Wort zum Sonntag

Meine (nicht ganz ernst gemeinten) Beobachtungen verschiedener Läufetypen (Achtung Satire) ..Spaß … Spahaaß!

 

Der Windschnittige

Minimalistisch gekleidet und selbst bei frostigen Temperaturen kurz/kurz laufend. Schlanke Läuferfigur wie aus dem Lehrbuch. Daher bei Wettläufen immer in den ersten Reihen zu finden. Der Windschnittige ist der Wunschtyp vieler Läufer. Das mit Muskeln bespannte Skelett hat Power, kann sehr schnell und weit!

Der Stampfer

Leise und gefühlvoll laufen liegt dem Stampfer fern. In der Regel ist er schon zu hören bevor man ihn sieht. Der Fuß schlägt den Boden derart, dass jeder Schritt von einem lauten „Patsch“ bekleidet wird. Der Stampfer läuft aber nicht unbedingt schlecht und ist auf jeder Distanz unterwegs.

Der Leisetreter

Der Leisetreter ist das Gegenteil des Stampfers. Man könnte tatsächlich meinen, er schleicht sich an. Ganz sanft und geschmeidig, meist mit kleinen Schritten. Der Leisetreter ist nicht unbedingt schnell  – aber er kann laaange Strecken laufen.Unbenannt-1

Der Dirigent

Der Dirigent ist gut an seinen stark fuchtelnden Armbewegungen zu erkennen. Das Läuferdreieck ignoriert der Dirigent grundsätzlich. Beim Armschwung erreicht er mit den Händen auch schon mal die Höhe der Oberschenkel. Die Elite unter den Dirigenten spreizt zur Unterstützung des Erscheinungsbildes einzelne Finger von der Hand ab.

Das Model

Fast immer weiblich. Das Model fällt auf und genau diese Aufmerksamkeit will es. Top gesteylt, gebräunt, geschminkt, gepudert, parfümiert. Die weibliche Version, meist mit in Szene gesetzter Oberweite … in etwas zu knappen Laufkleidern. Lippenstift und Nagellack sind selbstverständlich mit der Farbe der Laufschuhe abgestimmt. Das Model muss sein äußeres Erscheinungsbild, hin und wieder, durch Kussmund-Selfies selbst kontrollieren.

Der Coole

Immer gut an seiner bluetooth Freisprecheinrichtung im rechten Ohr zu erkennen. Den Coolen Läufer trifft man oft in Parks oder auf Strecken mit viel „Publikum“. Er passiert hochfrequentierte Teile seiner Laufstrecke mehrfach. 90 Prozent seiner Strecke telefoniert er … mit wem auch immer. So cool läuft er auch gerne mal einen Halbmarathon. Nicht besonders schnell, jedoch wortwörtlich „gut unterhalten“.

Der Besessene

Den Besessenen trifft man bei Volksläufen häufiger als auf Trainingsläufen. In Schweiß regelrecht gebadet und klatschnassen Haar verteilt er Tröpfchen seiner Körperflüssigkeiten in seinem Umfeld. Jedes Ausatmen wird mit einem animalischen Stöhnen, akustisch dokumentiert. Der Besessene ist durch seinen sehr stark geröteten Kopf und das dadurch entstehende Gesamtbild der unberechenbarste Läufertyp.

Der Baumwoll-Läufer

Er widersetzt sich jeglichem Argument für Fünktionskleidung. Er ist der „back to the roots“ Läufer im 80er Jahre Rocky Balboa Style. Im Sommer auch sehr gern bei Regen unterwegs, trägt der Baumwoll-Läufer konsequent mehrere Kilo Schweiß und Wasser in seiner Kleidung.

Der Styler

Der Styler braucht mit Abstand die längste Vorbereitungszeit für seinen Lauf. Er besitzt ausschließlich High-End Markenware und geht IMMER voll ausgestattet vor die Tür. Auf seinem Laufshirt, -schuh, -hosen, -strümpfen, -stirnband ist klar und deutlich der Markenhersteller zu lesen. Farblich selbstverständlich abgestimmt! Ohne Laufrucksack, Sonnenbrille und Handy am Oberarm trifft man ihn so gut wie nie. Den Styler darf man aber auf keinen Fall unterschätzen. Oft ist er spielend in der Lage einen Ultra zu finishen.

Der Aldi-Läufer

Er ist eigentlich der liebenswerteste unter uns. Shirt, Hose, Schuhe – das macht dann bitte 24,97. Das Startgeld ist teilweise teurer als sein ganzes Outfit. Aber er läuft des Laufens wegen, was er genießt und schweigt. Genau das macht ihn besonders liebenswert!

Fehlt noch jemand? Einen Typ habe ich allerdings noch nie gesehen. Den Unsympathischen. Natürlich sind es immer nur die „Besonderen“ die auffallen – also: Schubladen zu und Stay Different!  😀

 

 

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5 Kommentare zu “Wort zum Sonntag

  1. Einfach treffend ;-), ich freu mich auf meinen nächsten Lauf und weiß jetzt schon, dass ich unbewusst kategorisieren werde. (Ich muss wohl auch den Tatsachen ins Auge sehen und mich zum „Stampfer“ bekennen 🙈😂).

  2. „Muskelbespanntes Skelett“ und schon klingt der Windschnittige gar nicht mehr so erstrebenswert 😀

    Coole Abhandlung!

    Moin Moin
    Volker

  3. Super geschrieben ! Die trifft man wirklich immer alle. Wobei mir persönlich der „Aldi-Läufer“ ein Rätsel bleiben wird, jedenfalls bei Strecken über die 10km hinaus.
    Hatte anfangs, oder auch noch zwischendurch, ebenfalls einige Kleidungsstücke vom Discounter probiert. Angefangen von Löchern in Socken nach 2 Läufen, Wundscheuern diverser Körperteile, Pilz und Ausschlag auf Schultern wegen nicht vorhandenen Feuchtigkeitstransport. Entweder bin ich so empfindlich oder hatte immer Pech.
    Bei besserwertiger Kleidung gabs die Probleme jedenfalls nicht, außer ich hab es selber verschuldet.

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