Ja was war das denn?

Na los! Ein Ziel schaffen wir noch. Ja aber welches? Die Psychiatrie oder das Altersheim? Anhand der zu erwartenden Fotomotive haben wir das Altersheim gewählt. Der Anblick von außen war gar nicht mal übel. Der Großteil der Fenster war noch OK. Das Dach in Ordnung und die Location ist mitten im Nirgendwo. Leider war die gesamte Location komplett leer geräumt. Nicht ein einziges Überbleibsel einstiger Bewohner. Die langen Flure sind schnell abgeschritten wenn es nichts zu sehen gibt. Leere Räume, Haus für Haus. Am sehenswertesten waren die großen Gemeinschaftsräume, das war schon alles. Schade für das weitläufige Gelände mit vielen einzelnen Gebäuden. Verwaltung, Kiosk, Frisör, Wohngebäude Alles was das Seniorenherz, mitten in der Pampa wünscht. Obwohl Senioren? Die Namen an den Türen und die bunten Glasmalbildchen in den Fenstern deuten eher auf Kinder als auf Rentner hin. Ja was war das denn mal? Kinderheim und Seniorenheim in einer Einrichtung?? Aus Urbexsicht ein unbefriedigendes Ziel. Zu unbedeutend von der Ausbeute um weiter zu forschen. ;) Zurück zum Auto. Weiter geht`s.

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Eine verbotene Stadt

Es gibt Orte, die sind schon so lang vergessen, dass niemand mehr ihren eigentlichen Namen kennt. Sie sind so versteckt, dass kein Weg mehr dort hin führt. Nur ein paar der einheimischen Alten kennt noch den Weg zu diesen verbotenen Orten. Wir fahren schon eine Stunde seit dem letzten Zeichen von Zivilisation. An den Zielkoordinaten halten wir Ausschau nach einem Rosa Zeichen. Dies ist der ausgemachte Treffpunkt mit unserem Helfer. Er zeigt uns den richtigen Weg über vereiste Wege und hilft uns unüberwindbare Zäune zu passieren. Die letzten Meter müssen wie allein gehen. Gegen Bezahlung überlässt er uns noch eine Karte dieser Location, damit wir uns nicht verlaufen und selbstständig den Weg zum Auto zurück finden. Es handelt sich um ein Quartier der Sowjetarmee. Zu Spitzenzeiten lebten fast 75.000 Einwohner in dieser Stadt. Bis 1994 dauerte der Abzug der sowjetischen Truppen, sie hinterließen eine menschenleere Garnisonsstadt. Ein Teil der Wohngebäude wurde abgerissen oder ist heute so verfallen, dass man besser nicht in die Nähe kommt. Die interessantesten Gebäude jedoch sind noch in einem perfektem Zustand. … (für Urbex Verhältnisse) Fast einen gesamten Tag verbrachten wir in dieser verbotenen Stadt. Theater und Schwimmbad waren meine Highlights. Solch große Gebäude, ohne Vandalismus, ohne zerschlagene Scheiben oder Graffiti Geschmiere. Ein Glücksgriff! Trotz der vielen Menschen die hier lebten, bleibt hier ein Gefühl der Einsamkeit zurück. Die vielen Stimmen die hier durcheinander sprachen – und dennoch Stille. Lebenszeichen sind überall zu finden. Es wirkte auf mich trotzdem so anonym, dass ich keine der Geschichten sah. Zum fotografieren dafür ein Paradies! Das zeigt sich auch an der Masse an Bildern die ich mit nach Hause gebracht habe. Also viel Spaß in der verbotenen Stadt!

Wird von vielen übersehen

„Kleine Kapelle im Wald“ war unser Hinweis auf diese Location. Keine genauen Koordinaten oder eine Wegbeschreibung. Im Wald sind wir … aber sowas von! Wir fahren gefühlte Ewigkeiten kreuz und quer alle halbwegs befahrbaren Wege ab. Hin und her. Nix. „Im Wald versteckt“ und „wird von vielen Übersehen“ liest jemand aus unseren Vorbereitungen vor. Zum Glück sind wir so weit „ab vom Schuss“ dass uns keiner beobachtet. „Jetzt fahren wir noch einmal diesen Weg, bis es nicht mehr weiter geht, dann lassen wir es sein.“ Manchmal braucht man halt auch Glück. Siehe da, eine Kapelle im Wald.

