Bluetoe in Karlsruhe

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Im Trainingsplan für meinen ersten Marathon über die komplette Distanz steht ein Wettkampf. Den Baden-Marathon in Karlsruhe habe ich mir ausgesucht. Entspannt über die HM-Distanz, schliesslich habe ich Urlaub und will mir nach dem Lauf noch Karlsruhe ansehen. – Entspannt.
Der Sprecher ruft die Läufer schon zum zweiten mal an den Start. Ich bin auf dem Weg! Geht heut‘ nicht so schnell! Muss langsam gehen damit ich nicht humpeln muss. JA! NICHT HUMPELN MUSS! Passt irgendwie nicht wenn ich gleich 21km rennen will. „Dreh um und beende diesen Schwachsinn!“ Sagt mein Kopf. Ich kann meine Vernunft aber gut ignorieren.
(Kennt ihr das aus dem Kino? > 24 Stunden vorher) … Es hat sich ja sicher jeder schon einmal die kleine Zehe an einem Tischbein o.ä. gestoßen. Für mich war der Tag vor dem Lauf aufgrund einer bösartigen Attacke eines Sessels etwas unangenehm. Am Abend war der kleine Zeh dann so groß und blau, dass mir Angst wurde. Den Halbmarathon in Karlsruhe hatte ich bei dem Anblick fast abgeschrieben und selbst den Magdeburg Marathon, meine Premiere über 42km, sah ich gefallen … ähm … gebrochen. 20150920_170923Ich musste mir eingestehen „nee, der Schmerz wird nicht über Nacht verschwinden.“ Verzweifelt wuchs der Wunsch mich zu betrinken. Zuvor wollte ich trotzdem zur Sicherheit zum Arzt. Krankenhaus, Notaufnahme, Röntgen und der erlösende Satz der Notärztin „Nur böse geprellt. Kaputt ist nix.“ Yeah! Läuft bei mir! Auf die Frage, ob ich in 12 Stunden bei einem Halbmarathon starten könne, bekam ich eine lächelnde Antwort. “ Passieren kann nichts schlimmes. Das wird aber weh tun! (Zwinker, zwinker)“ Nun – wenn diese Frau Doktor sagt das geht … :-

Eine Stunde Anfahrt nach Karlsruhe. Sitzen geht gut, stehen oder gar laufen … hm … autsch. Ich hatte Probleme in meinen Laufschuhen. Die kleine, in diesem Zustand doch recht große Zehe hatte keinen Platz in den Schuhen, die seitlich drückten. Zwischen allen anderen Läufern zur Ausgabe der Startunterlagen humpeln ist unbeschreiblich doof. Mir waren Filmzitate aus den Rambo-Filmen im Kopf – „Keine Schmerzen! Keine Schmerzen!“ Oder „Atme in den Schmerz hinein.“ Aber ich wollte starten. Es wenigstens ein/zwei Kilometer versuchen. Selbst wenn ich über zwei Stunden brauche. NEIN man kann nix erzwingen. Auch nützen meine Streckennotitzen, mein gemixtes Zaubergetränk (Powerbar Isodrink mit Scherztablette) und sonstiger Voodoo nicht viel.20150920_084717 „Noch drei Minuten bis zum Start.“ Sagt der Specher. Ich bin mir sicher, man sieht mir meine Unsicherheit an (siehe Foto).

START!! Los geht`s. Autsch! Autsch! Autsch, aua, aua, au, au, … … … na hopla, … … das ist gar nicht so schlimm. Der kräftigere Abdruck mit dem Vorfuß und der großen Zehe, lässt mich mit wesentlich weniger Schmerzen laufen. Zwischenzeitlich hatte ich sogar fast gar keinen Schmerz mehr verspührt. Distanz ist eh das, was der Kopf draus macht. Läuft! Trotzdem habe ich mir Mühe gegeben nicht ganz so viel Gas zu geben, wie sonst. Nach drei, vier Kilometern viel mir ein großer Stein vom Herzen! JETZT konnte ich den Badenmarathon durch Karlsruhe genießen! Eine sehr schöne, abwechslungsreiche Strecke mit großartigen, zahlreichen Zuschauern. Im Ziel standen dann 1.39,09 auf der Uhr. Keine Bestleistung, aber mit meiner blauen Zehe eine sehr zufriedenstellende Zeit! Die ersten langsamen Schritte nach der Ziellinie riefen mir dann die Worte der Notärztin wieder ins Gedächtnis: „wird aber weh tun.“ Und das tat es jetzt wieder. Aber sch**** drauf! Übrigens ist in Karlsruhe der beste runners-heaven und die beste Zielverpflegung die ich bisher erleben durfte!!

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