VEB Cordalis

Gleich vorweg, hier sind wir zum ersten Mal „erwischt“ worden. Alles gut gegangen denn wir sind „nur“ höflich zum Verlassen aufgefordert worden. Trotzdem war es an diesem Tag nun die zweite Location die nicht ganz geplant verlaufen ist. Es handelt sich um einen riesigen Textilbetrieb der auch nach der Wende seine Hochzeiten hatte. Abgesehen von der großen Produktionshalle stehen hier noch vier kleinere Gebäude die es zu erkunden gab. 2 davon haben wir geschafft bevor „Darf ich Sie mal fragen wie sie hier rein gekommen sind?“ Die Motivausbeute ist deshalb etwas gering. Das was wir dort sehen konnten ist mir trotzdem einen eigenen Beitrag wert.

Die meisten Bilder sind im „Gemeinschaftshaus“ (was auch immer das heißen soll) entstanden. Die Türen sind zwar versperrt, die Fenster sind jedoch eingeschlagen oder stehen teilweise ganz offen. Es ist ein Kinderspiel hinein zu kommen. Es ist demzufolge auch nichts geschützt oder gesichert was sich im inneren befindet. Ich denke dabei an Metalldiebe oder sonstige Vandalen. Was wir in der gesamten unteren Etage finden sind nämlich antike Möbel! Alte Schränke, Kommoden, Kisten und Sofas. Jedes dieser Möbelstücke schien um meine Aufmerksamkeit zu betteln um mir seine Geschichte zu erzählen. Ein blutverschmiertes Biedermeier Sofa mit den Initialen EL hat meine Phantasie besonders gepackt. Ich frage mich wie all diese Wertvollen Stücke hier her gekommen sind. Wenn das Gebäude nach der Schließung des Betriebs noch als Lager vermietet worden ist, wie kommt es das der Besitzer die Möbelstücke dann letztlich hier zurück gelassen hat? Sind sie doch zu restaurationsbedürftig?! Für mich als Laie waren das alles besonders alte Schmankerl die schon sehr viel gesehen haben. Ich bitte in diesem Fall noch einmal besonders darum keine Ortsangaben in den Kommentaren zu hinterlassen! Fragen ist sowieso zwecklos. 😉

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Der letzte VEB

WOW! Ein Glücksfund! … … Kann man das so sagen?! Geplant war diese Location schon, nur erwartet hatte ich nicht viel. Ein von außen sehr maroder Komplex, mit großen Werkshallen. Ein Urbex-VEB wie es viele gab. Leer geräumt, Metalldiebe haben gewütet und die lokale Sprayerszene ist schon längst wieder ausgezogen. So oder so ähnlich waren meine Erwartungen. 

Wann genau dieser Betrieb geschlossen wurde, darüber habe ich leider keine übereinstimmenden Daten gefunden. Die letzten Kalender über den Werkbänken waren von 1993. In den Büroetagen ist definitiv, auch nach der Stilllegung der Produktion, noch weitere Jahre gearbeitet worden. Die Produktionshallen selbst sind komplett leer. Dafür sind die Werkstätten und die Büros eine Fundgrube. Pläne, Akten, Fotos, Büroausstattung. Es wird mit Sicherheit fast der letzte VEB sein, der so zahlreiche Zeitdokumente bietet. 25 Jahren als „Lost Place“ überleben nicht viele Gebäude so unangetastet. Also öffnen wir die Zeitkapsel:

Ein wenig spooky wird mir das große Eingangstor in Erinnerung bleiben. Als wir ankamen stand eine Seite des Tores weit und einladend offen. Als wir zwei Stunden später das Gelände verlassen wollten war es geschlossen und mit einer schweren (nicht neuen!) Kette verschlossen. 😱

⇑ Fotos gingerfish

⇓Fotos AJ

 

VEB Fräse

Die „Fräse“ ist Geocacher-Terrain und liegt ein wenig versteckt in einem Walsdtück. Auf dem Rückweg, von einer anderen Location, wollte ich zur Fräse wegen einer einzigen Aufnahme die ich unbedingt haben wollte. Das Bild von dem Pavillon.

Geocacher und Urbexer treffen ab und zu mal aufeinander. Auf dem Gelände liegt ein „Lost Place Cache“ versteckt. Obwohl das „LOST“, vom Wortsinn her, in diesem Fall eher lächerlich ist! Zwei wild entstandene Parktaschen direkt vor dem Eingangstor, ausgelatschte Trampelpfade durch das ganze Gelände, Müllberge, Sperrmüll, Schutt. Anscheinend ist hier mehr Begängnis als bei Rewe an einem Samstag Vormittag. So war auch ich die ganze Zeit über nicht allein in dem Gebäude. ABER … sehr nette Gespräche und wertvolle Tipps habe ich bekommen! (Gruß und Dank nach Plauen 😀 )

Die „Fräse“ war ursprünglich ein Betrieb der Kammgarnspinnerei. Nach der Auflösung des VEB  wurde das Gelände als Auslieferungslager für Fräser genutzt. Daher der Name „Fräse“. Alles in allem war der extrem marode Betrieb weniger erfolgreich was meine Bildausbeute anbelangt. Das Pavillonbild war mir den Abstecher aber Wert!