewohner, ein älteres Ehepaar mit ihrer Tochter, haben nach der Wende ihren ehemaligen Familienbesitz zurückerworben und das ehemalige Rittergut Anfang der 90er wieder bezogen. Zuvor wurde der Hof von der örtlichen LPG genutzt. Vater und Tochter züchteten sehr erfolgreich Deutsche Doggen. Die zahlreichen Pokale und Urkunden zeugen von sehr guten Zuchterfolgen. Beginn der 2000er Jahre leitete die Tochter der Familie (vermutlich mit ihrem Mann) eine Dachdeckerfirma. Anfangs war der Firmensitz mit in diesem alten Rittergut (erstmalig erwähnt im Jahr 1580). Später war der Firmensitz in einer benachbarten Kleinstadt. Viel mehr lässt sich nicht belegen. Aus dem Jahr 2010 gibt es einen Zeitungsartikel über den Doggenzüchter und seine Frau über deren 60 jähriges Hochzeitsjubiläum. Verstorben ist er im Januar 2017, allerdings im Ort in dem er vor der Wende lebte. Den wirklichen Grund warum die Familie hier alles stehen und liegen gelassen hat (der Kühlschrank war noch gefüllt, die Zahnbürsten standen im Bad und die Kleider hingen im Schrank) habe ich nicht herausfinden können. Die Dachdeckerfirma steigerte jährlich ihre Umsätze bis 2016. Die Tochter schließt die Firma 2017 und sie verschwindet Anfang 2018 aus dem Handelsregister. …und die Tochter nach Spanien. Der Vierseitenhof des Doggenzüchters ist ein interessanter Ort der einen mit vielen Fragen wieder nach Hause schickt. Die Skelette auf dem Dachboden der Scheune regen die Phantasie an, auch wenn man anhand der vielen Hundeboxen in den ehemaligen Ställen den Grund zu kennen glaubt. Die Skelette, die Hunde, die Dachdeckerfirma. Außerdem zwei Bäder, Schlafzimmer und Wohnräume, Akten und unzählige Unterlagen der Dachdeckerfirma. Alle Fakten sind klar erkennbar. Der Blick auf die Personen die hier lebten bleibt aber sehr verschwommen. Trotz der großen Anzahl an Fotos und Briefen im Haus. Eigentlich liegt die Geschichte der ehemaligen Bewohner in jedem Raum klar vor einem. Es scheint aber als ob diese mit aller Macht versuchen ihr Schicksal zu verbergen. Die Erklärung, warum die Familie des Doggenzüchters wieder in ihren ehemaligen Wohnort zurückwechselte, liegt mit Sicherheit noch in diesem Haus. Die Fakten sind klar. Die Personen und deren Geschichten nicht. Ich konnte das Rätsel diesmal leider nicht ganz knacken.

 

 

 

