Harzer-Hexen-Stieg

Prolog:
Wir hatten wieder große Lust zu Laufen! Nach der Radtour an die Nordsee im Sommerurlaub haben wir das Wandern schon etwas vermisst. Deswegen haben wir bei der Planung der Herbstferien nach einem Fernwanderweg Ausschau gehalten. Nach unserer positiven Erfahrung bei der  Alpenüberquerung zu Fuß, auch gern wieder über ein Gebirge. Der Rennsteig hatte sich schnell erledigt weil wir die Distanz in einer Woche nicht schaffen werden. Der Flyer vom Harzer-Hexen-Stieg liegt schon ein Jahr in unserer „To-do-Kiste“ und ist mit seinen zirka 100 Kilometern wie gemacht für 5 Tage Abenteuer. Nach einem anfänglichen Versuch uns selbst Etappen zu suchen und Hotels zu buchen (Es war uns leider nie möglich in jedem Etappenort ein Hotelzimmer zu bekommen. Nacht 1 und 2 war zugesagt – Nacht 3 war kein Platz für uns – Also alles stornieren und von Neuem planen?!) haben wir uns entschlossen das den Profis zu überlassen. „Wandern im Harz“ hatte ein Paket im Angebot was uns sehr zusagte. 5 Tage, 4 Etappen, inklusive Brockenübernachtung, Verpflegungspaketen und Rücktransport. Der Harzer-Hexen-Stieg führt von Osterode aus über den Brocken bis nach Thale. Leider gibt es von Thale aus keine einfache Möglichkeit zurück nach Osterode zu kommen. Der Harzer Tourismusverband hat auf meine Anfrage per Mail einfach nicht reagiert. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, reichlich drei Stunden Fahrzeit und 4-mal umsteigen, wäre die Antwort auch keine Werbung gewesen. Sehr wertvoll war es also den Rücktransport gleich mit inklusive zu haben. Alles war gebucht und bestätigt – die Rucksäcke gepackt und die Vorfreude groß! Dann kam die 2. Corona Welle. Anfang Oktober verhängten die ersten Bundesländer ein Beherbergungsverbot für Gäste aus so genannten Risikogebieten. Zum Risikogebiet wird ein Landkreis wenn es in den vergangenen 7 Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern mit dem Corona-Virus gegeben hat. Ab ca. 10. Oktober stieg diese 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Zwickau sprungartig an, bis wir am 15. Oktober die Schwelle von 50 überschritten hatten. Unsere Laune war im Keller und die Panik war groß! In drei Tagen wollen wir loslaufen und nun steht plötzlich alles auf der Kippe. Zwar hat das Land Niedersachsen das Beherbergungsverbot gerichtlich gekippt, aber Sachsen-Anhalt war dafür umso strenger. Telefonate mit „Wandern im Harz“ konnten uns nicht wirklich beruhigen, denn die eindeutige Antwort die wir uns erhofften war stets ein Vielleicht. Am 16. Oktober war der 7-Tage Wert wieder bei 49 – am 17. Oktober bei 42. Am Samstag, dem 18. 10. starten wir Richtung Harz bei einer 7-Tage-Inzidenz von 34. Alles sieht erstmal sicher aus. Man könnte meinen wir haben nochmal Glück gehabt.

