Jahresplanung erstes Halbjahr 2017

Ich würde mich in mancher Hinsicht schon als Kontrollfreak bezeichnen. Meine Wettkampfplanung hingegen schiebe ich gern von einem Tag zum nächsten. Klar würde ich mich gern so früh wie möglich zu Laufveranstaltungen melden, die Ungewissheiten im Bezug auf meinen Arbeitsplan schrecken mich leider zu oft ab. Bekomme ich an diesem Samstag noch einmal frei?? Ja? .. Nein?! ..meist vielleicht … hm und nun anmelden oder nicht? Ein paar Highlights und die Läufe die auf Sonntage fallen, sind aber mittlerweile fest geplant.

Den ersten Wettbewerb 2017 bin ich mit dem Falkensteiner Berglauf bereits erfolgreich gelaufen. Meine „eigentlich“ nächste Laufveranstaltung soll der Frostwiesenlauf in Burg werden. Die 20 Kilometer Strecke am 12. Februar ist gebucht und mein erstes Highlight. Wenn  ich bis dahin nicht stillhalten kann, will ich (O-Ton Unterbewusstsein: „ich werde definitiv“) den Meuselwitzer Winterlauf 22.01. laufen.

Neu für mich, ist der Frühjahrslauf am Flugplatz Altenburg-Nobitz am 12. März. Am 19. März will ich beim Citylauf in Dresden nochmal versuchen meine 10km Bestzeit zu knacken. Noch einmal in den Spreewald geht es am 22. und 23. April zum Spreewald-Marathon. Ich starte bei einer Kombinationswertung „Läufer-König“. Am 22.4. Biosphärenreservat-Lauf ab Lübbenau (22km) und am Morgen danach, 23.4. den Halbmarathon in Burg. Ein spannendes Wochenende, welches mein Highlight im ersten Halbjahr sein wird! Am Wochenende danach geht es zur, wie ich finde, best organisiertesten Laufveranstaltung in Sachsen – dem Oberelbe-Marathon (29. April). Dem wird in diesem Jahr leider der Oederaner Lauftag (1.Mai) zum Opfer Fallen. Der Skatstadtmarathon in Altenburg (10.Juni) ist so ein Termin den ich gern arbeitsfrei hätte aber noch nicht sicher habe. Die Strecke in Altenburg hat mir 2016 so gut gefallen, dass ich dort gern noch einmal laufen würde. Schaunwirmal. Auch der Adelsberglauf in Chemnitz oder der Oelsnitzer Lauftag sind noch vollgepflastert mit Fragezeichen. Der Stauseelauf in Rabenstein und der Chemnitz-Marathon sind dann wieder sicherer. Wieder einmal für mich ausfallen werden wohl Rennsteiglauf und der Sachsen-Trail. Spontan wird dafür noch der eine oder andere Lauf meine Liste ergänzen. Ich denke da an den Nachtlauf in Leipzig oder Dresden. Oder vielleicht „Laufend gegen Krebs“ in Chemnitz.

In der zweiten Jahreshälfte ist der Cross de Luxe (24.9.) in Leipzig und der Mitteldeutsche Marathon am 15. Oktober fest geplant. Eine lange Wunschliste für die 2. Hälfte habe ich noch im Kopf.

Sag niemals Nie!

Ich bin geworden, was ich nie werden wollte. Ein Laufjunkie! Mein altes Couchpotato-Ich hatte immer einen Witz über Sport parat. Ich fand es zum kotzen wenn sich andere nur über ihre kommenden Wettkämpfe unterhalten haben. Stundenlang! Selbst in meinem ersten Jahr als Läufer … HALT! … „Jogger“ ist für das erste Jahr passender … selbst in meinem ersten Jahr habe ich noch strikt abgelehnt bei Laufveranstaltungen teitzunehmen. In meinen Gedächtnis eingebrannt hat sich ein kurzes Gespräch mit einem Nachbarn. Ich bin mit knallrotem Kopf von meiner 6 Kilometer Runde gekommen und er fragte mich „Du wirst wohl jetzt auch so ein verrückter was? So oft wie du Sport machst.“ (Damals war das etwa 2x pro Woche. Würde mich mal interessieren wie der mich heute nennen würde 😀 ) „Machst du da jetzt etwa auch bei diesen Wettläufen mit, Marathon oder so?“ Ich habe ihn damals geantwortet: Nein, nie im Leben! Auf sowas hab ich keine Lust. Ich mach das nur für mich allein! Werde ich nie mitmachen! Echt!

