Zusammen bis ans Ende der Welt – Teil 11

Donnerstag – 25. April 2019

Da wir im Hostel eine Küche zur Verfügung haben, machen wir uns Frühstück und Kaffee gleich noch hier im Haus. Auch wenn der Kaffee aus der Kapselmaschine nicht annähernd so gut ist wie der Milchkaffee in den spanischen Bars. Kein Regen! Kein Schnee! Wolkiger Himmel und kaum Wind (bisher). Im Vergleich zu gestern früh eine kleine Erleichterung. Die Apotheke vor dem Haus hat eine LED Werbung auf der sich Uhrzeit und Temperatur abwechseln. 7.27 Uhr und 4 Grad. Aber wenigstens KEIN Niederschlag. Nach ein paar 100 Metern waren wir wieder auf dem Camino. Erst noch innenstädtisch mit vielen Geschäften. Danach Banken und Versicherungen und am Stadtrand Autohäuser und Industriegebiete. Es fällt mir auf, dass es wenig (seeeehr wenig) Supermärkte und noch weniger Baumärkte oder Mc D`s gibt. Dafür kommt vermutlich auf jeden Spanier ein Autohaus. Mindestens.

Die erste Ortschaft die auch räumlich von Leon getrennt ist, ist Virgen del Camino. Hier stehen wir vor einer Wahl. Den Camino Frances weiter entlang einer Straße oder eine Alternative über Wiesen und Felder. Haben wir uns letztens noch für die „Abseits der Straße Alternative“ entschieden, gehen wir jetzt entlang der Fernstraße. Nach dem vielen Regen gestern wird der Weg über die Felder recht schlammig sein. Oder nicht? Na jedenfalls wollen wir es nicht herausfinden und wählen die sichere aber definitiv befestigtere Route. Eine Pause mit einem richtigen Cafe con Leche machen wir in San Miguel. Bis hierher war der Weg auf jeden Fall (sehr) gut.

Danach war es dann weniger spektakulär. 14 Kilometer bis Villadangos del Paramo, immer neben der Schnellstraße her. Musik im Ohr und Rückenwind. So sind wir recht früh dran. Kurz nach 12.00 Uhr. Wir haben nur noch 5 Kilometer und machen noch eine Pause. Im TV läuft ein Bericht, dass die beiden vermissten Deutschen in Teneriffa tot in einer Höhle gefunden wurden. Ich staune über mich wieviel ich aus einem spanischen Bericht verstehe mittlerweile. Übrigens auch, dass Prinz Harry ohne Meghan in der Kirche war. 🙂 Ums Schweinefleisch scheint es in Spanien nicht so schlecht zu stehen wie in Deutschland. Kein Wort im Fernsehn! 😀

In der Albergue Municipal in San Martin angekommen sind wir noch unter den Ersten die sich einschreiben. Nummer 5 & 6 auf der Liste. Im Schlafraum mit 23 Betten haben wir noch fast freie Wahl. Wir nehmen ein Stockbett am Rand, neben dem Ofen. Dusche und Küche sind eisig kalt. Eine weitere Decke für das Bett haben wir uns gleich mal gesichert. Der Ort ist wenig sehenswert (an einer Schnellstraße halt) und auch der Wind lädt nicht gerade zum Bummeln ein. Es scheint als ob Leon etwas durcheinandergebracht hat in unserem „Walking Village“. Wir kennen kaum jemanden. Scheinbar haben sich viele einen Extratag in Leon genommen. Die Gruppe Spanier (Italiener) ist hier und ein Asiatisches Paar was wir vom Sehen her schon kennen. Draußen ist es immernoch saukalt. Ein Großteil liegt in den Betten und döst vor sich hin. Am anderen Ende des Ganges liegt jemand in seinem Bett, hustend, keuchend und schniefend was das Zeug hält. Man könnte denken der macht’s nicht mehr lange. Na danke! Jemanden, der mich bei diesem Wetter noch mit seiner Grippe ansteckt, brauche ich unbedingt – NICHT!!1!! Zum Abendessen sitzt mir der „Influencer“ auch noch fast gegenüber. Zudem sieht er einem gewissen Lutz Bachmann wie aus dem Gesicht geschnitten. Er hat also alles Negative auf sich vereint. Den Namen Lutz hat er nun weg. Lutz ist eigentlich aus Bulgarien. Er wohnt aber seit Jahren in Madrid und spricht dadurch perfektes Spanisch. Wenn wir schon bei Spitznamen sind … 😀 Wir haben auch schon einen Thomas Gottschalk gesehen und in einer Bar ist Louis de Funes an uns vorbeigelaufen. Thomas Gottschalk sieht seinem Namensgeber kein bisschen ähnlich. Es kam hier mehr von seinem Hang zu auffälliger Kleidung. Hautenge, weißblaue Leggings. Stolzierte er mehrfach über den Hof. „Der hat bestimmt eine Wette verloren“ Zack! Thomas Gottschalk.

Das Essen in der Albergue war wieder frisch gekocht und lecker. Morgen soll es dann endlich etwas wärmer werden. Wir sind morgen dann auch endgültig aus der Meseta raus und der Jakobsweg wird auch touristisch wieder interessanter. Die Nacht war recht angenehm. Das übliche Schnarchkonzert, was die Ohropax aber klasse ausblenden. Angenehm warm trotz der Kälte draußen. Das heißt aber auch, dass wieder kein Fenster offen war. Bei 23 Personen zwar warm, die Luft war aber zum schneiden.

Thomas Gottschalk

„Influencer“ Lutz

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