VEB Kulturpark Plänterwald

Wie wurde hier gelacht, geweint, gefeiert, gearbeitet, gelebt? Das sind die Dinge die mir sonst auf meinen Urbex-Touren durch den Kopf gehen. Diesmal bin ich zum ersten mal auch ein kleiner Zeitzeuge. Der kleine Mann im Foto bin ich – 1980 im „Plänterwald“.1980 Was soll über den ehemaligen Kulturpark Plänterwald noch gesagt werden? Fast jeder, in der DDR aufgewachsen ist, wird mindestens einmal den einzigstenFreizeitpark in Ostdeutschland besucht haben.

1969 eröffnete der damals über 29 Hektar große VEB Kulturpark Plänterwald. Ein großer Teil des Parks war ein Asphaltierter Platz auf dem die Fahrgeschäfte aufgebaut waren. Die Hauptattraktion war das alles überragende Riesenrad. Zu DDR-Zeiten hatte der Park jährlich bis zu 1,7 Milionen Besucher.

Nach der Wende wurde der nun privatisierte Freizeitpark,  „Spreepark-Berlin“, nach westlichen Vorbild umgebaut. Beispielsweise ließ man die riesige Asphaltfläche rund um das Riesenrad aufbrechen, um eine attraktive Wasserlandschaft mit einem Wikingerschiff zu errichten.  Auf den 21 Hektar, die der Park nutzte, wurden außerdem weitere Attraktionen, wie zum Beispiel Achterbahnen und zwei Wildwasserbahnen aufgebaut. Der neue Freizeitpark wurde anfänglich sehr gut angenommen. Seit 1999 hatte der Park mit großen Schulden zu kämpfen. Der gestiegene Eintrittspreis von knapp 30 DM pro Person und aberkannte Flächen für Parkplätze waren unter anderem Ursachen für einen Besuchereinbruch. In der Saison 2001 kamen nur noch 400.000 Besucher. Im selben Jahr meldete der Spreepark Insolvenz an.

Der Spreepark ist heute wieder ein wunderbarer Spielplatz für mich! Allerdings als Nostalgiker und Urbex-Fotograf 😉

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blind camera – first view

Ein Berliner Sightseeing-Bus der vor der Burg Rabenstein in Chemnitz steht? Die Dresdner Verkehrsbetiebe sind derweil am Brandenburger Tor in Berlin. Dresdner Postbriefkästen vor der ehemaligen Chemnitzer Hauptpost? Dafür stehen vor dem Schloß in Dresden, Wertstoffbehälter aus Chemnitz.  Der Berliner Reichstag steht neben dem Chemnitzer Mercure Hotel? Die Dresdner Frauenkirche ist beim Bundeskanzleramt, der Goldene Reiter gehört mit zur Quadriga und das Marx-Engels Denkmal steht im Dresdner Zwinger. Dafür grüßt Dresden seine Gäste am Berliner Fernsehturm.  Schizophren genug? 🙂

dies sind nur ein paar kombinationen die das „Blind-Camera-Experiment“ ergeben hat. bei den filmen war ca. die hälfte der bilder „brauchbar“. meistens war es so, dass sich eine aufnahme in den vordergrund „drängelt“. ob dies die erste oder die zweite belichtung war spielte keine rolle. eher die lichtverhältnisse und die bildaufteilung. im fall chemnitz-berlin waren zudem die beiden belichtungen exakt übereinander (!!!) deswegen gibt es für diese kombination auch keine panorama bilder.

mein fazit bisher: ich staune über die vielzahl der genialen volltreffer zwischen allen drei städten. (wie oben schon geschrieben: der briefkasten (DD) vor der post (C) oder der schriftzug „stadthalle“ (C) über dem schriftzug „alexanderplatz“ (B) ) das hab ich mir zwar so erhofft aber nie und nimmer erwartet. die bilder sind keine technisch perfekten postkarten aber wenn man bedenkt das die zusammenstellung auf puren zufall basiert … erstaunlich!

ich möchte ein GROSSES DANKESCHÖN an alle fotografen schicken! was ihr für große runden in euren städten „gedreht“ habt. WOW! vielen vielen dank!!!

wer jetzt lust bekommen hat uns seine stadt in dieser art und weise einmal zu zeigen kann sich gern bei uns melden! auch ohne eine analoge kamera zu besitzen. am schnellsten geht dies über das kontaktformular auf der homepage zum blind-camera-experiment. eine der nächsten städtekombinationen wird sogar international. darüber aber später genaueres.

hier ist nun der link zu allen bildergelerien des blind-camera-experiments

www.blind-camera.jomdo.com hier wurde nicht gephotoshopt! alles ist analog (auf film) aufgenommen. es sind keine fotomontagen! alle bilder sind rein zufällig entstanden!

… es tut auch gar nicht weh wenn man dort auf „gefällt mir“ klickt 😉

blind camera

wenn ich mir anschaue was ich in den letzten wochen in sachen foto so gemacht habe … irgendwie hab ich eine analog-phase.

und irgendwie passt auch dieses experiment dazu.  bevor du weiter liest, hole jetzt mal bitte deine kamera! … so, ok?! jetzt schalte deine kamera ein und stell die aufnahme auf  ‚doppelbelichtung‘. … wie bitte?! … das hat deine kamera nicht?!

das ist nichtmal ungewöhnlich. 90 prozent der digitalen kameras können keine mehrfachbelichtung. vor zehn jahren war das verhältnis noch andersrum. allerdings fotografierten wir da noch mit filmen.  wozu braucht man denn an einer digital kamera noch eine mehrfachbelichtung? ein wirklich vernünftiger grund fällt mir im augenblick dazu auch nicht ein. kann man doch in der bildbearbeitung in windeseile zwei aufnahmen übereinander legen damit es so aussieht wie doppelt belichtet.  unter vollster kontrolle können so zwei bilder gezielt ausgewählt werden die zusammen „passen“. unter vollster kontrolle können so diese beiden bilder verschoben werden damit nichts wichtiges verloren geht.  unter vollster kontrolle entsteht so eine doppelbelichtung die mehr von einer fotomontage hat.

in diesem experiment geht es also um die doppelte belichtung von filmen. damit die ‚volle kontrolle‘ noch vollständig verloren geht, werden die filme von zwei verschiedenen personen, an zwei verschiedenen orten belichtet. ein bild entsteht mit der zweiten belichtung sozusagen blind. „blind-camera“

dabei wird es drei, doppelt belichtete filme geben. vermischt werden dabei drei deutsche städte. berlin, chemnitz und dresden. z.b. wird film nummer eins, von teilnehmer nummer eins, zum ersten mal in berlin belichtet. danach wird der film für seine zweite belichtung wieder startklar gemacht und zu teilnehmer nummer zwei nach dresden geschickt. dort wird auf den gleichen film zum zweiten mal fotografiert. ohne das teilnehmer nummer zwei weis, was teilnehmer nummer eins auf diesen film hat abgelichtet. … klar soweit?!

danach kommt der film, der nun schon zwei mal ein einer kamera war, wieder zu mir und wird erst jetzt entwickelt. wie gesagt werden es drei filme sein, die wie folgt gemischt werden:

  • BERLIN / DRESDEN
  • BERLIN / CHEMNITZ
  • CHEMNITZ / DRESDEN

die filme werden in dieser woche an die jeweils ersten belichtundsorte geschickt und das experiment „blind-camera“ beginnt. informationen über alle an dieser aktion beteiligten fotografen werden folgen. und am ende natürlich auch über das resultat dieser aktion. auf jeden fall schon einmal jetzt einen großen dank an euch und eure mithilfe!!!