Und heute? Heute plane ich schon ab Oktober die Anmeldungen für das nächste Jahr. Ich stehe gern am Sonntag Morgen um 6.00 Uhr auf, um irgendwo hin zu fahren und mit anderen „bekloppten“ zu laufen. Heute unterhalte ich mich stundenlang mit Freunden über Wettkämpfe, Trainingspläne, Laufzeugs oder die richtige Ernährung. Ich bin mir sicher, irgendwo sitzt einer, hört uns zu und findet das ziemlich zum kotzen. 😀 Ich bin gern zum Laufjunkie motiert! Ich bin sogar richtig froh die Kurve bekommen zu haben! Wenn ich den Freundeskreis meines Couchpotato-Ichs heute betrachte, ist deren maximale sportliche Betätigung ein Fußballspiel auf der Playstation. …um 3 Uhr nachts und nach dem 3.  5. Schnaps.

Eigentlich wollte ich ja einen Jahresrückblick schreiben, aber was soll ich für jeden meiner 240 Einheiten in 2016 nach Superlativen suchen? Auf keinen einzelnen meiner 3200 Kilometer hätte ich verzichten wollen . Alle 16 Wettkämpfe mit 273 Wettkampfkilometer haben mir gezeigt, alles richtig gemacht zu haben!

  • Hallenmarathon Senftenberg – Halbmarathon
    AK – 2. Platz
  • Citylauf Dresden – 10km
    Neue perönliche Bestzeit auf 10 Kilometer – 40:37 Minuten
  • Oberelbe Marathon – Halbmarathon
    Neue perönliche Bestzeit auf Halbmarathon – 1.28:29 Std.
  • Oederaner Lauftag – 10km
  • Adelsberglauf – 10km
    AK – 2.Platz
  • Skatstadtmarathon Altenburg – Halbmarathon
  • Chemnitz Marathon – Halbmarathon
    AK – 3. Platz
  • Laufend gegen Krebs – 30km
    Gesamt – 3.meiste Rundenzahl
  • Leipziger Nachtlauf – 10km
  • Strongmanrun Ferropolis
  • Sparkassen Marathon Plauen – Marathon
  • Fichtelberglauf
  • Dresden Marathon – Halbmarathon
  • Glauchauer Herbstlauf – 10km
  • Adventslauf des SV Vorwärts Zwickau – 10km
  • Potsdamer Silvesterlauf – 7,5km Crosslauf

Danke Anja für 16 mal rucksacktragen und die Hilfe bei jeder Laufveranstaltung! Danke Sandra, Mario und meine Eltern für euren Support!

Das Jahr 2017 wird für mich ein besonders spannendes werden. Dazu aber in ein paar Tagen mehr. #fuelledbyscience 😉

Sleep, Run, Eat, Repeat!

Für meinen twitter-Account habe ich mir vor längerer Zeit mal ein Banner erstellt > Sleep, Run, Eat, Repeat! Ja, ich könnte dies bestimmt einen Monat durchziehen, ohne dass so etwas wie Langeweile aufkommt. Aber wie das eben so ist, irgendwann schläft man auch bei dem spannendsten Thriller vor dem TV ein, wenn man nicht genug Kaffee intus hat. OK. .. Der Vergleich ist ziemlich daneben. .. Was das Laufen betrifft, ist Regeneration das Zauberwort. Dem Körper nach dem Lauf das zurückzugeben was er braucht, um auch am nächsten Tag wieder durchzustarten. Ausdauersportler achten da ja auf so einiges. Vor allem wenn man wie ich auf Fleisch verzichtet, stellt man seinen Einkaufszettel nach ganz anderen Gesichtspunkten zusammen. Hat man einmal damit begonnen nach kleinen Helferlein im Speiseplan zu suchen, hat man ganz schnell Spirulina Algen und Rote Beete Saft auf dem Tisch. O-Ton Geschmackssinn: „Wenn’s schee mach.

Schnellere Regeneration, weniger Laktat – mehr Leistung. … Das hat mir Dennis, einer meiner facebook-Sport-Freunde, mit einem Getränkepulver versprochen. ARGI+ soll mir dabei helfen, meine Leistung zu steigern? Hm … das klingt fast zu gut um wahr zu sein. „Versuch macht kluch 😉 “ – also habe ich von Dennis ein Testangebot bekommen.

Über 20 verschiedene Aminosäuren verfügt der menschliche Körper, doch er kann nicht jede Aminosäure selbst herstellen. Viele müssen durch Nahrung aufgenommen werden. Auch die Aminosäure L-Arginin (in ARGI+ enthalten) ist für den Körper unentbehrlich. Neben L-Arginin enthält ARGI+ sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine. FOREVER_ARGIEs füllt den Energiespeicher dank dieser idealen Kombination von L-Arginin und einem ausgeklügelten Vitaminkomplex rasch wieder auf. Im Sport & Profisport längst DER absolute Geheimtipp, denn wissenschaftliche Tests haben bewiesen – ARGI+ führt zu einer Verbesserung des Laktatwerts um 15%.

