Urbex ohne Kamera

Der Vorteil des UrbanExplorings, den ich immer wieder feststelle, ist die Unabhängigkeit. Egal welche Jahreszeit, Wetter oder welche Location – spannend ist es immer. Aber Urbexen ohne Ausrüstung?! Ohne Kamera, Taschenlampe und Stativ? Nichtmal passende Klamotten? Bock auf einen Urbexausflug hatte ich definitiv wieder einmal. So spontan unvorbereitet allerdings … ?! Später noch einmal mit der richtigen Ausrüstung hinfahren ist keine Alternative. Das ist nicht das selbe. Ich musste wenigstens ein paar Handyfotos machen. Ohne Wissen über die Location war der Ort für mich erstmal leer an Gefühlen oder Geschichten. Wir parkten nichtmal 100 Meter entfernt. Augenscheinlich ein ehemaliger Getreidespeicher an einem Bahnhof. Interessant fand ich schon vor dem Eingangstor die abgestellten Bagger und LKW. Die Fensterscheiben der Gebäude waren noch in Ordnung und auch die Fahrzeuge hinter dem Tor sahen vielversprechend aus. Unser Entdeckerdrang war geweckt, scheiß auf falsche Klamotten und Handyfotos.

Die Bahnlinie habe ich schon erwähnt. Die Strecke gibt es dort seit 1842. Die erste Fabrik auf diesem Gelände war dann 1879 ein Chemiebetrieb. 1880 ist noch ein Sägewerk und später eine Mühle hinzugekommen. Nach 1945 wurden Sägewerk und die Mühlenwerke als VEB weitergeführt. Mit der Wende kam für die Getreidewirtschaft in dieser Größenordnung das Aus. In den 90ern kurzzeitig als Technoclub genutzt, wurde danach das Gelände von einem Containerdienst genutzt. Mehr Fakten oder den Grund warum der Fuhrpark inklusive Container dort zurückblieben, habe ich nicht finden können. Ein bisschen fühlt man sich dort wie bei den Ludolfs und es gibt wahnsinnig viel zu entdecken.

Fotos ⇑ ©gingerfish

Fotos ⇓ ©AJ

6 Kommentare zu “Urbex ohne Kamera

  1. Einmal mehr muss ich feststellen, dass es nicht auf die Technik ankommt, sondern auf das was der Fotograf mit der verfügbaren Ausrüstung anstellt. Dein Bilder sind sehr schön geworden, exemplarisch greife ich mal den Nussknacker und die beiden Waagen heraus.
    Ich persönlich gehe dem Dilemma nicht das richtige dabei zu haben grundsätzlich aus dem Weg, indem ich IMMER eine Kamera dabei habe. Ein Stativ brauche ich sowieso nicht, und eine Taschenlampe eher für die Wegfindung als für das Bild.
    Toller Beitrag. Merci.
    Jörg

      • Die Kameras sind heute so gut, das man gerade im Internet von der Technik her keinen Unterschied mehr sieht. Ein gutes Beispiel ist ein riesen Werbeplakat im Frankfurter Hauptbahnhof, das ein Iphone Irgendwas Foto in 4mal4 Meter Größe zeigt.
        Sieht super aus.

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