Zusammen bis ans Ende der Welt – Teil 30

Samstag – 29. Juni 2019 – Versuch eines Fazits

Und? Wie wars? Das war die „Frequently Asked Question“ – die häufigste gestellte Frage. Tsja, was soll man darauf antworten? Ich habe darauf keine schnelle Antwort. „Unbeschreiblich!“ Das habe ich meist als Erstes gesagt. Direkt nach unserer Rückkehr habe ich kein ganzes Bild vom Erlebnis Camino vor Augen gehabt. Auch heute sehe ich den Jakobsweg noch nicht als eine einzige Erinnerung. Jeder Tag, jede Etappe und jede Stadt … manchmal sogar nur eine Kurve, ist eine Erinnerung für sich. Ich glaube das ist nie möglich, alles zu verarbeiten. Mit Hilfe meines Tagebuchs (was du eben gelesen hast) und unseren tausenden Fotos kann ich den Weg langsam nachzeichnen. Aber nur anhand der Daten. Meine Erinnerungen sind noch viel, viel größer. Ich bekomme immernoch Gänsehaut beim Lesen der Ankunft in Santiago. In einem „normalen“ Jahresurlaub ist man in einer oder in zwei Unterkünften. Diese bleiben immer die gleichen. Die Abläufe dort kennt man nach der zweiten Nacht und beginnt auch im Urlaub, alles automatisch zu machen. Wenn man sich dort auch jeden Tag etwas Anderes ansehen würde, hast du während diesem Urlaub 2 Unterkünfte und 14 Orte gesehen. Das entspricht auf dem Jakobsweg die Empfindungen von einem Tag. Die ersten drei Tage nach unserem Start in Burgos bekomme ich noch zusammen. Danach verschwimmen Orte, Bilder und Erlebnisse von Tag zu Tag mehr. Santiago als großes Zwischenziel ist dann wieder greifbar. Die 20 fehlenden Tage davor und die Tage danach gehen nur anhand meiner Aufzeichnungen in meinen Kopf. Zahllose Kleinigkeiten die plötzlich so wichtig und interessant werden. Mein Chef in Stollberg und ein paar andre haben nur mit einer Höflichkeitsfloskel nachgefragt. „Und, hast du Blasen gehabt?“ Mehr Interesse kam aus Stollberg nicht. Vermutlich sind manche immernoch der Meinung wir wären nochmal über die Alpen. Frage > Antwort: „Tatsächlich eine.“ Man kann also auch in zwei Worten sagen wie ein Monat Jakobsweg war. Andere fragen so interessiert nach, dass die Zeit verfliegt und man gar nicht alles erzählen kann. Wenn ich versuch es ehrlich und kurz zu sagen ist „unbeschreiblich – unvergleichbar – einzigartig“ am treffendsten.

Andere Pilger. Anfangs war ich etwas traurig, keine Deutschen unterwegs zu treffen. Ja OK, wäre sicher auch lustig gewesen. Das was das Pilgern ausmacht, haben wir auch mit Engländern, Italienern oder Asiaten erlebt. Der Camino ist europäisch. Mindestens! International und Multikulti, was mir so gefällt. Camino Freunde fürs Leben habe ich keine mitgebracht. Bei manchen ist es aber traurig, dass man danach keinen Kontakt hat. Man hat immer eine Person, einen Pilger vor sich. Du siehst nicht ob er Banker, Doktor oder Bauer ist. Alle erleben das gleiche. Alle haben die gleichen Probleme mit dem Weg. Alle sind trotzdem gut gelaunt. Ich erinnere mich an eine Pilgerin die anfangs flott unterwegs war. Tage später trafen wir sie humpelnd wieder. In Sarria lief sie vor uns ohne Gepäck und langsam wie eine Schnecke. Sie fuhr da die Etappen schon mit dem Bus, traf unterwegs ihren Mann, der den Weg noch pilgerte, und fuhr dann weiter zur nächsten Herberge. Ich sah sie dann erst in Santiago wieder. Auf dem Platz vor der Kathedrale. Mit zwei Krücken und einem dick verbundenen Fuß. Aber sie lachte breit übers ganze Gesicht. Der Jakobsweg scheint irgendwie alle glücklich zu machen. Jeder bekommt vom Camino genau das was er braucht. Es gibt … auffällige Pilger wie unsere Schnabbel oder den Chanel-Pilger. Diese beachtet man natürlich mehr. Gleiches gilt aber auch für andere. Die zum Beispiel besonders gut singen können oder einfach nur super nett sind. Einen unfreundlichen oder gar aggressiven Pilger habe ich nie gesehen. Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft in einem auffällig, ungewöhnlich großem Maß. Wäre die ganze Welt ein Camino und wären wir alle Pilger, wir bräuchten keine Kriege, Grenzen oder Armeen mehr. Standartsprache untereinander ist Englisch. Zur Höflichkeit (fanden wir) gehört es in Bars, Geschäften oder Herbergen, wenigstens ein paar Sätze spanisch zu können. … was aber kein muss ist!