Eine Absenkung des Laktatwertes … sogar bis zu 15% … welcher Ausdauersportler wünscht sich das nicht? In den nächsten Wochen & Monaten will ich mich von der Wirkung überzeugen lassen. Ich werde euch hier davon berichten. Falls ihr ARGI+ mit mir zusammen testen wollt, könnt ihr euch auch bei Dennis melden. Er wird es für euch ebenfalls möglich machen, ARGI+ zu testen!

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Wort zum Sonntag

Meine (nicht ganz ernst gemeinten) Beobachtungen verschiedener Läufetypen (Achtung Satire) ..Spaß … Spahaaß!

 

Der Windschnittige

Minimalistisch gekleidet und selbst bei frostigen Temperaturen kurz/kurz laufend. Schlanke Läuferfigur wie aus dem Lehrbuch. Daher bei Wettläufen immer in den ersten Reihen zu finden. Der Windschnittige ist der Wunschtyp vieler Läufer. Das mit Muskeln bespannte Skelett hat Power, kann sehr schnell und weit!

Der Stampfer

Leise und gefühlvoll laufen liegt dem Stampfer fern. In der Regel ist er schon zu hören bevor man ihn sieht. Der Fuß schlägt den Boden derart, dass jeder Schritt von einem lauten „Patsch“ bekleidet wird. Der Stampfer läuft aber nicht unbedingt schlecht und ist auf jeder Distanz unterwegs.

Der Leisetreter

Der Leisetreter ist das Gegenteil des Stampfers. Man könnte tatsächlich meinen, er schleicht sich an. Ganz sanft und geschmeidig, meist mit kleinen Schritten. Der Leisetreter ist nicht unbedingt schnell  – aber er kann laaange Strecken laufen.Unbenannt-1

Der Dirigent

Der Dirigent ist gut an seinen stark fuchtelnden Armbewegungen zu erkennen. Das Läuferdreieck ignoriert der Dirigent grundsätzlich. Beim Armschwung erreicht er mit den Händen auch schon mal die Höhe der Oberschenkel. Die Elite unter den Dirigenten spreizt zur Unterstützung des Erscheinungsbildes einzelne Finger von der Hand ab.

Das Model

Fast immer weiblich. Das Model fällt auf und genau diese Aufmerksamkeit will es. Top gesteylt, gebräunt, geschminkt, gepudert, parfümiert. Die weibliche Version, meist mit in Szene gesetzter Oberweite … in etwas zu knappen Laufkleidern. Lippenstift und Nagellack sind selbstverständlich mit der Farbe der Laufschuhe abgestimmt. Das Model muss sein äußeres Erscheinungsbild, hin und wieder, durch Kussmund-Selfies selbst kontrollieren.

Der Coole

Immer gut an seiner bluetooth Freisprecheinrichtung im rechten Ohr zu erkennen. Den Coolen Läufer trifft man oft in Parks oder auf Strecken mit viel „Publikum“. Er passiert hochfrequentierte Teile seiner Laufstrecke mehrfach. 90 Prozent seiner Strecke telefoniert er … mit wem auch immer. So cool läuft er auch gerne mal einen Halbmarathon. Nicht besonders schnell, jedoch wortwörtlich „gut unterhalten“.

Der Besessene

Den Besessenen trifft man bei Volksläufen häufiger als auf Trainingsläufen. In Schweiß regelrecht gebadet und klatschnassen Haar verteilt er Tröpfchen seiner Körperflüssigkeiten in seinem Umfeld. Jedes Ausatmen wird mit einem animalischen Stöhnen, akustisch dokumentiert. Der Besessene ist durch seinen sehr stark geröteten Kopf und das dadurch entstehende Gesamtbild der unberechenbarste Läufertyp.

Der Baumwoll-Läufer

Er widersetzt sich jeglichem Argument für Fünktionskleidung. Er ist der „back to the roots“ Läufer im 80er Jahre Rocky Balboa Style. Im Sommer auch sehr gern bei Regen unterwegs, trägt der Baumwoll-Läufer konsequent mehrere Kilo Schweiß und Wasser in seiner Kleidung.

