Der NVA Hotel Reinfall

Nein ich habe mich bis dahin nicht gewundert, wieso kaum Innenaufnahmen aus diesem Haus im Internet zu finden sind! Der markante Bau war allein wegen der Außenaufnahme schon länger auf meiner “To-Do-Liste”.

Das Hotel war einmal für die Oberen 10.000 der DDR bestimmt. Für diesen Zweck und die damalige Zeit auch optimal ausgestattet. Von der Toplage ganz zu schweigen!

Einen Einstieg zu finden war sehr leicht, schließlich ist das Hotel auch Geocacher-Terrain. Der erste Raum ist das Schwimmbad. Demoliert, besprüht und zugemüllt. Ein Korbstuhl und ein paar Gänge weiter die Rezeption. Das waren die zwei/drei Motive die das riesige Hotel zu bieten hat. Selbst diese Bilder mache ich nur, weil wir ja einmal da sind. Von uns vieren packen zwei ihre Kameras nicht einmal aus, die dritte packt sie nach ein zwei Minuten wieder weg. Ich habe trotz aller Versuche, Motive zu finden, nach kurzer Zeit ebenfalls genug. Hab keine Lust mehr weiter durch das Hotel zu gehen. Vandalismus, Paintballspuren und Müll wohin die Blicke fallen. Brauchbare Motive … Fehlanzeige!

Wie rettet man nun ein solches Urbex-Debakel??? … RISCHTISCH! Gruppenfotos! 😉  PS: Never change a winning team!!! 😉

 

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Die Urologenvilla „Dr. Anna L“

Ein außergewöhnlicher Ort, leider auch einer der viel zu bekannt ist. Das einzige Haus welches ich kenne, was ein eigenes Gästebuch hat. Gut gemeinte Umderokierer, wüste Unordnung, Diebstahl und sinnloser Wandalismus haben überdeutlich ihre Spuren hinterlassen. Hirnlose Trophäensammler haben sich in diesem Haus schon reichlich bedient. Dieses selbstgemachte Chaos erinnert mich stark an die Villa DAS. Dies scheint der Fluch zu sein, wenn die Gebäude einen solchen Sonderstatus in der Szene erreicht haben. – – Die, die sie eigentlich schützen wollen, … richten sie hin.

Über diese prächtige und geheimnisvolle Villa machen mehrere Geschichten im Internet die Runde. Mitunter so spektakulär, dass sich die Geschichten garantiert schon längst miteinander vermischt haben. Welche der Wahrheit am nächsten kommt, lässt sich bestimmt nie mehr genau sagen. Ich habe mich für die enschieden, die mir davon am besten gefällt.

Ein junger Medizinstudent, der viele Jahre lang in verschiedenen Krankenhäusern in ganz Deutschland arbeitete, eröffnete seine eigene urologische Praxis in einer Kleinstadt. Er verliebte sich in seine Sprechstundenhilfe, die er bereits nach drei Monaten heiratete und mit ihr 2 Kinder zeugte. In der unteren Etage befanden sich das Wartezimmer, die Behandlungs- und Laborräume in denen sie arbeiteten. Die luxuriös eingerichteten Wohnräume der Familie waren in den oberen Etagen. Wie der Vater, so studierte auch der Sohn Medizin und begann im Ausland eine eigene Praxis zu führen.

Dann soll das Glück die Familie verlassen haben. Im Alter von 78 Jahren verstarb der mittlerweile namhafte Herr Doktor bei einem Autounfall. Die Tochter des Paares begann angeblich Selbstmord worauf die Frau des Doktors schlagartig das Anwesen verließ und in eine Psychiatrie eingewiesen wurde. Ein letztes Lebenszeichen von ihr stammt aus dem Jahr 2010, als über ihren 104. Geburtstag im Pflegeheim berichtet wird.

Fakt ist der Tod des Herrn Urologen im Jahr 1988. Fakt ist der 104. Geburtstag der Ehefrau. Und ebenso Fakt ist, dass die Villa und die Praxis mit all ihren hochwertigen Einrichtungsgegenständen, sowie allen persönlichen Sachen plötzlich sich selbst überlassen war.

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Das Krematorium

Von erloschenen Feuern und ungewohnten Gefühlen.

Achtung, Achtung! Es folgt außergewöhnlich viel Text. 🙂
In Anbetracht der Location will ich nicht nur cool die Bilder reinwerfen, sondern kurz auf mein Empfinden und das Herzklopfen an einen solchem Ort eingehen.
Dieses Krematorium war reichlich 80 Jahre in Betrieb. Während dieser Zeit wurden hier über 100.000 Verstorbene eingeäschert.

