Willkommen im ABC-Hotel

Das ABC-Hotel liegt an einer gut befahrenen Fernverkehrsstraße. Mitten im grünen gelegen, waren Wanderer und Touristen die häufigsten Gäste während der ersten Jahre nach der Eröffnung 1964. Später wurde das Hotel wegen der billigen Übernachtungspreise hauptsächlich von LKW Fahrern genutzt. Ein Betreiber-Ehepaar sind die ersten Inhaber die sich finden lassen. Sie wollten sich damit ihren Lebenstraum erfüllen. Sie erbten das Hotel zu einem Zeitpunkt, als sich noch viele wanderbegeisterte Stammkunden jählich einmieteten. Finanziel lief es jedoch nie super bei ihnen. Die Frau betreute die Gäste und kümmerte sich um die Gaststätte, ihr Mann war für die Küche zuständig. Das ABC-Hotel machte sich so über die Grenzen des Landes hinaus einen guten Namen. Zwischen 1990-1995 kaufte ein Holländer das Hotel. 1998 ging es dann Pleite und starb nur 11 Jahre später im Nachbarort.

Nach fast 20 Jahren als „Lost Place“ hatten wir keine hohen Erwartungen. Im Restaurant war es teilweise so feucht, dass auf den Tischen kleine Biotope enstanden sind. In den Lagerräumen und in der Küche überwiegt durch die offenen Getränke und Konserven ein permanentes Ekelgefühl. Honig und Marmelade scheinen sehr großzügig eingekauft worden zu sein. Dutzende Kisten davon findet man im Lager. Eine schmierige Zucker/Fett-Mischung überzieht den Boden. Bei jedem Schritt bleibt man fast kleben. Die Hotelzimmer sind ein einziges Chaos. Die vielen zurückgelassenen Sachen machen das Hotel interessant. Das Durcheinander und der Vandalismus lassen dafür nur wenige reizvolle Fotomotive zu.

Bevor das Hotel erbaut wurde, stand an dieser Stelle ein Bauernhof der abgebrannt war. Dies gehört allerdings zu einer zweifelhaften Geschichte die man im Netz immer wieder findet. Es lebte dort eine Familie. Die Eltern konnten sich in der Nacht des Feuers retten. Nur das Kind starb in den Flammen. Für mich klingt dies viel zu „gemacht“ für einen verlassenen Ort wie diesen. Wer aber interesse an diesem Märchen … ähm … Geschichte hat, ganz unten – unter den Fotos könnt ihr euch selbst ein Bild davon machen. Klingt für mich nach einer Geocacher Geschichte. Jedenfalls als Ursprung der Story.  Bei den Geocachern selbst habe ich über dieses Hotel nichts gefunden. …  … weiß jemand mehr?