 1. Etappe – Von Osterode nach Altenau:
Wir verlassen kurz vor 9.00 Uhr das Hotel. Mit unseren Wanderrucksäcken und den Wanderschuhen steigen wir ins Auto. Das fühlt sich ganz schön dämlich an. Aber wir fahren nur bis zum großen Wanderparkplatz der am Startpunkt vom Harzer-Hexen-Stieg ist. Mitten in Osterode und sogar kostenfrei! Am Infopavillon machen wir das obligatorische Startfoto und ab gehts. Auf unserer Uhr stehen 227 Meter über Null. Direkt gegenüber des Startpunktes geht es sofort bergauf. Gleich nach den letzten Wohnhäusern von Osterode führt der Weg  in den Wald. Abgesehen von unseren Übernachtungsorten werden wir in den kommenden Tagen nur wenige Orte passieren – und wir bleiben fast durchgängig im Wald. Wir sind unterwegs zum Eselsplatz aber als Erstes begrüßt uns eine Holzfigur am Wegesrand. Im Prinzip eine Infostation zu den Kiepenfrauen. Die Kiepenfrauen waren der Paketdienst des Harzes. Ab dem 16. Jahrhundert bis ins frühe 20. Jahrhundert transportierten die Frauen in ihrer Kiepe verschiedene Waren zwischen den Harzorten. Die Arbeit war nicht leicht, denn bis zu 40kg trugen die Frauen durch die Berge. Auf unseren Schultern sind gerademal ca 10kg und das reicht mir schon. Am Eselsplatz ist die erste Stempelstelle für unsere Wanderpässe. Entlang des Hexen-Stiegs sind eine Vielzahl an Stempelpunkten verteilt. Ähnlich wie auf dem Jakobsweg gibt es am Ende eine Urkunde und einen Pin als kleine Auszeichnung. Das hat mir auf dem Camino eigentlich immer Spaß gemacht und darum freue ich mich auf das Stempel sammeln. Das Stempelheft ist schließlich auch ein besonderes und informatives Andenken an den Weg. Abgesehen davon kann man im gesamten Harz Stempel sammeln für eine Wandernadel. Eine sehr gute Idee! Nicht nur der Hexen-Stieg als Sonderpass sondern die Stempelpässe für die Wandernadeln sind ein besonderer Anreiz den Harz wieder und wieder zu besuchen!
Der Weg von Osterode hier hinauf soll bereits im 13. Jahrhundert entstanden sein. Er war bis ins Hochmittelalter die Verbindung zwischen Osterode und Harzburg. Der Weg diente als Heerstraße zur Harzburg, als Versorgungsstraße in den Harz und auch als Erztransportweg. Im Harzer-Korn-Magazin in Osterode wurde das Getreide für die Bergleute im Harz gespeichert. Von hier aus zogen tagtäglich Eselskarawanen um die Bergleute mit Lebensmitteln zu versorgen. Es geht weiter bergan und wir merken langsam, dass wir im nördlichsten Mittelgebirge unterwegs sind. Die Wege sind durch den Regen der letzten Tage mal mehr, mal weniger matschig. Auch der Nebel wird ab und zu dichter und ist kurz darauf wieder komplett verschwunden. Das passt prima als mystische Einstimmung auf unsere Harz-Tour. Wir passieren ein paar größere Teiche und den Entensumpf. Dazwischen immermal wieder eine Stempelstelle. Die Teiche sind schon ein Teil des Oberharzer Wasserregals. Ein Regal war im Mittelalter kein Möbelstück, sondern ein königliches Hoheitsrecht. In diesem Fall das Recht, die Wasserquellen im Oberharz zu nutzen. Meine Fresse, das nenne ich ja mal lehrreich für den ersten Tag! Das Oberharzer Wasserregal ist ein hauptsächlich im 16. bis 19. Jahrhundert geschaffenes System zur Umleitung und Speicherung von Wasser, das Wasserräder in den Bergwerken des Harzer Bergbaus antrieb. Es gilt als das weltweit bedeutendste vorindustrielle Wasserwirtschaftssystem des Bergbaus. Sie erstrecken sich über ein Gebiet von rund 200 Quadratkilometern. Den Rest des Tages sind wir dann auch neben einem Wasserlauf hergelaufen. Er hat den poetischen Namen “Dammgraben“. Er war immer da. Wenn man ihn einmal nicht gesehen hat, verlief er unterirdisch. An der Oker verlassen wir den Hexen-Stieg für heute. In Altenau endet unsere erste Etappe. Nach reichlichen 7 Stunden Gehzeit und fast 29 Kilometern stoppen wir unsere Uhren. Im Landhaus am Kunstberg beziehen wir unser Zimmer und feiern im Kaminrestaurant „Kleine“ Oker unsere erste Etappe.