Kirchen und Kapellen haben wir schon fast ein Dutzend gesehen und fotografiert auf unseren Urbex-Touren. Sowas hatte ich mir allerdings nicht unter Kapelle vorgestellt. Von außen hat das Gebäude mehr Ähnlichkeiten mit einem Vereinsheim oder Feuerwehrhaus. „Wird von vielen übersehen“ fällt mir wieder ein – und mir wird klar warum. Die eigentliche Kapelle ist eher schlicht. Wäre nicht das große Kreuz an der Wand, hätte ich den Raum vielleicht gar nicht als solche angesehen. … Aber ich habe noch etwas vorenthalten. Ich bin mir in diesem Raum schon sicher, dass wir im Haus eines Bestatters sind und dies die Halle zur Abschiedsnahme ist. Die erste offene Tür des Hauses ist der Eingang in den Keller. Über die Stufen führt ein Aufzug für Särge hinunter in einen dunklen Keller. O-Ton Kopf: „OK wir sollten hier zuletzt rein und einen anderen Eingang finden.“

Bahren, Totenkleider, Flaschen mit Chemikalien, Sargschmuck und Applikationen für die Särge zeigen mir jedenfalls eindeutig dass es hier ein Gebäude eines Bestatters ist. Nicht zu vergessen der recht moderne Kühlraum im Keller.
Unberührt ist diese Lokation keineswegs. Die „Arbeitsräume“ sind weitestgehend OK. Stark verwüstet sind dafür die Wohnräume. Auf dem Dachboden haben Scherzkekse eine Szene aufgebaut die an ein Kaffeetrinken erinnert. Ein Kaffeetisch mit Chemikalienflaschen … plus einem Leichenhemd. „Wird von vielen übersehen“ – diese Deppen haben`s jedenfalls gefunden.

Gefühlsmäßig kommt dieser Ort dem Krematorium vom 2014 sehr nahe. Lust auf mehr Detailaufnahmen habe ich nicht. Wir waren nur kurz hier, trotzdem froh die Location doch gefunden zu haben.

Willkommen im ABC-Hotel

Das ABC-Hotel liegt an einer gut befahrenen Fernverkehrsstraße. Mitten im grünen gelegen, waren Wanderer und Touristen die häufigsten Gäste während der ersten Jahre nach der Eröffnung 1964. Später wurde das Hotel wegen der billigen Übernachtungspreise hauptsächlich von LKW Fahrern genutzt. Ein Betreiber-Ehepaar sind die ersten Inhaber die sich finden lassen. Sie wollten sich damit ihren Lebenstraum erfüllen. Sie erbten das Hotel zu einem Zeitpunkt, als sich noch viele wanderbegeisterte Stammkunden jählich einmieteten. Finanziel lief es jedoch nie super bei ihnen. Die Frau betreute die Gäste und kümmerte sich um die Gaststätte, ihr Mann war für die Küche zuständig. Das ABC-Hotel machte sich so über die Grenzen des Landes hinaus einen guten Namen. Zwischen 1990-1995 kaufte ein Holländer das Hotel. 1998 ging es dann Pleite und starb nur 11 Jahre später im Nachbarort.

Nach fast 20 Jahren als „Lost Place“ hatten wir keine hohen Erwartungen. Im Restaurant war es teilweise so feucht, dass auf den Tischen kleine Biotope enstanden sind. In den Lagerräumen und in der Küche überwiegt durch die offenen Getränke und Konserven ein permanentes Ekelgefühl. Honig und Marmelade scheinen sehr großzügig eingekauft worden zu sein. Dutzende Kisten davon findet man im Lager. Eine schmierige Zucker/Fett-Mischung überzieht den Boden. Bei jedem Schritt bleibt man fast kleben. Die Hotelzimmer sind ein einziges Chaos. Die vielen zurückgelassenen Sachen machen das Hotel interessant. Das Durcheinander und der Vandalismus lassen dafür nur wenige reizvolle Fotomotive zu.

Bevor das Hotel erbaut wurde, stand an dieser Stelle ein Bauernhof der abgebrannt war. Dies gehört allerdings zu einer zweifelhaften Geschichte die man im Netz immer wieder findet. Es lebte dort eine Familie. Die Eltern konnten sich in der Nacht des Feuers retten. Nur das Kind starb in den Flammen. Für mich klingt dies viel zu „gemacht“ für einen verlassenen Ort wie diesen. Wer aber interesse an diesem Märchen … ähm … Geschichte hat, ganz unten – unter den Fotos könnt ihr euch selbst ein Bild davon machen. Klingt für mich nach einer Geocacher Geschichte. Jedenfalls als Ursprung der Story.  Bei den Geocachern selbst habe ich über dieses Hotel nichts gefunden. …  … weiß jemand mehr?


