Hochburg

Wie um viele Burgen ranken sich auch um die Hochburg Sagen. Und selbstverständlich gibt es auch hier eine Frau in Weiß.

Die weiße Jungfrau geht bei Mondschein fröhlich ins Brettental und weinend auf die Burg zurück. Dabei hat sie immer einen Schlüsselbund, der wohl den Zugang zu einem Schatz gewähren könnte.

Ein Hirtenjunge findet in der Schlossruine einen prächtigen Saal in dem zwölf Männer ihn königlich bewirten und ihm abschließend Goldstücke schenken. Als der Junge mit den Dörflern wieder zum Schloss geht, ist von dem Saal und den Männern nichts mehr zu sehen. Der junge Mann verrennt sich in die Idee einen Goldschatz in den unterirdischen Gängen der Ruine zu suchen, wird schließlich wahnsinnig und stirbt. Die zwölf Verwunschenen sollen als Retter erscheinen, wenn Deutschland in großer Not ist.

… na dann?! 😉

Wer mag, geschichtliche Fakten gibt es HIER.

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Die Sage der Schauenburg

Ein Ritter von der Schauenburg erhoffte sich von seiner Gattin einen Sohn. Als er von der Jagd zurückkehrend die Nachricht erhielt, dass ihm eine Tochter geboren sei, erzürnte er gegen seine Gemahlin. Sie starb aus Kummer, und der Ritter übergab das Kind einer Magd und zog auf Ritterschaft in die weite Welt.

Als er nach 20 Jahren auf die Schauenburg zurückkehrte, ließ er nach dem Mädchen forschen und forderte es auf, zu ihm auf die Schauenburg zu kommen und eine Ehe mit einem reichen Vetter einzugehen. Die Jungfer, unwissend ihrer adeligen Herkunft, hatte sich einem Müllersknecht verheiratet. Sie verließ nun heimlich ihren Gatten, um dem verlockenden Angebot ihres Vaters zu folgen.

Nach einigen Jahren, als auf der Schauenburg ein großes Fest war, sah sie beim Tanzen ihren zufällig dorthin gekommenen ersten Gatten wieder und fiel tot um. Seitdem erscheint sie alle 50 Jahre einem Wanderer und bittet um Erlösung. Er muss ihr einen Wunsch erfüllen oder nach drei Tagen sterben.

Nach meinem Geschmack könnte die Sage der Schauenburg hier enden. 😉 Wer weiter lesen möchte kann das HIER tun.

Kloster Allerheiligen

Die Klosterruine Allerheiligen ist kein schwer zu findender Ort. Nein ganz im Gegenteil! Zwar befindet sich die Ruine etwas abseits der Zivilisation, aber an manchen Tagen werden dort sicherlich ganze Busladungen an Touristen ausgeschüttet. Wir hatten das Glück, uns stundenlang nahezu allein, zwischen den alten Mauern bewegen zu können. Sie ist frei zugänglich und nicht nur für „Ruinenfreunde“ einen Besuch wert!

Das Kloster wurde zwischen 1191 und 1196 gegründet. Ab 1804 wurde die Kirche durch mehrere Brände weitgehend zerstört. „Wiederentdeckt“ wurde die Klosterruine 1840 als man die nahen Wasserfälle für Wanderer begehbar machte.

VEB Kulturpark Plänterwald

Wie wurde hier gelacht, geweint, gefeiert, gearbeitet, gelebt? Das sind die Dinge die mir sonst auf meinen Urbex-Touren durch den Kopf gehen. Diesmal bin ich zum ersten mal auch ein kleiner Zeitzeuge. Der kleine Mann im Foto bin ich – 1980 im „Plänterwald“.1980 Was soll über den ehemaligen Kulturpark Plänterwald noch gesagt werden? Fast jeder, in der DDR aufgewachsen ist, wird mindestens einmal den einzigstenFreizeitpark in Ostdeutschland besucht haben.