„1964 öffnete das Hotel XXXXXX in XXXXXX seine Türen. Eines Tages, bei stürmischem Wetter, schaute die Frau gedankenverloren zum Fenster hinaus und bemerkte eine kleine Gestalt die um das Hotel schlich. Sie war verwundert, denn das Hotel nahm zur dieser späten Stunde eigentlich keine Gäste mehr auf und eine späte Lieferung war ihr auch nicht bekannt.
Sie schaute von der Küche aus ins Bistro und sah dass dort niemand mehr saß und sie allein war. Ein mulmiges Gefühl beschlich sie. Da sie wusste dass ihr Mann unten im Keller das Inventar überprüfen wollte beschloss sie nach unten zu gehen. Unten angelangt, findet sie ihren Mann wie er dabei ist den Weinkeller zu inspizieren.
Sie berichtete ihm von ihrer Beobachtung und ihr Mann beschloss sofort der Sache auf den Grund zu gehen. Die Flasche, die er in der Hand hielt, legte er sorgfältig hinten im Regal ab und ging zum Garagentor. Mit einem Krachen öffnete er das Tor und starrte in die graue verregnete Landschaft hinaus. Ein Blitz durchzog die Nacht und eine kleine schwarze Gestalt nur wenige Meter vor dem Tor wurde sichtbar. Was willst du fragte der Mann angespannt. Die kleine Gestalt antwortete nicht sondern hob nur den Kopf. Ein kleines verdrecktes Mädchen starrte das Ehepaar mit traurigen Augen an.
Sie nahmen das kleine Kind mit nach oben ins Bistro, der Mann versuchte mehr Informationen aus ihr rauszuholen, während die Frau in der Küche ein kleines Brötchen mit Erbeermarmelade zubereitete. Nach mehreren Versuchen das Mädchen zum Reden zu bringen, sagte die Frau er solle das Mädchen nicht drängen und brachte dem Kind die Mahlzeit. Es verzehrte das Brötchen mit großen Bissen. Sie stellte sich neben ihren Mann und sah mit einem wärmenden Blick auf die kleine Mary hinab. Einige Tage vergingen, das Ehepaar und Mary wuchsen fast wie eine kleinen Familie zusammen, die Stammkunden lernten sie lieben und spielten oft mit ihr, doch trotzdem blieb das kleine Mädchen zurückhaltend.
Die Stammkunden, die mehrmals im Jahr ein Zimmer reservierten, beschäftigten sich sehr viel mit Mary.
Eines ihrer Lieblingsspiele war Räuber und Gendarm. Mal war Mary Räuber doch am liebsten war sie Gendarm. Dabei liefen Mary und einer der Stammkunden öfters durch das ganze Gebäude. Meist wurde der Bandit im zweiten Stock gefangen genommen und musste seine Fingerabdrücke auf einem Stück Papier hinterlassen. An einigen Tagen sah man Mary fast nicht. Sie war den ganzen Tag in ihrem eigenen Reich und spielte mit Puppen, manchmal sogar bis spät in die Nacht hinein. Eines Tages passierte etwas Unerklärliches. Mary war wie vom Boden verschluckt. Das Ehepaar durchsuchte alle Räume des Hotels, doch das kleine Mädchen war nirgends zu finden. Anfangs dachten die Hotelbesitzer sie würde sich verstecken, doch als sie am Abend noch immer nicht aufgetaucht war, gerieten sie in Panik. Auch die Gäste des Hotels hatten Mary nicht gesehen. Die letzte Hoffnung des Ehepaares war ein älterer Herr, ihr einziger Nachbar. Sie suchten ihn unverzüglich auf.
Da sie kein Foto von Mary hatten, beschrieben sie das Mädchen bis ins kleinste Detail. Der Mann wirkte nachdenklich, forderte sie auf Platz zu nehmen und einen Moment zu warten. Er verließ den Raum und kehrte mit einem alten vergilbten Foto zurück. Sie konnten ihren Augen kaum trauen als sie Mary auf dem Foto wiedererkannten. Aufgewühlt fragte das Paar den alten Mann wie er in den Besitz des Fotos gekommen sei. Der Mann erzählte ihnen, dass das Hotel früher ein Bauernhof war, der fast ganz durch Brandstiftung abbrannte. Er schilderte, dass er die frühere Bauernfamilie gut gekannt hat. Er fügte hinzu, dass das Bauernpaar den Flammen entkommen konnte, doch ihre Tochter Mary starb damals ,in der Scheune, im Inferno.
Bis heute weiß keiner wer damals Schuld an dem Feuer hatte und so sieht Mary jeden als Täter der nicht seine Fingerabdrücke hinterlassen will.“


 

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3 Kommentare zu “Willkommen im ABC-Hotel

  1. Dieses Hotel steht heute noch so da, wie oben gezeigt??? Das ist kaum zu glauben und einfach der blanke Horror! Wie in einem Gruselfilm! Wieso darf so etwas einfach verrotten? Wieso kümmert sich keine Behörde oder sonstwer darum, diesen Schandfleck zu beseitigen? Hier drängen sich mir tausend Fragen auf!
    Aber anscheinend gibt es davon jede Menge, man muss es nur finden. So wie schon einiges hier bei dir gesehen! Wie findest du solche „Antiquitäten“?

    • Ja das steht heute noch so. Nach so langer Zeit als „Leerstand“. Die Gründe, warum diese Objekte nich weiter genutzt wurden sind vielfältig. In diesem Fall habe ich auch keine Antwort gefunden. – Wie man so etwas findet werde ich sehr oft gefragt. Sehr viel Fotos von anderen ansehen und lange Zeit im Internet „recherchieren“.

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