Schnarcher. Klar. Die gibt es fast jeden Abend. Wenn du aber auf den Jakobsweg gehst ohne Ohropax im Gepäck … dumm gelaufen. Aber selbst dann hast du unterwegs ganze Automaten voller Pilgerbedarf. Ähnlich der Getränkeautomaten bei uns, findest du unterwegs Automaten mit Blasenpflaster, Voltaren, Kniebandage und eben auch Ohropax. In manchen Städten sind ganze Läden nur mit diesen Automaten eingerichtet.

Das Wetter. Naja. Was packt man ein wenn man nach Spanien fliegt? Sonnencreme? Hatten wir. Kurze Hosen, T-Shirt und Sandalen? Hatten wir. Mit Schnee hatte ich allerdings nicht gerechnet. Ich hätte es mir anfangs wärmer gewünscht. Am Ende war aber alles gut so wie es war. No pain – no Story.

Unser Gepäck. Ansich habe ich alles dabei gehabt was ich brauchte. Abgesehen von den Handschuhen die mir Antje organisierte. Jedes Gepäckstück habe ich gebraucht und benutzt. Einzig etwas unnütz war unser Flachmann. Als letzter Mutmacher an nicht enden wollenden Lauftagen sollte er eingesetzt werden. Was in Deutschland problemlos möglich ist, eine kleine Flasche Wodka, Korn o.ä. zum Nachfüllen zu kaufen, ist in Spanien nicht möglich. Kleine Flaschen Alkohol sind Fehlanzeige. Aus der Verzweiflung haben wir den Flachmann einmal in Leon (mit einem zuckersüßen Likör) und einmal später mit einem Anislikör aufgefüllt. Ekelhaft süß. Den werde ich beim nächsten Camino zu Hause lassen.

Die Spanier. Von denen sollten wir lernen. Die sehen alles nicht so eng hatte ich das Gefühl. Ist die Brücke etwas eingestürzt? Leg ein Absperrgitter über das Loch und weiter geht’s. Stromkabel? Muss man nicht unbedingt durchsehen welches wohin führt. Ladenöffnungszeiten? Wenn offen ist – ist offen. Alle sind entspannt. Mittags in der Bar sitzen und ein/zwei Gläser Wein trinken? Das müsstest du dir als deutscher Angestellter mal erlauben. Es muss nicht immer alles überbewertet werden. „Geht schon so“ tut es öfters auch. Einmal pro Jahr werden die Ergebnisse einer europaweiten Befragung veröffentlicht. In welchem Land leben die zufriedensten Menschen? Die Spanier sind seit Jahren auf Platz 1! Wobei wir in Deutschland die viertletzten im Ranking waren. Wir saßen einmal vor unserer Herberge und schrieben Tagebuch. Ein Bauer kam gelaufen, legte sich auf die Mauer vor der Herberge und machte einen Mittagsschlaf. Die Hospitalera in dieser Albergue verabschiedete sich zum Essen und blieb über Stunden verschwunden. Allen ankommenden Pilgern haben WIR die Räumlichkeiten gezeigt und sie haben sich eingerichtet. „Geht schon so.“ Ja, das geht es! Ich liebe dieses Spanien.