1969 eröffnete der damals über 29 Hektar große VEB Kulturpark Plänterwald. Ein großer Teil des Parks war ein Asphaltierter Platz auf dem die Fahrgeschäfte aufgebaut waren. Die Hauptattraktion war das alles überragende Riesenrad. Zu DDR-Zeiten hatte der Park jährlich bis zu 1,7 Milionen Besucher.

Nach der Wende wurde der nun privatisierte Freizeitpark,  „Spreepark-Berlin“, nach westlichen Vorbild umgebaut. Beispielsweise ließ man die riesige Asphaltfläche rund um das Riesenrad aufbrechen, um eine attraktive Wasserlandschaft mit einem Wikingerschiff zu errichten.  Auf den 21 Hektar, die der Park nutzte, wurden außerdem weitere Attraktionen, wie zum Beispiel Achterbahnen und zwei Wildwasserbahnen aufgebaut. Der neue Freizeitpark wurde anfänglich sehr gut angenommen. Seit 1999 hatte der Park mit großen Schulden zu kämpfen. Der gestiegene Eintrittspreis von knapp 30 DM pro Person und aberkannte Flächen für Parkplätze waren unter anderem Ursachen für einen Besuchereinbruch. In der Saison 2001 kamen nur noch 400.000 Besucher. Im selben Jahr meldete der Spreepark Insolvenz an.

Der Spreepark ist heute wieder ein wunderbarer Spielplatz für mich! Allerdings als Nostalgiker und Urbex-Fotograf 😉

Das Bauernhaus

Die Schreck-Geschichte zum Bauernhaus … An dem alten Holzhaus angekommen mussten wir erst noch einen Regenschauer im Auto aussitzen. Das Autoradio hatte nichts von Regen gesagt, aber bei dem Wolkenbruch auszusteigen … der Tag wäre gelaufen. In der zwischenzeit parkte neben uns ein Auto aus Frankreich ein. Diese hatten scheinbar wesentlich weniger Probleme damit, den ganzen Tag durchnässt rumzulaufen. Nach etwa 10 Minuten brach in deren Auto ein lustiges „Sachen-packen-ohne-auszusteigen-Chaos“ aus. Als die beiden schon rein sind, schauten wir zum Himmel und … „Da hinten wird`s schon heller. Noch paar Minuten.“ Und siehe da, wir sind trocken (zumindes von oben) in das Haus gekommen. Anhand der Tropfspuren am Boden war der Weg unserer Mitfotografen aus Frankreich gut zu sehen.

Im Erdgeschoss scheint es einmal gebrannt zu haben. Besonders in der Küche waren Wände und Decke mit schwarzen Ruß überzogen. Auch an Fotomotiven gab das Erdgeschoss nicht allzu viel her. Es erinnerte mich ein wenig an eine Scheune. Körbe, Seile, Werkzeuge, riesige Schalen. Aber dann … Im Obergeschoss waren die Motive, die wir im Vorfeld zahlreich gesehen hatten. Fast noch komplett eingerichtet. Die Umdekorateure hatten in fast jedem Raum eine Szene aufgebaut. (insider)

Im Nachhinein hätte mir dort auffallen können dass oben alles relativ sauber war. Kaum Staub/Dreck auf den Möbeln/Boden. Den ersten (noch kleinen) „Schreck“ hab ich dann bekommen als ich grundlos einen Lichtschalter umlegte und eine Stehlampe aufleuchtete. Verdammt! Warum geht hier der Strom noch? Dann ging alles recht schnell. Ein Blick aus dem Fenster. Von der Straße aus kam eine greise Dame auf einem Fahrrad, den verwachsenen Feldweg entlang, auf das Haus zu. Sicher nicht um Fotos zu machen! Und wo waren die franzosen die vor uns rein sind? Gesehen haben wir die nicht nochmal! Raus hier! Im Untergeschoss gab es hinten einen zweiten Ausgang, was mal eine Art von Stall gewesen sein wird. Raus, über die Wiese zur Straße, zum Auto uuund weg! …wie gesagt, die Schreck-Geschichte 😉

Das Olympische Dorf von 1936

Mein erstes Highlight in Berlin war das Olympische Dorf von 1936. Das Vorzeigestück einer nationalsozialistischen Olympia-Inszenierung. Denn das Dorf war von Beginn an für die Nachnutzung durch die Wehrmacht geplant, … also eigentlich ein Aufrüstungsprojekt.