„1964 öffnete das Hotel XXXXXX in XXXXXX seine Türen. Eines Tages, bei stürmischem Wetter, schaute die Frau gedankenverloren zum Fenster hinaus und bemerkte eine kleine Gestalt die um das Hotel schlich. Sie war verwundert, denn das Hotel nahm zur dieser späten Stunde eigentlich keine Gäste mehr auf und eine späte Lieferung war ihr auch nicht bekannt.
Sie schaute von der Küche aus ins Bistro und sah dass dort niemand mehr saß und sie allein war. Ein mulmiges Gefühl beschlich sie. Da sie wusste dass ihr Mann unten im Keller das Inventar überprüfen wollte beschloss sie nach unten zu gehen. Unten angelangt, findet sie ihren Mann wie er dabei ist den Weinkeller zu inspizieren.
Sie berichtete ihm von ihrer Beobachtung und ihr Mann beschloss sofort der Sache auf den Grund zu gehen. Die Flasche, die er in der Hand hielt, legte er sorgfältig hinten im Regal ab und ging zum Garagentor. Mit einem Krachen öffnete er das Tor und starrte in die graue verregnete Landschaft hinaus. Ein Blitz durchzog die Nacht und eine kleine schwarze Gestalt nur wenige Meter vor dem Tor wurde sichtbar. Was willst du fragte der Mann angespannt. Die kleine Gestalt antwortete nicht sondern hob nur den Kopf. Ein kleines verdrecktes Mädchen starrte das Ehepaar mit traurigen Augen an.
Sie nahmen das kleine Kind mit nach oben ins Bistro, der Mann versuchte mehr Informationen aus ihr rauszuholen, während die Frau in der Küche ein kleines Brötchen mit Erbeermarmelade zubereitete. Nach mehreren Versuchen das Mädchen zum Reden zu bringen, sagte die Frau er solle das Mädchen nicht drängen und brachte dem Kind die Mahlzeit. Es verzehrte das Brötchen mit großen Bissen. Sie stellte sich neben ihren Mann und sah mit einem wärmenden Blick auf die kleine Mary hinab. Einige Tage vergingen, das Ehepaar und Mary wuchsen fast wie eine kleinen Familie zusammen, die Stammkunden lernten sie lieben und spielten oft mit ihr, doch trotzdem blieb das kleine Mädchen zurückhaltend.
Die Stammkunden, die mehrmals im Jahr ein Zimmer reservierten, beschäftigten sich sehr viel mit Mary.
Eines ihrer Lieblingsspiele war Räuber und Gendarm. Mal war Mary Räuber doch am liebsten war sie Gendarm. Dabei liefen Mary und einer der Stammkunden öfters durch das ganze Gebäude. Meist wurde der Bandit im zweiten Stock gefangen genommen und musste seine Fingerabdrücke auf einem Stück Papier hinterlassen. An einigen Tagen sah man Mary fast nicht. Sie war den ganzen Tag in ihrem eigenen Reich und spielte mit Puppen, manchmal sogar bis spät in die Nacht hinein. Eines Tages passierte etwas Unerklärliches. Mary war wie vom Boden verschluckt. Das Ehepaar durchsuchte alle Räume des Hotels, doch das kleine Mädchen war nirgends zu finden. Anfangs dachten die Hotelbesitzer sie würde sich verstecken, doch als sie am Abend noch immer nicht aufgetaucht war, gerieten sie in Panik. Auch die Gäste des Hotels hatten Mary nicht gesehen. Die letzte Hoffnung des Ehepaares war ein älterer Herr, ihr einziger Nachbar. Sie suchten ihn unverzüglich auf.
Da sie kein Foto von Mary hatten, beschrieben sie das Mädchen bis ins kleinste Detail. Der Mann wirkte nachdenklich, forderte sie auf Platz zu nehmen und einen Moment zu warten. Er verließ den Raum und kehrte mit einem alten vergilbten Foto zurück. Sie konnten ihren Augen kaum trauen als sie Mary auf dem Foto wiedererkannten. Aufgewühlt fragte das Paar den alten Mann wie er in den Besitz des Fotos gekommen sei. Der Mann erzählte ihnen, dass das Hotel früher ein Bauernhof war, der fast ganz durch Brandstiftung abbrannte. Er schilderte, dass er die frühere Bauernfamilie gut gekannt hat. Er fügte hinzu, dass das Bauernpaar den Flammen entkommen konnte, doch ihre Tochter Mary starb damals ,in der Scheune, im Inferno.
Bis heute weiß keiner wer damals Schuld an dem Feuer hatte und so sieht Mary jeden als Täter der nicht seine Fingerabdrücke hinterlassen will.“