 

2. Etappe – Von Altenau auf den Brocken
Nach den ersten Schritten am Morgen spüren wir schon ein wenig die Kilometer vom Vortag. Heute geht es auf den Brocken. Die Strecke ist zwar etwas kürzer, führt dafür aber stetig bergauf. Ausgerüstet mit einem neuen Lunchpaket verlassen wir Altenau. Vorbei am Waldbad geht es wieder hinauf zum Dammgraben. Dieser bekleidet uns fast noch den halben Tag. Der Weg wird zwischendurch sogar richtig spektakulär. Eine kleine Umleitung führt uns steil einen Hang hinunter und ich komme mir vor wie in den Alpen. Zum ersten Mal fallen mir heute die großen Flächen abgeholzter Wälder auf. Dazu will ich später noch etwas mehr sagen. Wir laufen einen Skihang hoch und wir kommen nach Torfhaus. Der Ort kommt wie bestellt denn es bahnt sich ein Regenschauer an. Den sitzen wir hier bei Kaiserschmarren und heißer Schokolade mit Rum aus. In Torfhaus gibt es einen der wenigen Geldautomaten am Hexenstieg, was ich auch vorsichtshalber nochmal nutze. Außerdem brauchen wir auch noch eine Füllung für unseren Wander-Flachmann. Gefühlt trage ich den ständig nur leer durch die Gegend, egal wo wir den dabei haben. Eine Flasche roten Gin habe ich ausgewählt und einen Kaffeelikör. Beides ansich Flaschen, die als Mitbringsel oder Souvenir gekauft werden. Als die Verkäuferin fragt, ob sie die Flaschen etwas in Papier einschlagen soll, liegt mir ein „Wozu??“ auf den Lippen. Mit einem „Ja gern“ komme ich dann mit zwei neutral verpackten Flaschen aus dem Laden. Ich komme mir schon etwas vor wie ein Trinker. 🙂 Dann geht es weiter Richtung Brocken. Kaum wieder im Wald kommen wir zum Torfhausmoor. Ein Holzsteg führt hier direkt darüber hinweg. Das Moor liegt in rund 800 Metern Höhe zwischen Torfhaus und dem östlich gelegenen Brocken in einem besonders niederschlagsreichen Gebiet. Es hat eine rund 10.000 Jahre alte, über fünf Meter dicke Torfschicht. Dann wird es voll auf dem Weg. Von weitem hören wir schon die Brockenbahn. Mit jedem Kilometer wird der Weg voller. Immer mehr Wanderer und Touristen strömen Richtung Gipfel. Dazwischen Leute mit Hunden, Kinderwagen und Mountainbiker. Der Weg wird immer dann frei wenn die Harzer Schmalspurbahn vorbeikommt. Denn dann stehen alle am Rand und machen Fotos. Wir natürlich auch und im Grunde sind wir ebenso nur Touristen. Es nervt nur ein wenig die Unachtsamkeit die einige an den Tag legen. Oben angekommen wird es schlagartig kalt und windig. Die Stempelstelle für unsere Wanderpässe muß man hier auf dem Brockenplateau regelrecht suchen. Nach dem Stempel und dem typischen Foto vor dem Schild was den höchsten Punkt markiert, gehen wir ins Hotel. Unser Zimmer im Brockenhotel ist der Hammer! In der dritten Etage erwartet uns ein großes Zimmer (304) mit einer riesigen Fensterfront und einem gigantischen Ausblick! Unser Zimmerschlüssel passt zudem an der Tür zur Aussichtsplattform in der 8. Etage. Als Hotelgäste sind für uns automatisch Plätze im Restaurant reserviert. Wir gehen zwischendurch immer wieder raus um Fotos zu machen. Viele, viele, viele, viele Fotos. Das Zimmer hat einen Fernseher – aber bei diesem Ausblick schaut man lieber aus dem Fenster. (und macht selbst dabei wieder viele, viele, viele Fotos) Je später der Abend umso weniger Leute sind zu sehen. Spätestens nach der Abfahrt der letzten Bahn sind nur noch die paar Hotelgäste hier. Wir gehen zum Sonnenuntergang schon wieder raus um Fotos zu machen. Der Nebel, der anfangs nur kurze Lücken zum Fotografieren hatte, ist jetzt fast komplett verschwunden. Mal ein paar Fakten zum höchsten Berg Norddeutschlands: Er ist kalt (3 Grad im Jahresschnitt), absolut kahl (oberhalb der Baumgrenze) und nie zu sehen (306 Nebeltage pro Jahr!). Wahrscheinlich haben sich deswegen Mythen um diesen vernebelten Berg gerankt. Wenn die Sonne scheint, soll man sogar seinen eigenen Schatten im Nebel sehen können, das sogenannte Brockengespenst. Dass also der Nebel jetzt zum Sonnenuntergang verschwindet und später sogar der Sternenhimmel zu sehen ist, ist für uns sensationell. In der Nacht werde ich zweimal wach und gehe zum Fenster. Ich sehe die Sterne und die Lichter von Ilsenburg.  Die Übernachtung im Brockenhotel war ein Erlebnis!