Das Essen. In den Herbergen meist einfache Gerichte mit einem Wow-Effekt. Mit Kreativität aus einfachen Sachen etwas Besonderes gemacht. Lokale Spezialitäten sind meist Süßspeisen die oberlecker sind! Vegetarisch ist auf dem Camino nicht immer möglich. Es gibt vegetarische Bars und Herbergen unterwegs aber die sind noch nicht sooo häufig. Unterwegs in den Geschäften fehlte uns das dunkle Brot. Helles Brot in jeder Form und ein gemischtes (Integral) was auch nur gefärbt ist. Der Cafe con Leche ist weltklasse. Wir in Sachsen sind ja auch für den hohen Kaffeekonsum bekannt. Der Kaffee in Spanien ist anders aber immer erstklassig. Pizza kommt meist aus der Mikrowelle. Bocadillos (belegte Brötchen) oder Tortilla (Rührei mit Kartoffeln) bekommt man in fast jeder Bar. Zu jedem Bier bekommst du in der Bar Tapas. Kleine Häppchen die immer anders sein können. Von warm bis kalt, von Nüssen bis Pasteten. Zum Pilgermenü kannst du wählen zwischen Wasser und Wein. Gleiche Menge – gleicher Preis. Zum Teil bekamen wir sogar neuen Wein wenn die Flasche am Tisch leer war. Achja, Wasser haben wir nie gewählt. 😉

Die Pilgerherbergen. Wir haben oft nach den öffentlichen Herbergen gesucht. Öffentliche oder auch gern kirchliche. Die Herzlichkeit in den kirchlichen Herbergen war immer am größten. Hätte diese Möglichkeit in jeder Stadt bestanden, hätten wir uns immer nur dafür entschieden. Das gemeinsame Essen bringt auch die Kontakte die den Jakobsweg so besonders machen. Die etwas noblere Variante ist die privat geführte Herberge. Meist ein klein wenig komfortabler und weniger Betten pro Schlafraum. Bettwanzen waren NIE ein Thema (außer die Vorsichtsmaßnahme in Pieros). Seltsam fanden wir die 1A eingerichteten Küchen in den öffentlichen galicischen Herbergen – ohne jegliches Geschirr oder Besteck. Wer schleppt schon Töpfe und Teller mit?

Die Kosten. Zum Pilgern braucht es nicht viel Geld. Wenn man im Vorfeld plant, die kirchlichen und öffentlichen Herbergen zu nutzen, günstig isst und trinkt, kommt man mit 500 Euro pro Monat hin. Wir haben uns ab und zu eine private Herberge gesucht oder sogar Doppelzimmer genommen. Hin und wieder in Bars gegessen und zwei/drei Kaffeepausen am Tag gemacht. So sind wir auf ungefähr 1000 Euro gekommen. Inklusive Eintrittspreise, Nahverkehr, Souvenirs (und die Kosten für Toiletten in Deutschland).

Am Anfang habe ich geschrieben: „Jetzt bin ich gespannt, was der Camino für mich bereithält.“ Was hat mir der Weg gebracht? Erkenntnis?! Ja, ich denke das passt. Abgesehen von unzählbaren touristischen Highlights ist die Zeit zum Nachdenken das, was Erkenntnisse bringen kann. Man läuft täglich mehrere Stunden. Da ist sogar viel Zeit zum Nachdenken. Ich habe anfangs noch an aktuelle Sachen gedacht. Die Anreise, meine Ferse, wohin laufen wir heute, das Chaos auf dem Flughafen. Danach über mein Leben. Unbewusst habe ich mich an meine Kindheit erinnert. Die Tage vor Weihnachten die immer gleich abliefen. Die Sommerferien als Kind. Die Wohnung meiner Eltern in Mittelbach. Welche Möbel nach und nach ausgetauscht worden sind, wo Steckdosen oder Lichtschalter waren, selbst welche Unordnung ich in welchen Schränken hatte. Auch Kleinigkeiten wie ein Nachtlicht in unserem Flur sind mir eingefallen und waren mir wieder bildlich vor Augen. Selbst kleinste Kindheitserinnerungen kommen wieder zum Vorschein wenn man nur Zeit zum Nachdenken hat. So habe ich mein Leben bis zum heutigen Tag überdenken können. Hier, zu Hause hat man diese Zeit, besser gesagt die Ruhe, nicht! Das meditative Laufen über Stunden ist vermutlich der Schlüssel dazu. Ja und irgendwann hast du dann über alles nachgedacht. Mir hat sich die Frage gestellt, ob ich denn zufrieden bin mit diesem, meinem Leben. Ich habe mich in Spanien regelrecht selbst angeklagt. Ich weiß was meine negativen Eigenschaften sind und was meine Fehler sind. Wenn ich weiß was sich nicht richtig anfühlt, kann ich es auch ändern. Ich habe am Anfang auch die Warnung erwähnt die man Shirley Maclaine sagte: „Dass man „als eine andere Person“ zurückkehren könnte“. Ich glaube das könnte auf einige tatsächlich so wirken. Wenn du dir selbst nicht mehr in die Augen sehen kannst und dann die Gründe beseitigst, bist du keine „andere Person“ – aber dann hast du dich wieder richtig aufgerichtet. Sichtbar bleiben bei mir keine großen Veränderungen. Ich habe ein paar Tage nach unserer Rückkehr meinen Job in Stollberg gekündigt. Unzufrieden und innerlich wütend war ich schon länger über dieses „Verhältnis“. Manchmal war ich aber zu bequem für Konsequenz. Nach einem Monat offline in Spanien ist mir aufgefallen, dass mir Facebook nur Zeit klaut und mich am Ende dann immer wütend zurücklässt. Ich muss nicht wissen, welcher zweifelhafte Patriot blind alles teilt was Hass verbreitet.

