Gigant im Ruhestand

Diesmal sollte es ein ganz normaler Wochenend-Ausflug werden – und dann sieht es auf den Bildern aus wie immer. 😀
Verwittertes und rostiges Metall in all seinen Facetten übt auf den Urban Explorer eine enorme Anziehungskraft aus. So auch bei unserem Ausflug in den Bergbau und Technik Park. Ursprünglich sollte uns der alte Tagebaubagger nur als Hintergrung b.z.w. Kulisse für „Produktfotos“ dienen.
Die überwältigende Größe der Bagger macht einen so neugierig, dass man das letztlich auch aus der Nähe sehen will.
Auf kurzer Distanz kann man das Gesamte nicht mehr erfassen … aber man entdeckt jetzt erst Details … ohne Ende. Da man sich relativ frei im Park bewegen darf, waren wir ständig unterwegs – näher ran – weiter weg – näher ran …
Ein Eldorado für den Fotografen, und schneller als erwartet, waren die Kameraakkus geleert. Die Motive sprechen für sich, und erst recht was jeder für sich entdeckte, wo andere sich wieder fragen, was ist dass denn …
Ansich ist der Park der beste Ort für Fotolehrgänge. Egal mit welchem Objektiv, egal mit welcher Kamera, hier geht immer was! Also ich war echt überrascht! Ein unerwartet sehr interessanter Tag!

PS: Auf dem Parkplatz unbedingt die Bratwurst probieren! UND nen Kaffee! Jetzt müsst ihr nur noch wissen wo …  😉 > http://www.bergbau-technik-park.de

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Das allererste Mal

S25Der 10. „Jahrestag“ dieses Fotos ist ebenso unbemerkt an mir vorübergegangen, wie die Erinnerungen an diese Bilder selbst. DAS ist es also! Mein erstes „Urbex-Foto“! Aufgenommen am 6. Februar 2004. Das Negativ Nummer 1!  Vor 10 Jahren hab ich noch keine Ahnung gehabt was HDR ist, geschweige denn was Urban Exploration bedeutet. Damals (oh shice das klingt Alt) hab ich noch gedacht, dass es mir Spaß macht Leute zu fotografieren. Die maroden Gebäude dienten nur als Kulisse. So kommt es auch, dass es kaum eine Aufnahme ohne Menschen gibt.

Mittlerweile sind mir die Aufnahmen (die gezeigten sind nur die „normalsten“) fast schon peinlich. So wie ich die Person auf den Bildern vergessen habe, werde ich auch den Rest der Bilder schnell wieder vergessen.

Übrigens habe ich im Jahr 2004 vier mal in Ruinen Fotos gemacht. Eine davon, die Erste, steht heute noch. Schon bei der vierten Location habe ich auf die Person im Bild verzichtet. Die erste Serie die ich auch „Urbex“ nennen würde war 2005.

quicksnap on tour

„Achtung Post Mitarbeiter!

Bitte hilf uns bei unserem Fotoprojekt! Diese Kamera reist von Deutschland nach England und zurück. Wir sammeln so Bilder der Menschen und in erster Linie der Orte wo sich die Kamera befindet. Bitte hilf uns indem Du ein Foto machst und gebe sie danach weiter!“

mit dieser aufschrift & bitte habe ich, am 11. februar 2012, eine einwegkamera (als päckchen) auf die reise nach england geschickt. ob sich die postler auf diesen „spaß“ überhaupt einlassen würden wusste ich nicht. am 21. februar kam die „empfangsbestätigung“ einer freundin aus england. die kamera war zumindest erstmal heil auf der insel angekommen.