Der Styler

Der Styler braucht mit Abstand die längste Vorbereitungszeit für seinen Lauf. Er besitzt ausschließlich High-End Markenware und geht IMMER voll ausgestattet vor die Tür. Auf seinem Laufshirt, -schuh, -hosen, -strümpfen, -stirnband ist klar und deutlich der Markenhersteller zu lesen. Farblich selbstverständlich abgestimmt! Ohne Laufrucksack, Sonnenbrille und Handy am Oberarm trifft man ihn so gut wie nie. Den Styler darf man aber auf keinen Fall unterschätzen. Oft ist er spielend in der Lage einen Ultra zu finishen.

Der Aldi-Läufer

Er ist eigentlich der liebenswerteste unter uns. Shirt, Hose, Schuhe – das macht dann bitte 24,97. Das Startgeld ist teilweise teurer als sein ganzes Outfit. Aber er läuft des Laufens wegen, was er genießt und schweigt. Genau das macht ihn besonders liebenswert!

Fehlt noch jemand? Einen Typ habe ich allerdings noch nie gesehen. Den Unsympathischen. Natürlich sind es immer nur die „Besonderen“ die auffallen – also: Schubladen zu und Stay Different!  😀

 

 

You Spin Me Right Round

„Laufen im Winter in der warmen Niederlausitzhalle beim Hallenmarathon.“ Spuckt Googel aus. Geil! Für mich als Minusgrade-Weichei genau die richtige Möglichkeit, mitten im Januar einen Wettkampf zu laufen. Etwa um die 16 Grad in der Halle. Mit steilen Anstiegen sollte ebenfalls nicht zu rechnen sein. Urlaub hab ich in dieser Woche zufällig auch – also schnellstens für den Mitternachts-Halbmarathon angemeldet. Geil! Oder? Scheiße! Was hab ich getan?? Ich liebe doch das Laufen durch die Natur. Landschaftsläufe wie der Oberelbe-Marathon und am besten noch mit 1000 Metern freie Sicht nach vorn. Und jetzt? Hole ich mir einen Drehwurm. 21 Kilometer oder 85 Runden auf einer ovalen 250 Meter Bahn mit überhöhten Kurven.  Egal. Zum Glück bin ich verrückt! Ich freue mich schon aus dem Grund, nach dem Untertagelauf im Januar 2015, auch 2016 wieder einen „Crazy Run“ im Winter gefunden zu haben. Außerdem war noch nie ein Lauf mit so vielen Verpflegungspunkten ausgestattet. 😀

Der Hallenmarathon in Senftenberg ist eigentlich ein ganzes Lauf-Wochenende. Angeboten werden Läufe zwischen 250 Metern und einem 50 Kilometer Ultra Marathon. (2017 ist sogar ein 100 Kilometer Ultra möglich!!!) Durch die guten Bedingungen in der Niederlausitzhalle wurden hier in der Leichtathletik viele Weltklasseleistungen erzielt, die bis heute als deutsche Rekorde Bestand haben.

Angekommen an der Halle sind wir um 10 Uhr am Morgen bei  Schneefall und Minusgraden. Das erste Empfinden im Inneren war „angenehm warm“. Ersteinmal. Die Halle war mit viel Liebe zum Detail hergerichtet. Lichterketten, Strahler, Laser und Spotlights erzeugten regelrechte Partystimmung. Fast erschrocken bin ich vor der Überhöhung in den Kurven. Ich hatte zwar davon gelesen, so stark hatte ich es allerdings nicht erwartet. Darauf komme ich gleich noch einmal zurück.
Beim 10km Lauf bekam ich einen Eindruck, wie „eng“ es auf der Bahn wird, wenn 75 Läufer auf der Strecke sind. Beim durchschauen der Startliste ist mir aufgefallen, dass manche Starter für jeden Wettbewerb gemeldet waren. JEDEN! 3, 5, 10, 21, 42 und am nächsten Morgen die 50 Kilometer! Das sind wohl die Erfinder von „alleBekloppt“! Und Hut ab vor der Leistung! Die Musik in der Halle war so früh am Tag eine Art Schlagerparade. Naja – das machte mir ein wenig Angst. (O-Ton Angstzentrum: Atemlos durch die Nacht.) Mit der Anmeldung für seinen Wettbewerb, hatte man drei Musikwünsche frei. Bei meinem Lauf war der Schlagerpegel glücklicherweise sehr gering. Schneller Techno, HipHop und ordentlicher Rock waren gut gemischt. Den Tag wollten wir nutzen um uns Senftenberg anzusehen, denn der Halbmarathon startete erst kurz vor Mitternacht.