Noch eines der Zitate vom Anfang war von Hape Kerkeling. Der sagte, dass seine „Worte nicht ausreichen, um das Gefühl zu beschreiben“. Genau so ist es! Es ist nie und nimmer möglich, alles Erlebte, Gesehene und Gefühlte, mit Worten zu beschreiben. Das sage ich nicht aus Bequemlichkeit weil ich zu faul bin, alles aufzuschreiben. Ich würde mich vor lauter Superlativen im Kreis drehen und du würdest denken, ich spinne. Hape hat einmal sehr treffend auf die Frage geantwortet „Was der Jakobsweg in seinem Leben verändert hat.“ Er hat daraufhin einen Kugelschreiber auf den Schreibtisch gelegt und die Spitze um ein paar Millimeter verschoben. „Wenn der Kugelschreiber, und die gedachte Verlängerung nach vorn, mein Leben vor dem Jakobsweg war – ist die kleine Richtungskorrektur mein Leben nach dem Weg. Im Moment eine klitzekleine Veränderung. In ein paar Jahren aber ein ganz anderes Leben.“

Wenn du einmal mit dem Caminovirus infiziert bist, lässt dich dieser auch nicht mehr los. Es ist schön, dass ich von Antje mit dem Virus infiziert worden bin. Vermutliche der einzige Virus der heilt. Es ist schon ein kleines Wunder, dass wir diesen Weg überhaupt zusammen gehen konnten. Alles voran ging unser Mut. Nichts passiert durch Zufall. Wir sind nicht zum letzten Mal zusammen in Santiago gewesen!

„Angekommen am Punkt, an dem die Füße nicht mehr tragen.

Angekommen am Punkt, an dem kein Weitergehen sich lohnt.

Angekommen am Punkt, wo alles, was du je gesät, angesichts der Größe, in Vergessenheit gerät.

Angekommen am Punkt, an dem sich alle Geister scheiden.

Angekommen am Punkt, an dem der Tatendrang vergeht.

Angekommen am Punkt, wo jede Flucht ihr Ende findet.

Angekommen am Punkt, an dem sich Jagdlust in dir legt.

Angekommen am Punkt, wo jeder ruhelose Träumer sich eingestehen müsste, hier ist Schluss, hier ist die Küste. An diesem Punkt verweil‘ ich einen langen Augenblick,

dann dreh ich um und seh‘ nach vorn, muss weiter, muss zurück!“

Danke Antje!

Danke Mutti & Vati!