Nach unseren Recherchen im Vorfeld stand vor allem die Schwimmhalle im Fokus unseres Interesses! Gefühlte Ewigkeiten fahren wir schon vom Berliner Olympiastadion landwärts. Das Olympische Dorf so weit entfernt von den  Wettkampfstätten??? Die koordinaten sind bestimmt falsch. Und dann wird auch die Zeit noch knapp. Denn wenn wir nicht Punkt 11 am Treffpunkt sind, wird heute nix mit Olympischen Dorf.  Doch tatsächlich zeigten sich die ersten leeren Gebäuden bedrohlich zwischen den Bäumen. Das Olympische Dorf von 1936 , 14 km westlich von Olympiastadion, zwischen 1934 und 1936 gebaut, und … verlassen.

Für die Olympisc1hen Spiele in Berlin wurde das Konzept einer gemeinschaftlichen Unterkunft aller (männlichen) Athleten erst zum 2. Mal in die Tat umgesetzt und „Olympisches Dorf“ genannt. Die Häuser wurden erstmals massiv gebaut, da Adolf Hitler die Anlage nach den Olympischen Spielen für militärische Zwecke nutzen wollte. Es bestand aus einem Empfangsgebäude, etwa 140 einstöckigen und fünf zweistöckigen Wohnbauten, einem großen Speisehaus, einem Küchenhaus, dem Hindenburghaus, dem Kommandantenhaus, einer Sporthalle, einer Schwimmhalle, einer Sauna sowie einem Ärzte- und Krankenhaus. Das Speisehaus, das  „Haus der Nationen“, bestand aus 38 Speisesälen, die jeweils einer Nation zur Einnahme des Essens und der Geselligkeit diente. Im Hindenburghaus fanden abendlichen Unterhaltungsveranstaltungen für die über 4.500 Personen statt. Die Spiele in Berlin waren die bis dahin leistungsstärksten und die am besten organisierten.

Man spührt, vor allem im Hindenburghaus und der Schwimmhalle, die Geschichtsträchtigkeit der Mauern. Da die Überlegenheit der „arischen Rasse“ demonstriert werden sollte, bekommt man ein beklemmendes/gespenstisches Gefühl drin.

Das olympische Dorf ist mittlerweile von einer Stiftung übernommen worden. Diese kümmert sich darum, dass Vandalismus und der Verfall der Gebäude gestoppt wird.

Bei so viel Olympia müssen natürlich auch die Austragungsorte der Spiele danach besucht werden. … der Form halber 😉

Im Betonkoloss

Zur Sperrung der Rheinebene entschied sich Kaiser Wilhelm II 1893 diese Festung zu errichten. Der betonierte Bau besaß 22 Fernkampfgeschützen unter Panzerschutz und eine eigenständige elektrische Stromversorgung. Sie war die größte Panzerfestung in ganz Europa vor dem ersten Weltkrieg. Die modernste ihrer Zeit, protzig, riesig und der Prototyp aller modernen Festungsanlagen.  Für den Betrieb und den Unterhalt der sogenannten „Aufgelösten Festung“ waren 7000 Soldaten notwendig. Mein Highlight, auf unserer ca. 3 Kilometer langen Route durch das innere der Festung, waren die zahlreichen Hohlgänge! Im Ersten Weltkrieg toben die Kämpfe um die Feste einen Tag lang, dann gerät sie in Vergessenheit. Das 254 Hektar großen Areal ist auch heute noch französisches Militärgelände. Das Fort de Mutzig bei Straßburg wird von einem Verein betrieben der Besichtigungstouren anbietet. Geschütze, Schützengräben, Bunker, Hohlgänge … ein aufregender Besuch … definitiv empfehlenswert!