Am Abend war es in der Halle noch etwas wärmer geworden. Wie ich später feststellte, war scheinbar auch weniger Sauerstoff in der Luft. Die Stimmung stieg und die Freude war groß als ich mich endlich zum Start aufstellen konnte. Im Läuferfeld umgesehen, habe ich mich angesichts meiner derzeitigen Leistung, im letzten Drittel eingeordnet. Meine ausgedruckte Rundenzeitentabelle war relativ nutzlos. Im dunklen war der Blick auf die Uhr am Handgelenk nicht so einfach.

5 – 4 – 3 – 2 – 1 LOS!! Die Meter bis zur ersten Kurve wollte ich Vollgas geben um den Stau zu vermeiden. Die Idee hatten aber alle anderen auch und so musste ich schon in die erste Kurve auf Bahn 3. Nach ein/zwei Runden lockerte es ein wenig mehr auf. Das Läuferfeld zog sich überraschend schnell in die Länge. Ich war recht gut dabei. Wie mir Anja hinterher sagte sogar bis kurz vor Schluss in den besten 10.
Die Bahn war angenehm zu laufen. Griffig und doch weich. Abgelenkt durch Überholvorgänge vergingen die ersten 40 Runden recht flott und gleichmäßig. Dann machte sich aber die trockene Luft bemerkbar. Ich trinke bei einem Halbmarathon fast nie. (außer es sind 30 Grad im Schatten) In der zweiten Hälfte musste ich ganze 4 mal an den Verpflegungstischen Tempo raus nehmen. Gut dass man alle 250 Meter einen Verpflegungspunkt hatte! 😉 Konnte man frei durch die Kurven laufen, hatte man ganz innen eine etwa 50cm breite Bahn die eben war. Das Vergnügen hatte ich allerdings nicht allzu oft. In zweiter, teilweise sogar auf der dritten Bahn ging es durch die überhöhten Kurven um andere Läufer zu überholen. Das bekam ich im Oberschenkel gegen Ende immer mehr zu spüren. Außerdem ruschte mein Fuß im Schuh, in den Kurven nach innen. Unangenehm. Ich schätzte mich gegen Ende gar nicht so schlecht ein. „In der ersten Hälfte bin ich bestimmt.“
Deswegen habe ich es mir in den letzten 10-15 Runden auch gegönnt nicht mehr in den Kurven zu überholen. Gegönnt? Hm, …naja, … ich konnte nicht mehr … trifft es auch. Beim durchsehen der Rundenzeiten und der Ergebnisse ist mir dann aufgefallen dass genau das „nicht mehr überholen“ mich aus den Top10 geworfen hat und mir den Sieg in der Altersklasse gekostet hat. Aber egal! Es wär nicht mehr gegangen! Außerdem bin ich mit meiner Zeit, Gesamt Platz 13 und AK Platz 2 sehr zufrieden!
Die Rundenanzeige, die den Läufern die Zeit und die noch zu laufenden Runden anzeigt, hätte etwas sichtbarer angebracht werden können. Wenn man in einem Bulg über die Zeitmessung läuft, ist es fast unmöglich sich im vorbeirennen zu finden. Mir persönlich wäre eine Anzeige der „noch zu laufenden Kilometer“ lieber gewesen als die verbleibenden Runden. Die schönste Angabe hinter meiner Startnummer war definitiv „Noch 1 Runde“ 😀 Sonst kann ich den Hallenmarathon in Senftenberg aber nur loben! Organisation, Verpflegung, Zustand der Halle, Musik und Lichtshow – sehr gut!

Hallo Herr Nachbar

Ich will euch mal von Mike erzählen. Mike wohnt im Erdgeschoss. Er ist einer von den „Hallo!-Alles-gut-bei-euch?“ Nachbarn. Wenn man sich zufällig im Haus trifft, hat man kurze 5 Minuten Gespräche. Ein wenig mehr als Smalltalk. Ein Nachbar, der absolut in Ordnung ist. Man könnte ja sogar mal zusammen ein Glas Wein … … wenn die knappe Zeit nicht wäre.
Mike hat natürlich auch als einer der Ersten mitbekommen, dass ich mit einem Mal sportlicher werden wollte. Ab und zu kam er mir sogar in seinem „Dienstwagen“ entgegen während ich auf meiner Lieblings-Laufstrecke war oder mit dem Fahrrad unterwegs gewesen bin.
Mike ist beruflich Fahrer von einem Notarztwagen. Rettungssanitäter, sagt man glaub` ich.