Zusammen bis ans Ende der Welt – Teil 29

Montag – 13. Mai 2019 / Dienstag – 14. Mai 2019

 

Die Bar füllt sich innerhalb von ein paar Minuten. Unser letztes spanisches Frühstück. Frisch gepresster Orangensaft, Cafe con Leche, zwei Tostadas und 4 Churros (frittiertes Teig-Gebäck) – alles zusammen für unter 4 Euro! Kurz nach 6.30 Uhr stehen wir schon wieder an der Straße. Geduld haben können wir gut. Nicht! Eine Haltestelle laufen wir dem Bus sogar noch entgegen. An der Haltestelle treffen wir auch unsere zwei Lieblingskoreaner wieder. Der Bus kommt ein wenig verspätet. Wir ergattern Sitzplätze direkt hinter dem Fahrer. Wir fahren los und nach kurzer Zeit (6.55 Uhr) geht die Sonne auf. Die Fahrt verläuft diesmal problemlos. Der Bus hält wieder am Busbahnhof. Es ist noch nichtmal um 9 und wir sind wieder auf dem Weg zur Kathedrale. Hier trocknen wir erstmal unsere Schlafsäcke in der Sonne. Unser Flug geht heute 16.00 Uhr nach Frankfurt Hahn. 13 Uhr nehmen wir den Bus zum Flughafen. Die verbleibenden 4 Stunden verbringen wir in den Souvenirläden von Santiago. Ein Armband, ein Button, Tarte de Santiago und galicischen Käse als Mitbringsel. Bekannte Gesichter finden wir keine mehr. Ein Pilger fällt uns auf, der vor sich einen Bauchladen trägt, auf dem eine Katze sitzt. Diese schaut sehr interessiert in der Gegend herum. Wir bekommen erklärt, dass dies die erste Katze mit eigener Pilgerurkunde sei und gerade eben in Santiago angekommen wäre. Später zu Hause, finde ich sogar einen Zeitungsbericht über diesen Pilger mit seiner Katze.

Der Bus zum Flughafen und der Check-in verläuft ohne Probleme. Gar kein Vergleich zu dem Durcheinander in Berlin. Der Flug ist dann auch pünktlich in Frankfurt Hahn und wir schaffen es locker zum Shuttlebus. Wir kommen um 22.00 Uhr in Frankfurt Main am Hauptbahnhof an. Schön, dass bisher alles so reibungslos geklappt hat. Trotzdem wären wir beide viel lieber in Spanien geblieben. In Deutschland kostet es plötzlich wieder Geld wenn man auf eine öffentliche Toilette muss. W-Lan gibt es, wenn überhaupt, nur gegen Bezahlung. Alles solche kleinen Dinge die in Spanien einfach nebenher laufen.