Wo ist bei Urbex-Fotos die Grenze?
Kann man unter diesem Begriff alles fotografieren/zeigen?! … Geschmackssache?? Nee, lass ich nicht als Antwort gelten. Das harmloseste Urbex-Foto soll für den einen oder anderen schon geschmacklos sein. …hab ich gehört. 🙂
Urban Exploring, also das Erforschen von verlassenen Einrichtungen, kann man da eine genaue Grenze des „sehenswerten“ ziehen? Der leerstehende Betrieb an der Ecke ist sicher noch OK. …und das alte Kinderheim? Der Operationstisch in einer verlassenen Klinik? Oder bei den Familienfotos in einer verlassenen Villa? Die Fixierungsriemen an den Betten einer Kinderpsychiatrie? Oder ein Friedhof auf dem 60 Jahre keiner mehr war? Ein Krematorium? Als „Urbexer“ will man sowas unbedingt in seinem Portfolio haben! So kommt es auch, dass ich die Koordinaten dieses Krematoriums schon 2 Jahre habe. Immer mit der Absicht, DAS MUSS! Und letztlich bin ich losgefahren um dieser Location einen Besuch abzustatten.

Für mich gibt es kaum einen anderen Ort, der mehr mit menschlicher Trauer und menschlichem Leid zu tun hat als ein Krematorium. Diese Besonderheit war mir diesmal mehr bewusst, als bei jeder anderen Location bisher.
Bei der „Anfahrt“ und dem Betreten ließ sich dieses bedrückende Gefühl noch recht gut verdrängen. Bis hierher war ja alles wie immer. Das Gebäude gliedert sich in drei Ebenen. Die Halle für die Abschiednahme in der 1. Etage. DER Mittelpunkt, ganz ohne Zweifel, ist die Schachtabdeckung der Versenkungsanlage für die Särge. Es gibt reichlich Tageslicht. Eine Empore, sonst nur Staub und Dreck. Von der Verhältnissen her kenne ich dies und lege mit den Fotos los.
Eine Etage tiefer sieht es in Sachen Tageslicht schon arg … suboptimal aus. Ein Lichthof beleuchtet ein Stück Gang von dem die Kühlkammern abgehen.  Dann wird es dunkel. Direkt unter der Versenkungsanlage beginnen in den Boden eingelassene  Schienen. Diese führen den Gang weiter entlang bis … TASCHENLAMPE! Ohne geht`s hier definitiv nicht mehr. Am anderen Ende sind zwei Öfen. Riesige Öfen mit ebenso großen Türen, die sich auch noch öffnen lassen. Vor einem steht ein massiver Einführwagen. Und hier beginnt der Film im Kopf. Lange Belichtungszeiten der Kamera und „taschenlampenwedeln“. Währenddessen versuche ich mir immer den Gedanken zu verbieten, wie es hier „in Betrieb“ zuging. – Zwecklos! Alles was mir als ein Motiv erscheint wird abgelichtet. Schalter, Hebel, Amaturen. Als Laie dachte ich an dieser Stelle, ich habe hier alles. Was soll unten schon noch sein?! Im Nachhinein fast logisch, die Öfen gehen über 2 Etagen! Im Keller wird sozusagen „ausgekehrt“.

Als erstes fällt der Schein meiner Taschenlampe auf mehrere Hundert leere Kunststoffurnen. Daneben liegen unzähliche Schamottemarken auf dem Boden verstreut. Diese nummerierten Marken kommen mit den Verstorbenen gemeinsam in den Verbrennungsofen, um später die Asche richtig zuordnen zu können. Bei diesen Schamottemarken lag ein mit Datum und Namen beschrifteter Urnendeckel. …na klasse, was liegt der hier noch rum??? Was mich am meisten berührt hat, sind die Reste in den Behältern der Verbrennung und im Schacht selber. Außer rostigen Sargnägeln waren hier noch Spuren sterblicher Überreste enthalten. Hier im Keller des Krematoriums habe ich leider auch kein anständiges Bild zustande bekommen. Vergessene oder ganz unsinnige Belichtungsreihen bezeugen mein Unwohlsein. Ärgerlich im Nachhinein! Ich musste ja aber auch unbedingt wieder allein zu so einer Location fahren.

Ich bin froh, dass ich jetzt das Krematorium in meinem Portfolio habe! Ich habe mich entschieden keine Bilder wegzulassen. Morbide hin, morbide her. Falls sich die Gelegenheit noch ein weiteres Mal bietet, werde ich auch diese wieder nutzen.

PS: Bitte wie immer keine Ortsangaben in den Kommentaren!!!