 

Maison Barbelen

Beim recherchieren zu diesen Beitrag über Maison Barbelen kommt mir immer wieder ein Liedtext in den Kopf.

„In leer gelebten Räumen,
ist nichts mehr zu hör’n,
die unwegsame stille,
droht alles zu verzehren,
der ewig lange schatten,
hat sich alles einverleibt,
kein Stern steht mehr am Himmel,
doch die frage bleibt.
Was bleibt von uns übrig,
wenn der letzte Ton verklingt…“

Sehr wenig wissen wir über Familie Barbelen. Namen, Geburts- und Sterbedaten. Viel mehr nicht. Dies aber auch nur, weil Ausweise und die Rechnung über den Grabstein im Haus zu finden sind. Herr B. lebte nach dem tod seiner Frau (1983) bis zum Schluss allein im Haus. Ob aus Bequemlichkeit oder der Gebrechlichkeit im Alter, steht sein Bett direkt neben dem Esstisch im Wohnzimmer. Die persönlichen Dinge sind noch reichlich im Haus. Kleidung, Sparbuch & Bankdokumente, Geschirr, Fotos … trotzdem kein Hinweis über die letzten Jahre im Maison Barbelen.
Ungewöhnlich fand ich den Aufgebrochenen Boden im eigentlichen Schlafzimmer. Das Haus ist nicht unterkellert. Irgendwer hat im Schlafzimmer die Dielen herausgenommen und etwa einen Meter tief gegraben. (Am Ende ist das Bernsteinzimmer irgendwo in Luxembourg 😀 ) Betreten haben wir das Haus über einen Seiteneingang der früher mal ein Stall war. Vom Stall aus stehen wir direkt in der Küche. Daneben ist das Wohn- und Schlafzimmer. In der oberen Etage sind zwei großzügige … Abstellkammern?! Reichlich gefüllte Kleiderschränke und Kisten mit zum Teil noch Original verpackten Sachen. Gefühlsmäßig war dieses Haus für mich, trotz der vielen persönlichen Dinge, leer. In fast allen besuchten Locations nehme ich irgendein Gefühl auf wenn ich ein verlassenes Haus betrete. Hier leider gar nicht. Die Fotomotive hier waren dennoch sehr zahlreich und somit kommt Maison Barbelen in meine persönliche Rubrik „Erfolgreich/Sehenswert“.

 

 

Maison Kirsch

Maison Kirsch zum zweiten. Es ist 6.30 Uhr und die Sonne ist eben aufgegangen. Ein kühler Sonntag Morgen. Das kleine Dorf schläft noch tief und fest. Im vergleich zu unserem ersten Besuch (ohne einlass) nicht mehr wieder zu erkennen. Unser Auto hält. Wir sind mittlerweihle so geübt, dass wir innerhalb von wenigen Sekunden unsere Ausrüstung packen und in Gänsereihe loslaufen. …ähhm, oder kennt ihr die Olsenbande? Egal. – Die Maison Kirsch ist einst eine Brennerei gewesen. Unzählige Flaschen und eingekochtes Obst in großen Kellern bestätigen dies auch. Das Haupthaus wurde schon 1791 erbaut. Ein angrenzender Stall und eine Scheune kamen erst später dazu. Die Möbel im Haus erinnern sehr an ein Museum oder einen Antikhändler. Jede Ecke im Maison Kirsch birgt für sich eine neue Überraschung mit reichlich Fotomotiven. Bei jedem Schritt durch`s Haus knarren die Dielen. Wir bewegen uns trotzdem extremst leise. Wir wollen vermeiden Herrn Kirsch zu begegnen!! Es gibt Berichte von anderen Urban-Explorern, dass ihnen Herr Kirsch recht gewaltbereit erschienen ist.