Irgendwann hatte er mal ein Packet für uns entgegen genommen. Fast nebenbei sagte er mir beim abholen „Irgendwann werde ich mal zu einem Einsatz fahren und werde dich dort aus dem Straßengraben ziehen müssen, weil dich einer umgefahren hat.“ Er hätte mich am Tag zuvor mit dem Rennrad gesehen. „Ahh quatsch, ich pass doch auf.“ War meine Antwort ohne darüber nachzudenken. fb_promo_train_alone_Run
Der Satz ist mir erst viel später wieder eingefallen. Was ist, wenn ich jetzt hier einfach umfalle oder mich einer über`n Haufen fährt?? Hm … Mal ganz ehrlich, seinen Ausweis hat doch eigentlich keiner dabei wenn er allein zu seiner langen Laufrunde aufbricht. Ich will keine Szenarien aus der Phantasie aufbauen. Trotzdem hätte ich schon ganz gern, dass Freundin und Familie schnellstmöglich benachrichtigt werden können.

Im Netz bin ich dann auf Safesport ID gestoßen. Safesport ID ist ein Identifikationsarmband, das du mit deinen „vitalen“ Daten personalisieren kannst. Es besteht aus einem Silikon Armband und einer ID Platte aus rostfreiem Stahl und wurde für die anspruchsvollsten Sportarten entwickelt. Es ist so bequem und leicht, dass du es täglich tragen kannst, auch wenn du gerade keinen Sport machst. Ideal auch für Kinder, ältere Menschen und Personen die leicht verloren gehen können. Media_PROforest_Wlogo
Im Falle eines Unfalls können dich die Rettungsdienste sofort identifizieren, die von dir angegebenen Kontakttelefonnummern verständigen, deine möglichen Allergien, Krankheiten und andere Daten, die du angegeben hast, erkennen. Ein schneller Zugriff auf diese vitalen Daten kann dir in Notsituationen sehr nützlich sein.
Safesport ID kann online auf www.safesportid.de bestellt werden und wird weltweit versandt, innerhalb von 6 Werktagen innerhalb Europas und 10 Werktage für den Rest der Welt.

Mike ist leider vor ein paar Monaten umgezogen. Aber ich denke er würde mein Armband ziemlich gut finden. 😉

 

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BLOGGER FÜR DEN FISHERMAN’S FRIEND STRONGMANRUN 2016!

Yeah! Ab heute gehöre ich ganz offiziell zu den Fisherman’s Friend StrongmanRun Bloggern 2016! Als ich mich im Mai 2015 zum ersten mal, beim StrongmanRun am Nürburgring an den Start stellte, war das noch undenkbar! Nach dem Nürburgring habe ich auch den Weltweit erste Hindernislauf bei Nacht in Ferropolis absolviert und gefinisht. Wenn man sich als Neuling beim Fisherman’s Friend StrongmanRun an den Start stellt, ist das Erste was einen ewig in Erinnerung bleibt, die Party vor dem Start. Bei keinem Lauf auf Asphalt erlebt man dieses Gemeinschaftsgefühl. Ob bei Tag am Nürburgring oder Nacht in Ferropolis, die Mischung aus Spaß und Herausforderung macht süchtig nach dem nächsten StrongmanRun! Ich werde von meinen Vorbereitungen für 2016 berichten und hoffe, den einen oder anderen infizieren zu können! Du wirst es nicht bereuen!

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Bluetoe in Karlsruhe

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Im Trainingsplan für meinen ersten Marathon über die komplette Distanz steht ein Wettkampf. Den Baden-Marathon in Karlsruhe habe ich mir ausgesucht. Entspannt über die HM-Distanz, schliesslich habe ich Urlaub und will mir nach dem Lauf noch Karlsruhe ansehen. – Entspannt.
Der Sprecher ruft die Läufer schon zum zweiten mal an den Start. Ich bin auf dem Weg! Geht heut‘ nicht so schnell! Muss langsam gehen damit ich nicht humpeln muss. JA! NICHT HUMPELN MUSS! Passt irgendwie nicht wenn ich gleich 21km rennen will. „Dreh um und beende diesen Schwachsinn!“ Sagt mein Kopf. Ich kann meine Vernunft aber gut ignorieren.
(Kennt ihr das aus dem Kino? > 24 Stunden vorher) … Es hat sich ja sicher jeder schon einmal die kleine Zehe an einem Tischbein o.ä. gestoßen. Für mich war der Tag vor dem Lauf aufgrund einer bösartigen Attacke eines Sessels etwas unangenehm. Am Abend war der kleine Zeh dann so groß und blau, dass mir Angst wurde. Den Halbmarathon in Karlsruhe hatte ich bei dem Anblick fast abgeschrieben und selbst den Magdeburg Marathon, meine Premiere über 42km, sah ich gefallen … ähm … gebrochen. 20150920_170923Ich musste mir eingestehen „nee, der Schmerz wird nicht über Nacht verschwinden.“ Verzweifelt wuchs der Wunsch mich zu betrinken. Zuvor wollte ich trotzdem zur Sicherheit zum Arzt. Krankenhaus, Notaufnahme, Röntgen und der erlösende Satz der Notärztin „Nur böse geprellt. Kaputt ist nix.“ Yeah! Läuft bei mir! Auf die Frage, ob ich in 12 Stunden bei einem Halbmarathon starten könne, bekam ich eine lächelnde Antwort. “ Passieren kann nichts schlimmes. Das wird aber weh tun! (Zwinker, zwinker)“ Nun – wenn diese Frau Doktor sagt das geht … :-