o-ton postbeamtin bei der abgabe in chemnitz: „sind sie sich sicher dass sie das SO versenden möchten? DAS geht garantiert kaputt auf dem band. und einen nachweis haben sie so oder so nicht! also können sie DAS auch gleich als maxibrief versenden. ist billiger.“

das farblich so auffällig wie möglich gestaltete päckchen wurde von der befreundeten fotografin in england wieder auf den postweg nach chemnitz geschickt. am 15. märz ist die einwegkamera (ebenfalls unbeschädigt) wieder hier in meinem briefkasten gelandet. überraschend waren auch die 17 gemachten aufnahmen während der reise.

mein fazit: hätte ich die kamera nur innerhalb deutschlands verschickt, hätten wir nur ein einziges bild als ausbeute. der rest der aufnahmen stammt komplett von der royal mail! ich möchte nicht beginnen über die deutsche mentalität zu diskutieren. spaß bewiesen haben jedoch lediglich die angestellten der royal mail!

o-ton postbeamtin bei der abgabe in chemnitz: „gut, wenn sie es so wollen.“

many thanks to the staff of the royal mail! your fellow in germany can  learn a lot from you! i am not a real football fan, but as of today i hope for england! 🙂

ebenfalls vielen dank an miss J. aus east sussex!!! ohne dich wäre die kamera nie auf reisen gegangen! besten dank!!!

12in2012

aus  „zwölf aus 2011“ wird „12in2012“ – und damit wäre auch schon alles gesagt, was ich in diesem beitrag mitteilen will. allerdings will ich dieses jahr die standorte wechseln. hatte ich im letzten jahr ein gebäude und drei lanschaftsansichten, so will ich 2012 das ganze „umdrehen“. drei bilder mit gebäuden und eines mit „gegend“. besonders bei einem hoffe ich, neben den natürlichen veränderungen der jahreszeiten, auch die handgemachten veränderungen im laufe eines jahres zu dokumentieren.

ich glaube der projektname „12in2012“ ist selbsterklärend genug und es muss nicht noch einmal erklärt werden, was sich hinter „12in2012“ verbirgt. mitverfolgen kann man das projekt (sobald das erste bild im kasten) wieder auf www.gingerfish.meinatelier.de

jahresrückblick „zwölf aus 2011“ :

vorwärts immer rückwärts nimmer

allein in deutschland wurden 2010 über 8 millionen digitalkameras verkauft. dazu kommen fast 10 millionen verkaufte smartphone-kameras. und wenn du dir keine neue digitalkamera dein eigen nennen darfst oder du dir nichtmal ein neues smartphone mit 12 megapixel besorgt hast, bist du fotografisch gesehen tot.   … mausetot sogar! wie konnten wir damals eigentlich überhaupt leben?  damals, mitte der 90er , als jedes digital aufgenommene foto noch spöttisch belächelt wurde. „das ist doch kein richtiges foto!“ mittlerweile haben drei viertel der deutschen ihre „alte“ bei nacht und nebel in der mülltonne entsorgt ohne ihr eine träne nachzuweinen. … ähhh; natürlich ist mit alte die KAMERA gemeint!!! das alte verstaubte, ungeliebte ding! hat noch nie gute bilder gemacht, die alte, und dauernd muß man durch den sucher glotzen. altmodisch! von gestern! steinzeit! da die ganzen digitalen aufnahmen von heute so kristall-klirrend-scharf sind das es kaum noch auszuhalten ist, haben im modernen jahr 2011 geschickte geschäftsleute sogar ein mini kleines computerprogram entwickelt, was digitale bilder aussehen läßt wie mit film fotografiert. unschaf als wär ein stück butter auf der linse verteilt und farbstichig wie ein grünes feuerwehrauto. für so ein program, mit einem solch genialen funktionsumfang, gibt jeder gern sein geld aus! darauf haben alle gewartet! solche ei-telefon bilder sind der letzte schrei! was? … noch nie gesehen? … sowas von mausetot!

