Zusammen bis ans Ende der Welt – Teil 25

Donnerstag – 9. Mai 2019 – Tag 2 Santiago de Compostela

Geschlafen habe ich wieder gut. Zu zweit im Einzelbett ist für uns kein Problem und klappt klasse. Die winzigen spanischen Kopfkissen sind etwas gewöhnungsbedürftig. Ich muss diese immer 1 – 2 Mal falten um den Kopf in der richtigen Höhe zu haben. Hier haben wir zum Glück noch ein Pillow (Running-Gag \ Kissen) aus Antjes Schlafsaal Bett. Nach dem Frühstück im Seminario schreiben wir erstmal Tagebuch nach. Danach starten wir wieder in die Stadt. Wir wollen noch einmal in die Pilgermesse. Heute werden die gestern Angekommenen erwähnt. Ist ja klar, dass diese Daten erst einen Tag danach vorliegen. Und tatsächlich … „Angekommene Pilger mit dem Startort Burgos – aus Deutschland.“ Nur wir zwei sind in Burgos, an jenem Tag gestartet. Wir haben uns nicht die ganze Messe noch einmal angesehen sondern sind nach der Aufzählung, still und heimlich verschwunden. Wir schauen in fast jeden Souvenirladen und merken uns, was wir mit nach Hause nehmen wollen. Erstmal wollen wir ja noch weiter ans Ende der Welt. Ich schreibe diese Zeilen gerade in einem Cafè. Neben uns sitzen zwei ältere Paare aus Deutschland. Alle 4 haben einen MSC Aufkleber an ihren Jacken. Wieder äußerst peinlich die 4, die ebenfalls aus Sachsen sind. Antje und ich sprechen wieder englisch miteinander. Am Nachbartisch wird das Kakaopulver einmal über den Tisch verteilt und notdürftig mit der Handkante aufgeditscht. Eine meckert, dass die abgebildeten Bocadillos größer seien als das was sie bekommen hat. Letztlich schafft sie nur die Hälfte und lässt sich den Rest einpacken. Der Mann, ihr gegenüber, bestellt sein Bocadillo mit „Chorizzo Pikante Hot“ und schimpft wie scharf es doch ist. Was ich auch NUR bei den Deutschen beobachtet habe – Deutsche wollen immer sofort bezahlen damit sie dann gleich wieder abhauen können. Achso, und die nassen Regenponchos der lieben Landsleute hängen über Stühlen eines anderen Tisches. Naja. Das ist ja auch nicht schlimm. Es kann und soll ja jeder Urlaub machen wie er will. Diese Show hier vor unseren Augen macht nur sehr deutlich, wie anders wir im Vergleich zu denen sind. Zurück im Seminario kochen wir uns etwas zum Mittag. Beim Essen und dem Blick zur Uhr fällt uns auf, dass wir den spanischen Rhythmus fast schon aufgenommen haben. Es ist fast 15 Uhr. Es folgt die Siesta bzw. ein Mittagsschlaf, bevor wir 18 Uhr wieder zur Kathedrale gehen. Mit Wein ist auch der Regen gar nicht mehr so schlimm. Trotz des nassen Wetters kommen am Abend die Pilger zum Platz vor der Kathedrale. Zum Feiern und um ankommende Pilger zu empfangen. Wir, besser gesagt Antje, muss auch dauernd Fotos von anderen Pilgern machen. Jetzt treffen wir auch Rob wieder, der mit uns in der Albergue in Rabe de las Calzadas war. „Das Kugelgelenk“ sehen wir auch wieder. Eine Spanierin die mal abends in einer Herberge tanzte als hätte sie ein Kugelgelenk wo andere die Hüfte haben. Selbst mit Fremden kommt man schnell ins Gespräch. Wann angekommen? Welchen Camino? Noch nach Finisterre? Schon in der Kathedrale gewesen? Leider halten wir es nicht ganz so lange aus bis in der Stadt die Nachtbeleuchtung eingeschaltet wird. Sonnenuntergang ist hier erst kurz vor halb 10. Im Vergleich zu Oberwiera fast eine Stunde später.

MSC Gruppe in den Straßen von Santiago

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