PPS: Ich habe keinen einzigen Stuhl gefunden. (insider)

Das Dorf der Untoten

Wir fahren in ein verstecktes Dorf. Der Ort hat geschätzte 30 Häuser und etwa die Hälfte davon ist verfallen.
Wir sehen hier in der Einöde, in der Fremde auffallen, keine Menschenseele.
Dafür vor fast jedem Haus einen Hund. Unter anderem Weht auch durch die Dorfkirche nur noch der Wind. Die Türen stehen weit offen. Geplündert wurde die Kirche sicher schon vor langem. So ist fast nichts übrig vom einstigem Inventar. Das Umfeld wirkt fast gepflegt. Ein seltsamer Anblick zwischen all den eingestürzten Häusern.

Am verwunderlichsten ist aber dass der einzigste Friedhof im Ort … verlassen ist. Ein Friedhof der „Urbex“ ist. Hier ist seit über 60 Jahre lang niemand beerdigt worden.

Die Kirche

Morgens halb acht in Deutschland. 3 Fotografen fahren los um wenigstens einmal im Jahr eine Kirche zu besuchen. Endlich angekommen, betreten wir die Kirche und finden diese leer und verlassen. Scheinbar haben wir den Gottesdienst knapp verpasst. … so etwa 75 Jahre. So lang ist es schon her dass diese Kirche nicht mehr für ihren eigentlichen Zweck genutzt wurde. Der gute Zustand des „Hauses“ ist der recht ungewöhnlichen Nachnutzung zu verdanken. Seit 1991 steht die Kirche entgültig leer. Übrigens kam während unserer Fotorunde durch das Gebäude der Pfarrer doch noch einmal kurz vorbei. Ziemlich wortloser Typ … aber recht nett … hat uns beim verlassen der Kirche noch winkend verabschiedet. 😉

Villa „Graf Zeppelin“

Wir bahnen wir uns den Weg durch dichtes Gestrüpp. Der kleine Park, um die Villa herum, hat schon lange keinen Gärtner mehr gesehen. Das Haus ist fast gänzlich leer geräumt und trotzdem versprüht es einen ungeheuren Charme. Bei den vielen Holzvertäfelungen und aufwändig verzierten Decken könnte man meinen, man steht in einem Renaissanceschloss. Die 1890 erbaute Villa hat im Laufe der Jahre zahlreiche Bewohner kennengelernt. Wirklich lange geblieben ist aus unterschiedlichen Gründen keiner. Eine besondere Geschichte gibt es zu der Villa nicht zu berichten. Kurz vor dem verlassen der Villa fand ich hier das älteste Zeitungsstück, was ich auf meinen Touren bisher gefunden habe. 21. Mai 1929 !

Bestätigt hat sich hier übrigens wieder einmal das „Kleine-Welt-Phänomen“. Über sieben Ecken kennt sich jeder. Beste Grüße! 🙂

Das Kloster der Feuermacher

Wie bei vielen Orten ranken sich auch um dieses verlassene Kloster die wildesten Geschichten. Was man davon zu halten hat, sei jedem selbst überlassen – nur so viel sei gesagt: Der Ursprung der folgenden Erzählung geht wahrscheinlich auf eine Gruppe Sinti & Roma zurück, die Jahr für Jahr in der Nähe dieses Klosters lagern. Ob sie bloß dazu dient neugierige Besucher fernzuhalten? Wer weiß!

Viel ist nicht bekannt über dieses zugewachsene Gelände. Man sagt, dass die Nonnen in einer sternenklaren Vollmondnacht das Kloster panikartig verlassen haben sollen. Sie ließen die Kerzen in der Kirche brennen, ja selbst ihr gesamtes Hab und Gut wurde zurück gelassen und sie waren nie wieder gesehen. Im Auftrag des Bischofs verbrachte daraufhin ein Abt eine Nacht im großen  Wohnbereich des Klosters und lies sofort am darauf folgenden Morgen alle Fenster und Türen versperren. Auch er verschwand wenige Tage später spurlos.

Dies alles geschah Mitte der 50er Jahre. Das Gebäude wurde geplündert, verfiel und geriet in Vergessenheit. Die Bewohner der umliegenden Straßen meiden diesen Ort. Tiere sollen sich dorthin zum Sterben zurückziehen, Berge von Müll türmen sich auf, der Geruch von Feuer und Asche umweht die leeren Räume dieser prächtigen Anlage. Man berichtet von dunklen Schatten und leisem Geflüster. Menschen nach denen niemand fragt, die niemand vermisst übernachten hier und kommen nie wieder zurück. Des nachts soll dort ständig ein Feuer brennen. Ja, einige Leute behaupten sogar, der Teufel selbst solle in diesem Gemäuer umgehen.

Letztendlich ist es eurer Phantasie überlassen, was ihr daraus macht. Nur so viel: Der Ort ist nicht ohne! Tatsächlich waren wir dort nicht allein! Wir haben das Feuer gesehen und die Stimmen gehört. Doch gesehen haben wir niemand.