Eine Stunde Anfahrt nach Karlsruhe. Sitzen geht gut, stehen oder gar laufen … hm … autsch. Ich hatte Probleme in meinen Laufschuhen. Die kleine, in diesem Zustand doch recht große Zehe hatte keinen Platz in den Schuhen, die seitlich drückten. Zwischen allen anderen Läufern zur Ausgabe der Startunterlagen humpeln ist unbeschreiblich doof. Mir waren Filmzitate aus den Rambo-Filmen im Kopf – „Keine Schmerzen! Keine Schmerzen!“ Oder „Atme in den Schmerz hinein.“ Aber ich wollte starten. Es wenigstens ein/zwei Kilometer versuchen. Selbst wenn ich über zwei Stunden brauche. NEIN man kann nix erzwingen. Auch nützen meine Streckennotitzen, mein gemixtes Zaubergetränk (Powerbar Isodrink mit Scherztablette) und sonstiger Voodoo nicht viel.20150920_084717 „Noch drei Minuten bis zum Start.“ Sagt der Specher. Ich bin mir sicher, man sieht mir meine Unsicherheit an (siehe Foto).

START!! Los geht`s. Autsch! Autsch! Autsch, aua, aua, au, au, … … … na hopla, … … das ist gar nicht so schlimm. Der kräftigere Abdruck mit dem Vorfuß und der großen Zehe, lässt mich mit wesentlich weniger Schmerzen laufen. Zwischenzeitlich hatte ich sogar fast gar keinen Schmerz mehr verspührt. Distanz ist eh das, was der Kopf draus macht. Läuft! Trotzdem habe ich mir Mühe gegeben nicht ganz so viel Gas zu geben, wie sonst. Nach drei, vier Kilometern viel mir ein großer Stein vom Herzen! JETZT konnte ich den Badenmarathon durch Karlsruhe genießen! Eine sehr schöne, abwechslungsreiche Strecke mit großartigen, zahlreichen Zuschauern. Im Ziel standen dann 1.39,09 auf der Uhr. Keine Bestleistung, aber mit meiner blauen Zehe eine sehr zufriedenstellende Zeit! Die ersten langsamen Schritte nach der Ziellinie riefen mir dann die Worte der Notärztin wieder ins Gedächtnis: „wird aber weh tun.“ Und das tat es jetzt wieder. Aber sch**** drauf! Übrigens ist in Karlsruhe der beste runners-heaven und die beste Zielverpflegung die ich bisher erleben durfte!!

Strongmannrun zum Zweiten

21.07.2015 (noch 25 Tage bis Ferropolis): Nach dem Heidelberglauf wollte ich meiner zwickenden Ferse ein paar Tage mehr Ruhe gönnen und eine Woche pausieren. Schließlich beginnt ja auch bald der Trainingsplan für den Magdeburg Marathon.

27.07.2015 (noch 19 Tage bis Ferropolis): Nicht gut! Keinerlei Verbesserung! Geht wohl doch nicht ohne Medikamente. Creme, Pillen und Kühlkissen. Viel hilft viel! …hieß doch so, oder?

31.07.2015 (noch 15 Tage bis Ferropolis): Tagsüber schmerzfrei. Lauftest nach 500 Metern abgebrochen! Schmerzen. Sogar noch schlimmer als vorher! FU*K!!!