Unser ICE nach Leipzig fährt erst morgen Früh 6.00 Uhr. Wir müssen also 8 Stunden irgendwie rumbringen. Erstmal eine Runde durch den Hauptbahnhof und noch was kleines zum Essen gesucht. Einen schönen Wartebereich gibt es hier nicht. Hm. Die Geschäfte und die Gastronomie schließt um 23.00 Uhr. Hm. Wir versuchen uns erst im Wartebereich niederzulassen. Aber es ist kalt in Deutschland. Bei angesagten 6 Grad in dieser Nacht wird das wohl nichts. Außerdem glaube ich fast, dass wir die einzigen Reisenden sind zwischen den schlafenden Obdachlosen. Hm. Antje will es bei der Bahnhofsmission versuchen. Ich bin sehr skeptisch. Trotzdem werden wir eingelassen ohne unsere Begründung vorzutragen. Wenigstens sitzen wir hier im Warmen. Eine andere Frau, deren Zug ebenfalls erst am nächsten Morgen fährt, sitzt auch schon hier. Auch nach uns kommt noch eine gestrandete Reisende. Zwischendurch kommen ab und zu andere Personen die einen Tee trinken und wieder gehen. Deren Geschichten erschließen sich mir nicht. Sie kennen sich sehr gut aus hier. Wer weiß. Die 6 Stunden in der Bahnhofsmission ziehen sich endlos. Wir versuchen im Sitzen zu schlafen, mit dem Kopf auf der Tischplatte. Das geht ungefähr 15 bis 20 Minuten und man ist wach weil einem alles weh tut. Zwischendurch habe ich versucht, auf dem Steinboden liegend zu schlafen. Was auch wesentlich besser gegangen wäre wenn nicht nach 10 Minuten die Kälte durch die Klamotten kommt. Kurz vor 5.00 Uhr müssen wir raus weil die Bahnhofsmission auch schließt. Die eine Stunde schaffen wir nun auch noch. Bei McDonald`s gibt es einen großen Kaffee. EKELHAFT! Verglichen mit dem Kaffee in Spanien hat das hier den Namen Kaffee nicht verdient. Vor 24 Stunden hatten wir für unter 4 Euro ein leckeres Frühstück mit köstlichem Cafe con Leche. Jetzt habe ich für das gleiche Geld schwarzes, bitteres Wasser. Der ICE war noch angenehm leer. Uns gegenüber setzte sich ein Paar aus Spanien. Na was für ein Zufall! Einmal auf der Hinfahrt nach Berlin (mucho complicado) und jetzt auch auf der Heimfahrt. Im Zug habe ich es sogar geschafft, eine Stunde am Stück zu schlafen. In Eisenach kommt eine 5-köpfige Damengruppe und „vertreibt“ uns von unseren Plätzen: „Na da werden jetzt einige Gäste aufstehen müssen denn wir haben Platzkarten.“ Selbstverständlich ziehen wir ohne Kommentar um. Nachdem sie sich noch eine Viertelstunde weiter erbost haben, wie wir so dreist sein konnten, ist schlagartig Ruhe als die Schaffnerin kommt. Die Oberdame hatte ihre Fahrkarte vergessen. Antje und ich sind in Santiago quasi von unseren Sünden freigesprochen worden. Die Schadenfreude hier haben wir uns gegönnt! Nach einer langen Diskussion ruft die Schaffnerin den Zugchef. Die „Story“ der Oberdame wird noch einmal zu Besten gegeben mit dem gleichen Ergebnis. Die Oberdame muss ein Ticken nachkaufen (ohne Rabatte die sie vorher hatte), zuzüglich einer Strafgebühr. Diese wird sie nach ihrer Reise von der Bahn erstattet bekommen wenn sie ihr Ticket vorzeigen kann. Bei dieser „Klärung“ sagt der Zugchef beiläufig, dass die Schaffnerin noch in der Ausbildung ist. Die Oberdame giftet sofort weiter in ihrer überheblichen Art. „Na da haben sie heute ordentlich was gelernt.“ Uns kommt das Kotzen. Solche Menschen haben wir in einem ganzen Monat Spanien nicht gesehen. Leute, die sich allen anderen überlegen fühlen und bei jeder Gelegenheit nach unten treten. Wir sind eben zurück in Deutschland. In Deutschland ist alles schön und glitzert. Macht man den Glitzer aber weg, kommt ein Haufen Scheiße zum Vorschein.

Wir steigen in Leipzig um und fahren mit der S-Bahn bis Gößnitz. Die 13 Kilometer von Gößnitz nach Röhrsdorf wollen wir laufen. Überrascht waren wir, als wir plötzlich einen Jakobsweg Wegweiser auf dem Weg finden. „Via Imperii“. Ein Jakobsweg der von Stettin kommt und in Hof auf den Oberfränkischen Jakobsweg führt. Auch dieser Weg war schon im Mittelalter begangen. Ein Weg nach Santiago de Compostela! Adios Camino! Wir kommen wieder!

Schlafen in der Bahnhofsmission

Pilger mit Katze