aber (obwohl dieses besagte program kein scherz ist!!!) jetzt mal etwas ernsthaft. … selbstverständlich fotografiere ich fast ausschließlich digital. die vorteile überwiegen bei weitem und müssen nich näher erläutert werden. in letzter zeit nimmt mein filmverbrauch aber wieder stark zu. ich habe zur zeit vier analoge kameras mit filmen bestückt und verwende diese regelmähßig und nur zum spaß! ja, richtig gelesen ZUM SPASS! das aufnehmen auf film „entschleunigt“ das fotografieren unglaublich. mit einem mal muß ich wieder über das bild nachdenken was enstehen soll. die kamera ist „geladen“ mit 12 bildern – da kann man nicht seinen digitalen gewohnheiten folgen und von einem motiv 50 bilder abschießen. bei einer 35 jahre alten Pouva Start muß man sich beim fotografieren auf einmal wieder richtig bewegen. wenn eine kamera kein praktisches 15fach zoomobjektiv hat, muß man für ein „tele-bereich-foto“ ganz schön laufen. manueler zoom im wahrsten sinne des wortes 😉 ! ist der film voll belichtet muß man nicht einmal auf die bildbearbeitung verzichten. ein hochauflösender scan von einem negativ ist schneller gemacht als ein iphone foto in einer app verwurstelt. die 2 euro für die hippe app kannst du dir sparen. wenn man analog wieder einsteigen will bekommt man für die zwei euro eine schicke einwegkamera mit kunststofflinse. 

… falls man zu den 75 % gehört die ihre analoge kamera schon längst im gelben sack entsorgt haben 😉  nein, nein … ich will das keinen einreden! ich habe, wie gesagt, wal wieder richtig spaß daran. mir ist es völlig egal was dabei raus kommt. ist auf einem film nicht ein einziges bild was mir gefällt … egal! bekommt keiner zu sehen! in erster linie will ich nicht „schöne“ fotos machen – ich will spielen!

vom erinnerungseffekt eines fotos

eine kurze frage: „warum fotografiert man?“ …

… um zu zeigen: guck mal, ich war da. und um sich später – irgenwann an diesen augenblick zu erinnern. um das gefühl genau diesen augenblickes wieder zu erwecken. um wieder zu spühren „hach, war das schön.“

aber schätzen wir/du/ich das an einem foto?

ich behaupte mal ich habe recht viel mit fotos solcher momente zu tun. fast täglich arbeite ich mit diesen erinnerungen. und ich gestehe, mit der zeit habe ich den eigentlichen wert immer weniger gesehen. viel mehr auf farben, schärfe, schnitt oder papier geachtet. der technische aspekt ist nicht unwichtig, jedoch für den erinnerungswert völlig nebensächlich!

seit nun schon vier tagen berausche ich mich an den fotos vom letzten wochenende. ich war gast einer (ohne zu übertreiben) genialen feier. den ganzen tag über habe ich als gast dieses fest fotografisch begleitet. das resultat waren mehrere gefüllte speicherkarten. diese aufnahmen müßten natürlich reichlich selektiert werden bevor es an`s „richtige“ bearbeiten ging. so erlebte ich dieses fest von früh morgens, bis spät in die nacht noch einmal. immer in etappen, so wie ich zeit dafür hatte. unter anderem auch früh bevor ich zur arbeit musste. diese eine stunde bilder bearbeiten hat es geschafft, dass ich regelrech euphorisch jeden morgen zur arbeit fuhr. der alltag hat dieses gefühl dann in stunden vollkommen vernichtet. aber zum glück konnte ich mich nach feierabend erneut an den photoshop setzten um mich wieder high zu machen.

durch die digitale fotografie sind wir fotoseitig so übersättigt, dass es schwer fällt ein foto zu schätzen. ich habe gemerkt dass ich, wenn ich fotos in der hand habe, keine „ware“ in der hand halte sondern etwas „wahres“ … wahre erinnerungen! ich freue mich schon darauf die fotos der familie übergeben zu können. ich denke die gefühle dieses einzigartigen tages, transportieren die bilder auch zu ihnen.