08.08.2015 (noch 7 Tage bis Ferropolis): Gefühlslage zwischen Wut und Verzweiflung. 2. Lauftest. Wenn`s diesmal nicht geht, müssen es Schmerzmittel richten (ja ich weiß, unvernünftig). Mittlerweile hab ich auch schon die zweite Woche von meinem Magdeburg-Trainingsplan gestrichen. …ich korrigiere: Gefühlslage zwischen Wut und Hass!! Aber .. es lief … ja, naja, doch … fast schmerzfrei. Man hört ja um ein vielfaches kritischer in sich hinein wenn man auf etwas besonders achtet. Doch. Die Schmerzen waren weg! YEAH!!! Nach 3 Wochen Pause waren zwar nur noch 7 Tage zum vorbereiten geblieben, jedoch konnte ich endlich wieder laufen! Wut und Hass: AUS – Runhappy: AN

18.08.2015 Raceday! Der Strongmanrun in Ferropolis war der Weltweit erste Hindernislauf bei Nacht. Strartschuss war 22:00 Uhr. Den ganzen Tag über war also genügend Zeit, sich Gedanken zu machen, dass man viel zu wenig Vorbereitung hatte. Die Aufregung war groß und steigerte sich noch. Wir waren fast 3 Stunden zu früh am Brooks Stand. Unser Treffpunkt mit den anderen vom Runhappy-Team. Bei einer kleinen Runde über das imposante Ferropolis Gelände trafen wir zuerst auf Patrick (der übrigens auch Magdeburg laufen wird 😉 ). Am Brooks Stand haben wir noch unsere obligatorischen Tattoos abgeholt und so langsam waren immer mehr orange Team-Trikots zu sehen. Langsam legte sich erstmal die Aufregung. Hier und da ein kurzes Gespräch, Gruppenfotos, Interview von Christiane aka Laufkater und Carmen mit Sat1. (klick hier)

Etwa 20 Minuten vor dem Start ging es dann zur Startaufstellung. Dank Brooks Running wieder mit First50, ganz nach vorn. Was ich im Mai am Nürburgring schon am geilsten fand, die Start-Party mit dem Runhappy-Team! Die anheizenden Gassenhauer von Prodigy, Metallica, Blur u.s.w. brachten die Anspannung nun ordentlich zurück. Countdown, Startschuss, Feuerwerk und VULLGAZZ!!! Die ersten Kilometer sind noch auf Asphalt. Ganz meins!

Foto: Alexander Baumbach, www.mz-web.de/wittenberg

Foto: Alexander Baumbach, http://www.mz-web.de/wittenberg

Deshalb versuche ich erstmal „Meter zu machen“ und wollte dann warten bis Sandra & Mario auf mich auflaufen. Bis zum ersten Hindernis stellte sich überraschend ein frisch gepflügtes Feld in den Weg. Pfui Teufel! Bei der Dunkelheit & teilweise mit blendenten Gegenlicht sehr unangenehm für mich. Hier sind dann auch viele wieder an mir vorbeigezogen. Ab dem ersten Kriechfeld durch den Matsch, einmal eingesaut und Wasser in den Schuhen, spätestens ab da war der Spaß zurück. Da von Sandra und Mario noch nix zu sehen war, habe ich mich entschlossen nicht weiter zu reduzieren sondern locker weiterzulaufen. Gegen Ende der ersten Runde habe ich zwischen den vielen Zuschauern sogar Anja sehen und hören können. So motiviert habe ich mich auf die letzten beiden Hindernisse der ersten Hälfte gefreut. „300 Meter“ durch den See (was maximal 30 Meter waren) und das absolute Highlight von jedem Strongmanrun, DIE RUTSCHE!
Runde 2 war dann keine Überaschung mehr. Das „Ackerfeld from hell“ war zum Glück relativ plattgelatscht von den fast 3000 Startern. Dass die Gesamtdistanz auf ca 19km reduziert war, kam meiner nachhinkenden Kondition entgegen.
Mein Fazit: Die Kulisse am Festivalgelände ist einzigartig!!! Der Strongmanrun am Nürburgring bleibt der spektakulärere. Ferropolis muß unbedingt weiter bei Nacht stattfinden, denn das macht ihn besonders. Die angekündigten Laserefekte & treibenden Beats habe ich (abgesehen von Start und Ziel) vermisst. Der Hindernisse-Mix war OK, könnte aber abwechslungsreicher sein. Ein paar Reihen Strohballen auf den längeren Laufpassagen würden diese etwas auflockern. Alles in allem – Gesamtnote 2+! … Achso, das Bier im Ziel war schal und warm. Ekel! Klar wird es auf Vorrat ausgeschenkt – wenn das „Hauptfeld“ und damit alle zur selben Zeit kommen, aber das war zum ausspucken unlecker. Schade!

Danke an Brooks running, das gesamte Runhappy-Team für das Erlebnis! Besonders an Philipp und Bengü! Danke an unsere Schlachtenbummler Anja und Sandra! Danke Alf Dahl, http://www.marathonmann.de & Alexander Baumbach, http://www.mz-web.de/wittenberg sowie Strongmanrun für die Bilder!