Anreise nach Oberstdorf & Erste Etappe Oberstdorf – Kemptner Hütte

ES GEHT LOS, ES GEHT LOS! Kurz nach 4 Uhr klingelt der Wecker. Wir starten Richtung Oberstdorf. Die Stadt selbst ist für uns nur wenig spannend wenn wir daran denken, was die kommenden Tage noch auf uns wartet. So scheint die letzte Übernachtung vor dem E5 ein einziges „Zeittotschlagen“ zu werden. Sicherlich ist Oberstdorf im Winter auch ein wenig spektakulärer als das sommerliche Oberstdorf. Die Masse an Ü70 Schickimickiwanderern vertreibt uns aus der Innenstadt. Unser erhoffter Langzeitparkplatz an der Therme klappt auch nicht wie vorher per Mail abgesprochen. Ausgerechnet an DIESEM einen Tag hat die Therme kurzfristig geschlossen. Uns bleiben nur die großen P1 und P2 Parkplätze vor der Stadt. Besonders nervig ist das buchen unseres Langzeitparkplatzes mit Hilfe einer App. 😦 Für die Nacht ist zu dem noch Regen angesagt. Das Zelt liegt also 10 Tage pitschnass im Auto. Mir reichts … ich will endlich los. „Hallo Oberstdorf, schön dass wir da sind, können wir wieder abhaun?“ 😀 Der E5 geht nur 50 Meter am Zeltplatz vorbei. Ab um 8 Uhr morgens öffnen sich erst die Schranken am Zeltplatz. Das ist unser Plan! Ich kann mich nicht erinnern ob wir den Wecker gebraucht haben. Es nieselte am Morgen noch immer und gleich zum Anfang stellte sich die Frage: „Was ziehe ich an?“ Laut Niederschlagsradar hört der Regen in einer Stunde auf und das Wetter soll dann besser und wärmer werden.

Wir stehen auf dem Parkplatz P2 und holen uns ein schnelles Frühstück bei EDEKA :-/ Lange Hose, kurzes Shirt und Regenjacke. UND beste Laune denn jetzt geht`s endlich los.

ETAPPE 1 – Oberstdorf – Kemptner Hütte

Etappe 1 Daten

Erste Pause an der Spielmannsau

Von 813 Meter über dem Meeresspiegel steigt der Weg ganz allmählich an. Die ersten 7,5 Kilometer – vorbei am Bahnhof, der Fußgängerpassage und der Talstation der Nebelhornbahn in Richtung Spielmannsau. Auf 1071 Metern Höhe liegt der Berggasthof. Der erste Tag E5 ist noch ein Stück zum eingewöhnen. Wir machen hier die erste Pause während der Bergsteigerbus (wäre noch bis hierhin gefahren) eine Ladung E5 Wanderer ausspuckt die lustiger Weise das gleiche tun. Raus aus dem Bus > rein in die Kneipe und Bier bestellt. Wir haben erst am Abend (und dann täglich mehr) festgestellt, dass man alle am gleichen Tag gestarteten E5ler, immer wieder trifft und kennenlernt. So sitzen mit uns eine 4er Gruppe, eine etwas ältere 3er Gruppe und eine einzelne Blondine auf der Terrasse. Ach und eine Schulklasse macht sich noch startklar. (?) „Die werden doch nicht auch …?“ Ebenfalls mit uns in Oberstdorf gestartet ist ein jüngeres Paar. Sehr sportlich unterwegs und mit ordentlich Tempo machen die beiden natürlich keine Bierpause in Spielmannsau. Es regnet übrigens nicht mehr, so dass die Regenjacke zurück in den Rucksack kommt. Die Trinkflaschen füllen wir nochmal nach und dann starten wir zum letzten, etwas steileren Teilstück. Auf 1844 HM liegt die Kemptner Hütte. Wird also endlich Zeit für paar Höhenmeter. 😀

Hüttenstempel der Kemptner Hütte

Die Schulklasse war schon ein paar Minuten vor uns gestartet. Wir hatten die Lücke im Nu wieder zugelaufen, und als der Weg zu eng war um noch nebeneinander gehen zu können, waren wir genau hinter ihnen. Zum Glück konnten wir noch schnell an allen vorbei. Was es heißt, hinter einer Gruppe festzustecken, werde ich auf einen der nächsten Etappen berichten. Der Weg hinauf zur Kemptner Hütte ist ziemlich „eingewachsen“. Keine besondere Aussicht – eher wie im Mittelgebirge. Ab der Wallfahrtskapelle ”Maria am Knie” geht es steil bergauf. Dort werden wir von der 4er Gruppe aus der Spielmannsau überholt. Nach der kleinen Wallfahrtskapelle ändert sich auch der Weg. Ein steiniger Steg. Es geht über, zum Teil sogar unter den Schneeresten des Winters bergauf, immer entlang des Sperrbachs. Oben angekommen reißt sogar der Himmel auf. 😀 Wir machen unsere erste Erfahrung mit einer Alpenvereinshütte! Spannend! Wir schauen was die anderen tun und machen alles brav nach. Eine Berghütte ist kein Hotel. Von dem Ablauf in den Hütten, werde ich auf den nächsten Etappen mehr berichten. Wir hängen unsere Sachen zum trocknen und suchen als erstes unseren Platz im Bettenlager. Danach sollte man eigentlich mal zum duschen gehen. Im Waschraum waren mehrere Waschbecken und nur EINE Duschkabine. WTF? Die Kemptner Hütte ist mit 290 Schlafplätzen eine der größeren Bersteigerunterkünfte. Die nur eine Dusche erklärt sich damit, dass es nur kaltes Wasser gibt. Arschkaltes Wasser. Verflucht abartig kaltes Wasser … jedenfalls für mich als Warmduscher. Ich reih` mich an den Waschbecken mit ein – es tut auch eine Wäsche am Waschbecken. Großen Respekt von uns Waschbeckenwaschern bekam einer der todesmutig unter die Dusche ist und mit „ahh – oh – uhh – ahh – uhh“ die Wassertemperatur kommentierte.

Mit unserem Schlafplatz an der Wand haben wir Glück gehabt in unserer ersten Hüttennacht im Schlaflager. Neben uns liegt P, ein sympathischer Alleingehender, den wir später noch gut kennen lernen werden. Neben P ist sogar ein Schlafplatz frei, so dass sich alles etwas auflockert. Ohne Ohropax geht trotzdem nix. Ziemlich verrückt ist außerdem, dass wir 19.00 Uhr so müde waren als hätten wir eine Nacht durchgemacht. Wir sind nicht die ersten die sich so früh zum Schlafen legen. Nur die Schulklasse tobt mit ordentlichen Lärmpegel durch die Hütte. Dank der Stöpsel im Ohr sind die schnell ausgeblendet. Ich hab zu diesem Zeitpunkt noch befürchtet dass wir jeden Abend diese „Unterhaltung“ haben. Die Schulklasse ist am kommenden Tag wieder zurück nach Oberstdorf abgestiegen. Mit der zweiten Etappe, nach einer relativ kurzen ersten Etappe, geht die E5 Alpenüberquerung erst richtig los. Den Aufstieg zum Mädelejoch (1.974 m) und später zur Memminger Hütte (2.242 m), hatte ich mir als erstes Highlight markiert. 😀

Ein Kommentar zu “Anreise nach Oberstdorf & Erste Etappe Oberstdorf – Kemptner Hütte

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