Keine Angst, das wird hier nicht zu einer Geistergeschichte! Aber im Ernst. Herr Kirsch ist not amused wenn „Gestalten“ durchs Haus laufen. 😀 … WTF? Der Nachbar der Maison Kirsch heißt … Herr Kirsch. Verrückt was?! OK, es Handelt sich um einen Sohn der ehemaligen Besitzer der auf dem Nachbargrundstück neu gebaut hat. Die logische Frage, warum räumt er nicht die Wertvollen Möbel und die persönlichen Dinge aus seinem Elternhaus?

Folgendes hat natürlich niemand von ihm persönlich erfahren. Herr Kirsch, (der Sohn) ich nenne ihn jetzt mal Frank, hat keinen Kontakt mehr zu seiner Schwester. Der Moment, in dem der Kontakt zu seiner Schwester abbrach, war als Frank ihr sagte, dass es wohl nichts zu erben geben werde. Mitte der 60er Jahre war Vater Kirsch verstorben und hinterließ seiner Wittwe ein kleines Vermögen. Kirsch Junior, also Frank, stieg allerdings nicht in den väterlichen Betrieb ein und die Brennerei des Vaters beendete die Produktion. Seine Mutter wohnte bis zuletzt allein im Haus. Die letzten Jahre ihres Lebens war Mutter Kirsch ein Pflegefall. Frank übernahm die Pflege, da seine Schwester schon in den 80ern nach Belgien zog. Durch den Tot der Mutter, nach dem er sie fünf Jahre lang gepflegt hatte, kam wohl die gesamte Familie wieder zusammen. Vom Kirsch-Vermögen war zu diesem Zeitpunkt noch genug übrig, um ein schönes Begräbnis zu bezahlen. Viel mehr allerdings auch nicht, denn der Rest war für ihre Pflege draufgegangen. Die Familie der Schwester konnte das nicht glauben. Sie unterstellten dem Bruder, er habe sich an der Mutter bereichert. Den Rest regelten die Anwälte. …oder tun dies immer noch.

Maison Greiveldinger

Am Ende eines langen Urbex-Tages stand eine Location auf unserem Plan, welche unser Highlight werden sollte. Ein Parkplatz war nach kurzem hin & her schnell gefunden. Die Location sah von außen schon vielversprechend aus. Auf unserem Location-Notitz-Zettel stand als Info. „Früh einsteigen, da direkt gegenüber der Kirche.“ Hm .. ob 15 Uhr noch früh war?? Direkt vor dem Haus schraubte ein Anwohner an seinem Auto. Im Nachbargrundstück läuft ein Hund frei und vor der Kirche eine Gruppe Touristen die endlos Fotos vom besagten Gotteshaus machten. Pfhh Kirchenfotografen 😛 SHIT! NO WAY! Das war uns ein klein wenig zu aufregend. Dann also doch morgen früh vor dem Gottesdienst rein und heute brechen wir hier ab. (*Fotos und Bericht zur Maison Kirsch)
Die letzte Location an diesem Tag ein Reinfall? Ne! Zum Glück gab es noch unsere Notlösungsliste. Eine Location in der Nähe war schnell gefunden, auch wenn aufgrund der Planänderung keiner mehr super gelaunt war.

Die Koordinaten endeten in einer Sackgasse. Marode Häuser waren durch dichtes Gestrüpp erkennbar. Viel hab ich mir nicht versprochen an dieser Stelle. Diese Maison war sehr unscheinbar von außen. Zugang war kein Problem, da alle Türen offen standen. Mit dem ersten Schritt durch die Tür das erste OHHH und die Zeitreise begann. Die schweren Betten und Schränke im Haus zeigten, dass die einstigen Bewohner in beruhigendem Wohlstand lebten. Die größte Überraschung waren die Fahrzeuge in der Garage. Drei Baugleiche Vauxhall Cresta PC bzw. Viscount und ein Zweitürer … vermutlich ein amerikanisches Fabrikat. In einer zweiten Garage fanden wir ein weiteres Fahrzeug was wir bis jetzt nicht identifizieren konnten. Über die letzten Bewohner haben wir auch nicht viel gefunden. Nachdem der letzte Besitzer verstorben war, stand das Grundstück zum Verkauf. Es wurde allerdings bis heute niemand gefunden, der hier wohnen wollte. Maison Greiveldinger verfällt seit dem und wurde über die vielen Jahre vergessen.