 

 

3. Etappe – Vom Brocken nach Rübeland
Bei der Verabschiedung im Hotel wird mir nochmal bestätigt, dass wir ziemliches Glück hatten mit dieser Aussicht. Draußen stürmt es und wir sehen zu, dass wir schnell vom Gipfel runter kommen. Die ersten Kilometer laufen wir auf der Brockenstraße. Die abgestorbenen Wälder werden hier wieder sehr deutlich. Was mir fast jeden Tag aufgefallen ist wirkt hier fast ein wenig beängstigend. Ich kann mich gut an Jahre zurückliegende Wanderungen im Harz erinnern. Egal ob 5-6 Jahre zurück oder noch früher, mit meinen Eltern in meiner Kindheit, ich kenne den Harz nur mit dichten, dunklen Wald. Wenn man durch den Harz läuft, ist es nicht zu übersehen, der Wald stirbt oder ist schon längst gestorben. Die Ursachen sind wohl recht einfach. Als im Harz noch der Bergbau regierte, war Holz ein knappes Gut. Also wurde der Großteil der Fläche mit schnellwachsenden Fichten als Monokultur bestellt. Doch leider sind diese Fichten nicht sehr resistent, was Wasserknappheit angeht. In heißen und trockenen Sommern verlieren sie ihre Kraft. Kommt dann ein Borkenkäfer um die Ecke, haben sie keine Chance. Ganze Berge wären kahl wenn die abgestorbenen Stämme nicht stehen würden. Mein erster Gedanke ist panisch.  Auf der der anderen Seite werden vermutlich neue Arten den Harz in Besitz nehmen, zuerst Birken, später dann Eichen, Linden oder Buchen. Der Harz verändert sich halt. Später in Thale ist es sehr deutlich zu sehen – den Laubwäldern geht es wesentlich besser. Aber es ist  schon bedenklich, dass der Mensch diese Veränderungen provoziert. Nicht nur, dass er Monokulturen anbaut und sich wundert, dass sie eingehen.  Nein – durch seinen täglichen Lebenswandel verändert er das Klima nachhaltig. Der Klimawandel ist hier im Harz kein fernes Konstrukt sondern sehr nah und sehr konkret. Der Wald stirbt. Wir verändern diesen Planeten nachhaltig. Wenn man hier wandert, kann man das nur noch schwer übersehen. Der Nationalpark Harz gibt sich große Mühe diesen „Wandel“ zu erklären. Auf zahlreichen Infotafeln und in Flyern wird erklärt, dass tote Bäume auch neuer Lebensraum bedeutet. Auf rund 60% der Waldfläche im Harz greift der Mensch schon heute nicht mehr ein. Bis zum Jahr 2022 sollen es sogar 75% sein. Ich hoffe dass der „Wandel im Wald zur neuen Wildnis“  nicht nur eine Ausrede für die Touristen ist! Schließlich gehören inzwischen auch bei uns zu Hause tote Nadelbäume ins Bild wenn man an Wald denkt. Aber jetzt weiter auf dem Harzer-Hexen-Stieg. Wir laufen weiter, vorbei an Schierke nach 3 Annen Hohne. Ich erkenne auf diesen Kilometern so viele Orte wieder an denen ich als Kind mit meinen Eltern war. Orte wie der „Trudenstein“, die „Spinne“ oder die „Steinerne Renne“. Ohje – ich glaube ich habe damals viel gejammert wenn ich mit meinen Eltern wandern war. Es tut mir bei dem Gedanken jetzt regelrecht Leid. Schließlich müssen es diese Wanderungen gewesen sein, die den „Virus“ bei mir gepflanzt haben. Danke Mutti und Vati!
Wir sammeln weiter Stempel ein und hinter 3 Annen Hohne machen wir Mittagspause mit unseren Lunchpaketen vom Brockenwirt (die Besten unserer Tour!). Danach wird der Weg etwas eintöniger. Orte wie der Königshütter Wasserfall können uns nur kurz begeistern. Zwischen Susenburg und Rübeland spulen wir nur noch Kilometer ab. Der Blick geht immer wieder auf die GPS Uhr – wie viele Kilometer sind es noch? Das Hotel in Rübeland ist schnell gefunden und wir kommen nach rund 6,5 Stunden und 28 Kilometern endlich an.

 

4. Etappe – Von Rübeland nach Thale
Die Nacht in Rübeland war auffällig laut. Zum ersten Mal war das Hotel an einer viel befahrenen Straße und die vorbeirauschenden LKW weckten uns hin und wieder auf in der Nacht. Das Frühstück war Okay und unser Lunchpaket für den heutigen Tag bekamen wir in einer Folietüte vom Fleischer auf den Tisch gesetzt. Unsere Brote konnten wir uns selbst schmieren und somit konnten wir als Vegetarier sogar darüber lachen. Anstelle vom Wirt hätte ich das genauso gemacht! 🙂 An unserem letzten Tag bin ich hochmotiviert. Noch einmal die letzten Kilometer laufen und genießen. Wir wandern den ganzen Tag entlang der Bode. Der Wald hat sich verändert und wir gehen heute Hauptsächlich durch Laubwälder aus Buchen, Linden und Eichen. Dementsprechend herbstlich bunt ist es um uns herum. An der Wendefurther Talsperre sammeln wir einen weiteren Stempel ein und beobachten jemanden beim Wallrunning. Cool! – Aber heute sind wir zum Wandern hier und nicht wegen dem Adrenalin. Wir passieren Altenbrak und kommen überreif für eine Pause in Treseburg an. Ein Eisbecher und ein Bier als Stärkung für den letzten Abschnitt Richtung Thale. Leider ist das Bodetal ab hier gesperrt und der Hexen-Stieg wird umgeleitet. Der Harzer-Hexen-Stieg gilt als Qualitätswanderweg und ist wirklich hervorragend ausgeschildert! Ähnlich wie der Jakobsweg mit seinen gelben Pfeilen ist auch der Hexen-Stieg unübersehbar gekennzeichnet mit einer Hexe. Selbst der Weg an der Talsperre hatte eine fest ausgeschilderte Hochwasserumgehung „nur für den Fall“. Ebenso gut ist die Wegbeschreibung die wir von „Wandern im Harz“ mit auf die Reise bekommen haben. Beides zusammen macht ein Verlaufen nahezu unmöglich. Selbst für Umleitungen wie diese, haben wir in Osterode noch eine aktuelle und detaillierte Wegbeschreibung bekommen. Hinter Treseburg geht es nochmal steil bergauf. Fast 200 Höhenmeter! Ohje! Leider sind die Stempelstellen ab hier nicht mit in unserem Wanderpass aufgeführt. Ansich führt der Weg ja durch das Bodetal. Ich suche mir jede freie Stelle in meinem Pass um trotzdem alles zu sammeln. Die Stecke führt über Wirtschaftswege bis zum Tierpark am Hexentanzplatz. Danach geht es über Serpentinen steil bergab. 11 Kehren zähle ich bis wir auf dem steinigen Pfad unten, an der Bode ankommen. Ab der Jugendherberge Thale kennen wir uns fast aus. Dies sind jetzt tatsächlich die letzten Meter. Glücklich, ein wenig stolz, aber auch ganz schön fertig kommen wir nach fast 8 Stunden Gehzeit am Hotel an. Reichlich 32 Tageskilometer und 108 insgesamt – meine Fresse! Im Hotel bekommen wir unsere Urkunden und das Abzeichen in einem Umschlag überreicht. Ebenso wie die Uhrzeit für den Rücktransport nach Osterode. Wir feiern ein klein wenig und fallen müde ins Bett. Die Rückfahrt am nächsten Morgen verläuft problemlos. Die Buchung über „Wandern im Harz“ war aus der Not heraus, allerdings im Nachhinein betrachtet das Beste was uns passieren konnte! Unvergesslich die Nacht auf dem Brocken und die Wanderung durch den herbstlichen, mystischen Harz. Wir haben beide etwas Muskelkater in den Beinen, ich wäre aber sehr gern noch ein paar Tage weiter gewandert. So stellen wir uns Urlaub vor! Urlaubn-Urlaubn-Urlaubn (insider).
Übrigens überschreitet der Landkreis Zwickau am Tag unserer Abreise wieder die 50 bei der 7-Tage-Inzidenz. Es hätte nicht einen Tag früher passieren dürfen. Wir haben Glück gehabt!

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